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Lachen ist sein Geheimrezept für erfolgreiches Lernen Thorsten Singer, der neue Schulleiter an der GSF.

Neuer Schulleiter an der Gesamtschule Fischbach

Kelkheim Lachen gehört für ihn zur guten "Schul-Chemie"

  • Frank Weiner
    vonFrank Weiner
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Thorsten Singer ist neuer Leiter der Gesamtschule in Fischbach.Der 43-Jährige hat große Pläne - ebenso groß sind die Herausforderungen, die nun auf ihn warten.

Fischbach -Für das Foto mit dieser Zeitung spaziert Thorsten Singer zügig über den Schulhof. In der Pause ist hier einiges los, und der neue Leiter der Gesamtschule Fischbach (GSF) kann schon viele Jugendliche beim Namen nennen - obwohl er erst seit gut zwei Monaten hier ist. Ein fröhliches "Hallo, Herr Singer" kommt von den jungen Leuten meist zurück.

"Sehr gut" sei er hier bereits angekommen, sagt der 43-Jährige. Das unterstreichen sein sehr gutes Namensgedächtnis und der ebenso gute Umgang mit den Schülern. Mit einigen habe er sogar schon Tränen gelacht, berichtet Singer. "Es ist wichtig, in was für einer Atmosphäre wir hier lernen", macht er deutlich. Und die jungen Leute, die nennt er im Gespräch oft "unsere Kids".: "Sie sind der Grund, warum wir das hier machen." Das ist auch seine Motivation, sich als Schulleiter ganz vorne zu engagieren: "Die Schüler haben es verdient, dass wir sie bestmöglich unterstützen." Und zwar sowohl die, die schwere "Päckchen" zu tragen hätten, als auch jene, die als Leistungsspitze besonders gefordert werden müssten.

Als Bühnentänzer in

Europa unterwegs

Singer hat hier schon eine Menge Erfahrung gesammelt, auch wenn sein Weg ihn nicht direkt zum Pädagogen führte. Aufgewachsen im Frankenland bei Nürnberg, hatte sich der junge Mann zunächst vor allem für Sport interessiert. Als Leistungsturner sei er irgendwann zu groß geworden, studierte dafür Bühnentanz und Tanzpädagogik, war in Deutschland und Europa unterwegs. Eine solche Karriere war körperlich endlich, wusste Singer und erinnerte sich an seinen anderen Wunsch, Lehrer zu werden. Er studierte Germanistik und Biologie auf Lehramt in Frankfurt, bekam seine erste Stelle an der Georg-Büchner-Schule in Bockenheim. In der Unterrichtsentwicklung arbeitete er mit, war Fachsprecher für Bio, Stufenleiter und hatte Abordnungen ins Staatliche Schulamt. Als Stellvertretender Direktor wechselte Singer nach 13 Jahren an die Ernst-Reuter-Schule II (Nordweststadt).

"Ich wollte die Schule

unbedingt leiten"

Die GSF allerdings kannte er damals schon von Freunden, die Kinder dort hatten, und einigen Lehrern. Diese "informelle Verbindung", wie es der neue Chef heute nennt, führte zum großen Interesse, als die Leitungsstelle nach dem Abschied von Timo List frei wurde. Singer gibt offen zu: "Ich wollte die Schule unbedingt bekommen und leiten."

Die Schulgemeinde habe ihn "sehr freundlich" aufgenommen. Er habe hier eine hochmotivierte Mannschaft mit 60 Mitarbeitern, eine stetig auf 720 gewachsene Schülerzahl und sehr interessierte Eltern getroffen. Und das in schweren Zeiten, denn Corona bestimmt den Alltag mit. Singer nennt es eine "Riesen-Herausforderung". Er ist aber froh, dass die Schulen geöffnet bleiben. In Fischbach gebe es "die bestmöglichen Vorsichtsmaßnahmen" in einem eigenen Konzept. Das sieht zur Entlastung auch Masken-Pausen im Freien vor. Die Jahrgänge bleiben in Kohorten unter sich. Bis vor wenigen Tagen habe es nicht einen Corona-Fall an der GSF gegeben, hebt Singer hervor. "Wir schaffen das gemeinsam wirklich gut", lobt er die Disziplin aller Beteiligten.

Natürlich hat Corona auch den neuen Schulleiter ein wenig ausgebremst. Beim Besuch des Reporters erledigt er rasch noch Sekretariats-Aufgaben nebenbei. Morgens sammele er zunächst alle neuen Informationen. Es gelte, viel zu koordinieren. Mal wieder eine eigene Klasse zu führen, das sei "utopisch", so Singer. Doch in den Unterricht will er in jedem Fall künftig intensiver - vor allem in seinen Hauptfächern Deutsch und Bio, zudem fachfremd mit Fortbildungen in Ethik und Kunst. Da er mitten im Schuljahr gestartet ist, unterrichtet Singer derzeit Deutsch als Zweitsprache.

So hat der neue Leiter mit seinem Team auch Luft für strategische Gedanken: "Wo stehen wir? Wo wollen wir hin? Was wollen wir ausbauen? Was weiterentwickeln?" Diese Fragen diskutiert er mit dem Kollegium regelmäßig. "Da sprudeln die Ideen", hat er schon festgestellt. Vorerst wolle er an der GSF, die vor Jahren auch schwere Zeiten durchlebte, weiter für Stabilität sorgen und die Profile "qualitativ stärken und ausbauen", egal ob Sprachen, die Naturwissenschaften oder die Kreativität. Die Digitalisierung sei "ein wichtiger und richtiger Schritt, um wettbewerbsfähig zu sein". So gibt es jetzt auch einen digitalen Tag der offenen Tür mit Videos auf der Homepage.

Die GSF habe sich gut entwickelt, werde nicht nur in Kelkheim stark nachgefragt, weiß Singer. "Ich habe nichts gegen Größe und Wachstum. Aber wenn wir etwas machen, dann gut und hochwertig." Deshalb hat er eine nötige bauliche Erweiterung mit dem Kreis auf dem Schirm, denn die GSF komme "mit dem Raumkonzept an ihre Grenzen". Da müsse nun bald gehandelt werden.

Er steht für einen

respektvollen Umgang

Über all dem steht für Thorsten Singer, der in seiner Freizeit gerne wandert und Sport treibt, die Haltung. Das Schild "Kein Platz für Rassismus" in seinem Büro spricht schon Bände. Der Leiter, der früher aktiv im Tierschutz und in Menschenrechtsorganisationen war, formuliert es so: "Jeder bringt hier eine unterschiedliche Geschichte mit. Ich möchte, dass es eine Schule für alle ist und wir einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander pflegen."

Frank Weiner

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