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Großes Projekt: Auf diese beiden Plätze kommt eine Traglufthalle, Wolfgang Drossard und Alberto Kunze (l.) schauen sich um.

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Kelkheim: KTEV wächst und baut eine zweite Tennishalle

  • Frank Weiner
    vonFrank Weiner
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Bald soll das Tragluft-Dach gestellt werden - Personal-Weichen sind geklärt, das Sozial-Projekt läuft.

Hornau. Vorsitzender Wolfgang Drossard und sein neuer Stellvertreter Alberto Kunze schauen sich die Plätze 3 und 4 auf der Anlage des Kelkheimer Tennis- und Eissportvereins (KTEV) noch einmal genau an. Denn am 7. November ist hier Muskelkraft gefragt. Über den beiden Sandplätzen lässt der Verein die neue Traglufthalle aufbauen und hofft dabei auch auf die Hilfe seiner Mitglieder.

Kostendeckung schon erreicht

Die stehen hinter dem Projekt: Bei einer außerordentlichen Versammlung Ende Juli gab es eine deutliche Mehrheit für das Projekt. Rund 95 000 Euro soll die Halle kosten, zusammen mit den Bauleistungen und einem Puffer rechnet der KTEV mit etwa 130 000 Euro. Neben Eigenmitteln von 20 000 Euro gibt es ein Bankdarlehen über den Rest. Wobei sich die Planungen laut Kunze schon recht gut anlassen: Die Kostendeckung sei in der ersten Wintersaison gesichert, die Auslastung durch gut 90 angemietete Stunden liegt bei 54 Prozent, benötigt werden rund 40 Prozent. Damit gibt es bereits Einnahmen von 54 000 Euro bei Betriebskosten von rund 36 000 Euro im Jahr.

Der KTEV nutzt, wenn denn durch die Corona-Beschränkungen wieder gespielt werden kann, die meisten Zeiten, aber auch der Tennisclub Liederbach und die SG Kelkheim sind mit im Boot. Damit vor allem die Kinder und Jugendlichen das ganze Jahr über trainieren können, ging der Verein das Projekt jetzt an. Eine Traglufthalle hatte es "Am Reis" schon einmal gegeben. Weil sie ein Energiefresser war, wurde sie abgebaut. Inzwischen seien diese Anlagen deutlich moderner und besser, betont Kunze.

Mit Hallentennis hat der KTEV bereits gute Erfahrungen gemacht. Seit 2015 gibt es die fest installierte Halle mit zwei Plätzen, die laut Drossard und Kunze eine Erfolgsgeschichte ist. Die Auslastung lag nie unter 75 Prozent, 2018/19 gar bei 94 Prozent. Mit den Einnahmen könne im Verein Gutes getan werden. Einer der beiden Teppich-Plätze muss allerdings erneuert werden, weil der Belag durch das Hochwasser im August beschädigt wurde. Doch das trägt die Versicherung.

Die vergangenen Monate hat der KTEV verhältnismäßig gut überstanden. Die Zahl der Mitglieder hat sich sogar mit einem Zuwachs von fast 50 Spielern sehr positiv entwickelt. Allerdings hat der Club auch speziell mit einem freien Beitrag für 2020 und der Hälfte für 2021 geworben. Viele Interessenten, die wegen Corona in der Halle keinen Sport machen könnten, seien daher zum Tennis gewechselt, sagt Kunze. Ob auf Dauer, das bleibe abzuwarten. Aktuell hat der KTEV 469 Mitglieder, davon rund 210 unter 18 Jahren, bei einem Rückgang der Tennisvereine in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren um 784 auf knapp 9000. Seit 1995 habe der Deutsche Tennis-Bund sinkende Zahlen, weiß Kunze. Ziel sei es nach wie vor, die 500 beim KTEV zu knacken, ergänzt Drossard.

Er bleibt jetzt nach der Mitgliederversammlung bis 2022 Vorsitzender und würde dann Jüngeren Platz machen. Dafür wurde das Team jetzt aufgestellt. Weiter dabei sind Schatzmeister Dietrich Stotz, Sportwart Thomas Lang und Geschäftsstellenleiterin Kerstin Kunze. Wieder oder neu hinzu kommen Jörg Friedrich für den Bereich Breitensport und Sponsoring, Jugendwart Frank Speier und Thomas Schmidt, der auch Zweiter Vorsitzender und für Jürgen Müller Technikwart ist. Nicht mehr dabei ist Gerald Söhlemann, seine Öffentlichkeitsarbeit übernimmt Alberto Kunze. Dieses Team, das auch ein Online-Buchungssystem für alle Plätze eingeführt hat, kann auf erfolgreiche Sportler blicken.

Erfolge und Verpflichtungen

Bei den Erwachsenen gingen zwölf, bei der Jugend 14 Mannschaften in der Medenrunde an den Start. Neun davon spielten sich in ihren Ligen unter die ersten drei. Aufsteiger sind die Damen III, die Herren II und die Juniorinnen U 18 I, die schon in der Gruppenliga sind. Eine weitere Erfolgsgeschichte will der Verein schreiben: Er hat mit der Rothenberger-Stiftung "Tools for Life" das Projekt "Tennis for all" ins Leben gerufen. Benachteiligte Kinder sollen die Chance bekommen, dem Sport nachzugehen. "Wir glauben, wir müssen was Gutes tun", so Kunze. Angebote wie Ballschule und Camps gab es schon. Nun will der Verein einem begeisterten Kind das regelmäßige Training ermöglichen. Bei der interkulturellen Woche der Stadt ist der KTEV dabei und hat für 2021 bei "Tennis for all" ein umfangreiches Programm geplant. Insgesamt will sich der Verein "auf sozialer Ebene noch mehr engagieren", gibt Drossard vor.

Und er hat die Zusammenarbeit mit den anderen Tennisvereinen in Kelkheim weiter im Kopf. Das habe bei der Traglufthalle nicht gefruchtet, doch der KTEV werde am Ball bleiben. Der wiederum gerne bei besonderen Disziplinen wie Beach- oder Padel-Tennis fliegen darf. Dieses Ziel nennt Kunze noch. Auch ein Fitness-Parcours schwirrt in den Köpfen. Letztlich gehe es darum, den Verein und die Anlage zu pflegen - gerade in einer besonders schweren Zeit.

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