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Klaus Breinig hat beim Grillen seinen Spaß, während Tanja Höschele und Mathias Münch filmen und den Kameraden der Münsterer Feuerwehr schon das Wasser im Mund zusammenläuft.

Ehrenamt:

Kelkheim: "Wir sind gefragt worden, ob wir Hunger haben"

  • Frank Weiner
    vonFrank Weiner
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Feuerwehr wird in TV-Show "Klaus kocht vorm Haus" kulinarisch verwöhnt. Zu sehen ist der Beitrag am 8. Dezember.

Münster. "Klaus, wir haben da mal was vorbereitet. Dazu müssen wir dich entführen." Stefan Kunisch hat einen Helm und eine Feuerwehrjacke über den Arm gelegt und will Klaus Breinig von seiner kleinen, mobilen Koch-Theke samt Grill weglocken. Na klar, da mache er doch gerne mal mit, sagt der Grillweltmeister von 2017. Seine Sendung im Hessen-Fernsehen mit dem Titel "Klaus kocht hinter dem Haus" habe schließlich viel zu bieten. Doch halt: Ist der Titel nicht "Klaus kocht vorm Haus"? Natürlich, und deshalb muss die Szene von den vier Kameras noch einmal aufgenommen werden. Kunisch, Chef der Münsterer Feuerwehr, macht's gerne und sagt im zweiten Anlauf: "Klaus, du willst Feuerwehr spielen?" Breinig grübelt noch: Die Show heiße ja schließlich nicht "Klaus in Gefahr", findet er.

Zwischendurch ein "Leben" retten

Für einige Minuten aber möchte der Showkoch doch ein "Leben" retten. Eine Puppe ist unter einem schweren Container eingeklemmt. Feuerwehr-Sprecher Sascha Hahn erklärt ihm, wie er den Behälter mit Luftkissen anheben und die Person in Not bergen kann. Klaus ist begeistert: "Jeder kann Feuerwehrmann werden", wirbt er gleich mal vor laufender Kamera für dieses Ehrenamt.

Dass sich die Münsterer Brandschützer ebenso wie ihre Kollegen Tag für Tag ins Zeug legen - genau das wiederum will der Hessische Rundfunk würdigen. In der Sendung "Klaus kocht vorm Haus" dürfen Menschen speisen, die Besonderes leisten.

Dankeschön an die Helfer im Land

Autorin Tanja Höschele kam auf diese Idee zu Beginn der Corona-Krise. Die Menschen seien viel zu Hause gewesen, hätten fleißig gekocht, erzählt sie in der kurzen Drehpause. Eine neue Kochsendung im klassischen Sinn sollte es aber nicht werden. "Lass uns doch Menschen bekochen, die gerade nicht zu Hause sind", so ihr Gedanke, den sie mit den Kollegen Mathias Münch und Axel Mugler umsetzte. In den ersten der zehn geplanten Folgen waren die Coronahelden an der Reihe, etwa die Krankenschwestern, aber auch Fernfahrer. Inzwischen kommen andere Ehrenamtler in den Genuss der Kochkünste - vom DLRG am Edersee über die "Clowndoktoren" in Marburg bis zum Nachbarschaftsverein in Darmstadt.

Die Münsterer Wehr wiederum war über die Tierrettung schon beim Hessen-Fernsehen bekannt. "Wir sind gefragt worden, ob wir Hunger haben", erinnert sich Chef Kunisch an die neue Anfrage und sagt schmunzelnd: "Wir waren uns schnell einig." Mit einem kleinen, leicht zu verschmerzenden Haken: Die Wehr hat sich Beef-Rips gewünscht, doch die brauchen bis zu acht Stunden. Zu lange. Deshalb hat das HR-Team Steaks eingekauft. Und noch so allerlei Dinge, von denen Klaus nichts weiß. Darunter Kürbis. Sie werden an diesem Nachmittag per Feuerwehr-Blaulicht zur Station an der Benzstraße geliefert.

Und dann beginnt sie, die Show mit dem bestens gelaunten Koch, der 2017 mit seinem Team "BBQ Wiesel" den Titel bei der WBQA Grill-Weltmeisterschaft in Irland holte und ein Jahr später auch bei den World Food Championchips in Orange Beach, Alabama, triumphierte. Dass er nun sehr engagierte Menschen einmal richtig kulinarisch verwöhnen darf, "das gefällt mir ernsthaft richtig gut", sagt der Spaßvogel. Er wolle immer etwas Neues machen - und widmet sich schon wieder einem Kürbis, den er grillen möchte.

Normales Jahr trotz Hochwasser

Die Feuerwehrleute aus Münster betrachten es ebenso entspannt wie interessiert. Janina Katzer zum Beispiel ist in der Tierrettung aktiv. Mal ein leckeres Dankeschön zu bekommen, das gefällt ihr. Die Gruppe sei ja auch jederzeit einsatzbereit. Zuletzt habe sie in Kronberg bei der Umbettung eines verletzten Pferdes helfen müssen. Insgesamt sei 2020 aber ein normales Einsatzjahr gewesen, sagt Kunisch. Einmal vom großen Hochwasser im August abgesehen.

Satt geworden ist die Feuerwehr bei Klaus Breinig sicherlich. Und am Dienstag, 8. Dezember, um 21.45 Uhr kommt sie in dem Beitrag im HR dann auf der Mattscheibe groß raus. Vier Kameras sind beim Dreh im Einsatz, die Mitarbeiter sind Autoren, Kameraleute und Cutter in einem. Pro Kamera gebe es etwa drei Stunden Material, sagt Münch. Das zu 30 knackigen und "leckeren" Minuten zu schneiden, ist die Kunst. Da aber die Münsterer Feuerwehrleute ihr Talent beim Dreh gezeigt haben, dürfte es ein unterhaltsamer Dezember-Abend werden.

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