Immer wieder gibt es lange Schlangen vor der Post in Kelkheim.
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Immer wieder gibt es lange Schlangen vor der Post in Kelkheim.

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Ärger über die Post: Schlangen sind lang, Türen „meistens zu“

  • Frank Weiner
    VonFrank Weiner
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Kunden der Post in Kelkheim sind verärgert über lange Wartezeiten und kurze Öffnungszeiten. Das zuständige Unternehmen äußert sich zu den Gründen.

Kelkheim – Klaus-Detlef Voigt ist verärgert. Die Post an der Breslauer Straße sei "selten offen und meistens zu", formuliert er seinen Frust vielleicht etwas überzogen. An einem Tag habe er um 10 Uhr vor verschlossener Tür gestanden, das vierte Mal innerhalb der vergangenen zehn Tage. Voigt fehlt vor allem der Hinweis auf die Schließungen und die Gründe dafür. Auch der Mitarbeiter habe ihm auf Nachfrage da nicht helfen können. Und als dann offen war, habe er in einer langen Schlange 40 Minuten gestanden, schüttelt Voigt mit dem Kopf.

Diese Zeitung schaut sich die Lage selbst an einem Nachmittag an. In der Tat bildet sich eine lange Reihe von zehn und mehr Kunden aus dem Gebäude heraus. "Das ist schon nervig, wenn man jeden Tag hier steht", sagt eine Frau. Eine andere Kundin beziffert die Wartezeit auf "eine Viertelstunde" - und wird gleich von ihrer Nachbarin korrigiert: "Das reicht nicht." Auch Bürgermeister Albrecht Kündiger weiß um den Frust mit der Post in der Stadtmitte. "Manchmal ist von heute auf morgen geschlossen, das ist sehr ärgerlich", sagt er.

Post in Kelkheim: Personalmangel Grund für Ärger

Die Filiale in Kelkheim gehört nicht mehr zur Post AG, sondern zur Postbank - die wiederum eine Tochter der Deutschen Bank ist. Auf Nachfrage dieser Zeitung liefert Postbank-Sprecher Hartmut Schlegel eine sehr ausführliche Antwort auf die Probleme: "In der Tat ist die Personalsituation in unserer Filiale Kelkheim derzeit angespannt. Der Grund dafür sind Personalausfälle, die wir bisher nicht ausgleichen können." Es sei Urlaubszeit, und Kollegen seien längerfristig erkrankt. Zudem erschwerten die Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und Kunden vor Corona den Einsatz von "Springern" oder Vertretern aus anderen Filialen. Die Zahl der Personen im Raum ist beschränkt, weshalb sich Schlangen bilden. Die Kollegen "tun aber alles, einen wenigstens zeitweise guten Service zu bieten", sagt Schlegel und hofft: Die Postbank gehe davon aus, dass sich die Personalsituation mit dem Ende der Urlaubszeit und der Rückkehr von genesenen Mitarbeitern "wieder etwas entspannt".

Ganz konkret gab es in Kelkheim mehrere Kollegen "mit massiven Nebenwirkungen nach ihrer Corona-Impfung, die in einigen Fällen zu mehrtägigen Ausfällen geführt haben", so der Sprecher. "Hinzu kam Ende Juli ein technischer Defekt der Eingangstür, die sich nicht mehr öffnen ließ und deren Reparatur ganze drei Tage in Anspruch nahm." Das Unternehmen entschuldigt sich bei den Kunden. Durch Aushänge in der Filiale und möglichst tagesaktuelle Angaben im Internet soll es künftig eine Planbarkeit geben. (Frank Weiner)

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