Das war die Premiere im Sommer 2020: Georgi Mundrov begleitet Bariton Timon Führ beim Konzert am Berliner Ring.
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Das war die Premiere im Sommer 2020: Georgi Mundrov begleitet Bariton Timon Führ beim Konzert am Berliner Ring.

Kultur:

Kelkheim: Konzerte vor der Haustür: Projekt "Oper rette" weiterhin gerettet

  • vonEsther Fuchs
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Ruppertshainerin freut sich über viel Unterstützung.

Kelkheim. Dzuna Kalnina ist eine Frau, die für ihre Ideale kämpft. Die ausgebildete Opernsängerin weiß, dass sich die Menschen auch in Pandemiezeiten nach klassischer Musik sehnen. Kalnina ist die Initiatorin des Projekts "Oper rette". Gemeinsam mit Musikerkollegen wie dem Ruppertshainer Pianisten Georgi Mundrov oder dem jungen Tenor Lukas Schmidt hilft die Mezzosopranistin Kalnina nach musikalischer Unterhaltung dürstenden "Patienten" mit ihrem, wie sie es nennt, "ambulanten Operndienst frei Haus".

Zuschüsse, Zuhörer erstellen Homepage

Familien, Vereine, Institutionen oder Firmen können Konzerte Corona-konform im Garten, auf einem Parkplatz oder in der Parkanlage buchen. Auf Abstand lauscht das überschaubare Publikum von der Veranda oder dem Balkon den Sängern, deren Professionalität nahezu jeden klassischen Wunsch erfüllen lässt.

Trotz der ernsten Umstände hatte Dzuna Kalnina jetzt gleich mehrfach Grund zur Freude. Steht das Projekt bereits unter der Schirmherrschaft des Kreistagsvorsitzenden Wolfgang Männer, zahlte sich ein Auftritt am Landratsamt vor einiger Zeit durch unverhofftes Engagement von Landrat Michael Cyriax aus. "Herr Cyriax war so begeistert, dass er uns für eine Spende vom Kuratorium der gemeinnützigen Stiftung der Taunus Sparkasse empfahl", erinnert sich Dzuna Kalnina. Der warme Geldregen umfasste 2000 Euro. Neben der seit Anfang existierenden Unterstützung der "Oper rette" durch den Förderverein "Musik und Kunst am Zauberberg" sowie dem Verein "Stimme für Ruppertshain", hat das Angebot mittlerweile weitere Kreise gezogen. So sangen die Künstler auch in Bad Homburg.

Die dort lebende Familie Fritschi liebt klassische Musik und bedankte sich für den Auftritt mit einem besonderen Hilfsdienst. Sie erstellte eine "Oper rette"-Homepage, die nicht nur Informationen zum Angebot bereithält, sondern auch Terminabsprachen möglich macht. So kann sich der imaginäre rote Opern-Vorhang für individuelle Kleinstkonzerte künftig bei vielen Musikfans in nah und fern öffnen.

Die Vorzüge der "Oper rette" haben zudem den Deutschen Musikrat beeindruckt. Auch dieser wurde auf das Projekt aufmerksam. Dzuna Kalnina bewarb sich für ein Stipendium im Rahmen des "Stipendienprogramms Klassik - Neustart Kultur" und erhielt einen positiven Bescheid zur Förderung.

Weitere Auftritte in der Region geplant

"Das alles sind gute Nachrichten für unser Genre", so die Profisängerin, die betont, dass viele ihrer Kollegen für jeden sich ergebenden Auftritt dankbar sind. Die Mezzosopranistin freut sich, dass ihr musikalisches Angebot in und um Kelkheim den Weg aus der Tristesse ebnet. Auch in Kriftel und Hofheim sind in naher Zukunft Auftritte geplant, verrät Kalnina.

Kontakt zum Projekt

Wer sich über das Projekt "Oper rette" informieren möchte, kann dies auf der Homepage unter www.oper-rette.de tun.

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