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Kelkheim: Lob und Tadel vom dienstältesten FDP-Chef im Kreis

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Von: Frank Weiner

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Erweitert und verjüngt: der neue Vorstand der FDP um den langjährigen Vorsitzenden Patrick Falk (vorne, Mitte).
Erweitert und verjüngt: der neue Vorstand der FDP um den langjährigen Vorsitzenden Patrick Falk (vorne, Mitte). © FDP

Patrick Falk bestätigt - über 20 Jahre an Spitze - zufrieden mit Kelkheim-Bündnis, unzufrieden im Bund.

Kelkheim. „Zum zehnten Mal habe ich die Freude, das Ergebnis der Wahl bekannt zu geben, dass der alte Vorsitzende auch der neue Vorsitzende ist.“ Das sagte Kreisbeigeordneter Johannes Baron als Wahlleiter bei der Jahreshauptversammlung der FDP und übergab Patrick Falk zum wiederholten Mal das Amt. Seit mehr als 20 Jahren steht der Eppenhainer dem Stadtverband vor. „Damit ist Falk“, so Baron, „der an Vorstandsjahren erfahrenste FDP-Vorsitzende im Main-Taunus-Kreis“.

Neuer Stellvertreter, neue Kassiererin

Falk freut sich über das Ergebnis, das ein „Ausfluss an Kontinuität“ sei. Doch ebenso zufrieden ist der 49-Jährige, dass der Vorstand verjüngt werden konnte. Einer der Stellvertreter ist weiterhin Ralf Anacker, der zudem im FDP-Kreisvorstand ist. Als neuer zweiter „Vize“ wurde der Geschäftsführer eines Dienstleistungsunternehmens für das Hotelgewerbe, Patrick Kubiack, gewählt. Nicht mehr für diesen Posten zur Verfügung stand Franziska Bartha. Sie wird sich in ihrem neuen Wohnort Usingen in der FDP engagieren. Als neue Schatzmeisterin wurde Birgit Uhle gewählt. William Mc Creight hat hier aus beruflichen Gründen aufgehört. Die Angelegenheiten zur Europawahl, die im Mai 2024 ansteht, wird die promovierte Volkswirtin Michaela Kriegelstein betreuen. „Europa wird für uns immer wichtiger. Hier gilt es, mit Augenmaß zu agieren und die erheblichen Bürokratiehürden aus Brüssel zu dezimieren“, erklärte sie. Die Reihe der Beisitzer führt Landtagskandidat Elias Shieh an. Neben seinem Referendariat ist er FDP-Kreisgeschäftsführer und Mitarbeiter der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger. Das Social-Media-Team Tim Bremer, Stefan Henties, Levin Lange wurde in den Vorstand aufgenommen. Ralf Götz, Dieter Bormann und Robert Hoppe komplettieren die Beisitzer-Riege.

Henties ist der Bruder der SPD-Stadtverordneten Lisa Henties, womit die Koalition auch hier präsent sei, sagt Falk schmunzelnd. Unter dem Strich gibt es vom langjährigen FDP-Chef ein Lob für das Bündnis mit CDU und SPD. „Das ist menschlich eine ganz tolle Geschichte, nur so funktioniert es. Ich bin ganz glücklich darüber, mit diesen Personen zusammenzuarbeiten.“ Falk nennt sie eine „vertrauensvollen, sympathische Koalition“, ergänzt aber: „Zwar menschelt es an der einen oder anderen Stelle noch sehr, aber wir sind der Hoffnung, dass der eine oder andere seine privaten, stadtteilkleinlichen Belange für die kontinuierliche Entwicklung unserer Stadt hinten anstellen wird.“ Deutliche Worte findet er in Richtung Bürgermeister Albrecht Kündiger: „Wir haben alle ein gemeinsames Ziel - Kelkheim soll sich trotz eines ziellosen, unorientierten sowie ohne jegliche Vision geprägten Verwaltungsleiters auch in schwierigen Zeiten zu einer zukunftsfähigen Gemeinde mit Perspektive wandeln.“ Der FDP-Chef will nach 2015 nicht mehr als Bürgermeister kandidieren. Er hofft aber auf einen Wechsel an der Rathaus-Spitze, wobei die Koalition hier wahrscheinlich den Ersten Stadtrat Dirk Hofmann (CDU) schon „warmlaufen“ lässt.

Das Dreierbündnis habe schon „eine Menge angestoßen“, findet Falk und verweist auf das große Thema „Hornau-West“, während das Trio bei der Erweiterung des Baugebiets „Schlämmer“ nach einem Bürgerbegehren zurückgerudert ist. Richtig sei der umstrittene Ausstellungsbeschluss für das Gebiet „Kräthenbach“ in Fischbach, unterstreicht er. Hingegen werden sich im Bündnis zum Museum die Wege trennen. Die FDP will das Projekt wegen explodierender Kosten stoppen, die Partner würden daran festhalten.

Personeller Zuwachs um gut ein Viertel

Hier werde sich der „lange Atem“ der FDP durchsetzen, hofft Falk auf eine Neukonzeption. Ähnlich viel Kondition brauche es in der Koalition mit SPD und Grünen auf Bundesebene, weiß Falk um ein an der Basis schwieriges Thema. Auch er schaue „mit Sorgen in Richtung Berlin“. Er habe schon einige Forderungen gehört, im Bund auszusteigen.

Personell geschadet hat das Theater nicht. Es haben sich jüngere Leute für den Vorstand gefunden, und die Zahl der Mitglieder ist laut Falk um rund ein Viertel auf aktuell 68 gestiegen - trotz Pandemie. Damit seien die Kelkheimer nach Eschborn der zweitgrößte Stadtverband im Kreis. Sie wollen die Social-Media-Kanäle noch stärker nutzen und durch den monatlichen Podcast zu städtischen Themen sowie Videos und Beiträgen die Bürger mitnehmen. Die FDP Kelkheim plant zudem einen Sonntagsbrunch im März mit dem Thema „Fernab der täglichen Politik und trotzdem mit geschärftem Blick“. Dabei sein werden aktuelle und ehemalige Landes- und Bundespolitiker der FDP, wie Ruth Wagner, Hans-Joachim Otto, Florian Rentsch, Jörg-Uwe Hahn, Stefan Ruppert.

In der Sitzung informierte Parteifreund Baron die Mitglieder auch über einen möglichen Energieausfall des Main-Taunus-Kreises und sensibilisierte die Anwesenden für Maßnahmen und Bevorratung. Es könne der Fall eintreten, dass die Energie für mehrere Stunden bis hin zu mehreren Tagen ausfalle. Dies sei Ausfluss einer Politik, die maßgeblich auf Altbundeskanzlerin Angela Merkel zurückgehe, die den Ausstieg aus der Kernkraft sowie aus der Braun- und Kohlekraft ohne Maß vorangetrieben habe. wein/red

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