Junge Menschen lernen auf Chumbe Island Schwimmen und Schnorcheln.
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Junge Menschen lernen auf Chumbe Island Schwimmen und Schnorcheln.

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Kelkheim: Schwimmen lernen im Paradies

  • Frank Weiner
    vonFrank Weiner
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Kelkheimer Schwimm-Club unterstützt besonderes Projekt auf Sansibar - Teilnahme an Wettbewerb.

Kelkheim/Sansibar. Nach seinem Bachelor in Energiewirtschaft wollte Tobias Krissel vor dem Master einfach mal "ein bisschen raus kommen". Also bewarb er sich über die Organisation "Weltwärts" direkt für ein Solar-Projekt auf der Insel Sansibar vor der Küste Ostafrikas. Dabei wurden Anlagen für viele Menschen installiert, die nicht an Stromnetz angeschlossen waren, berichtet der 25-Jährige. Knapp sieben Monate engagierte sich der Kelkheimer dort - und dann kam Corona. Die Organisation flog ihre freiwilligen Helfer aus den Einsatzgebieten wieder in die Heimat.

Doch dort drehte der junge Mann nicht Däumchen. Über eine Deutsche knüpfte er Kontakt zu einem anderen Projekt auf Sansibar, das er von Deutschland aus unterstützen konnte. Es ging dabei um Marketing für die kleine Insel Chumbe Island. Dort gibt es ein sehenswertes Korallenriff und wenige Unterkünfte für Touristen. Da diese aber wegen Corona ausblieben, waren die Menschen dort auf Spenden angewiesen. Mehr noch: Tobias Krissel erfuhr, dass die einheimischen Kinder und Jugendlichen dort zwar später einmal ihr Riff genau kennen sollen, sie aber nicht mal richtig schwimmen könnten. Das wiederum ist ein Problem, wenn die jungen Leute später einmal selbst Fremdenführer rund um das Korallenriff spielen sollen.

Freiwilligendienstler regt die Aktion an

Und so erinnerte sich der Student zurück an seine aktive Zeit in der Wettkampfgruppe des Kelkheimer Schwimm-Clubs (KSC). Dort ist Krissel noch immer Mitglied, dort ist seine Mutter Ulrike im Vorstand Kassenwartin. Was lag also näher, als die Nichtschwimmer auf Sansibar und die Schwimmer aus Kelkheim zusammenzubringen? Und so unterstützt der KSC auf Sansibar nun Lehrer, damit sie den Kindern und Jugendlichen Schwimmunterricht ermöglichen können. Als ein erster Schritt wurde ein kleines Lehrvideo gedreht, mit drei Leistungsschwimmern aus der Wettkampfgruppe sowie der langjährigen Schwimmlehrerin Helga Gutjahr. Krissel brachte das in Form, unterlegte es mit englischer Sprache und schickte es seien neuen Freunden auf Sansibar.

In einem zweiten Schritt sollen Hilfsmittel wie Schwimm-Brillen, -Bretter und -Nudeln angeschafft werden. Um Unterstützung zu bekommen, macht der Verein bei einem Wettbewerb der Sparda-Bank mit. Aktuell liegt der KSC auf Platz zwei, Interessenten können bis 25. August abstimmen: https://www.sparda-vereint.de/voting/bildung-2/schwimmausbildung-schwimmhilfen-fuer-die-umweltbildung-auf-chumb/ .

Die Insel Chumbe sei vor allem für ihre ökologische Wirtschaft und Korallenriffe bekannt, berichtet Krissel noch. "Die Aufklärung über Natur, Umweltschutz und Wichtigkeit intakter Ökosysteme ist ein wesentlicher Bestandteil der Mission. Bei Exkursionen für Schulklassen aus der Region Sansibar kann Umweltbildung und Naturerfahrung im Ökosystem Korallenriff hautnah erlebt und erforscht werden", so Krissel. Auch wenn er nach seinem Projekt bei "Weltwärts" nicht mehr offiziell im Freiwilligendienst ist, will er in dem Projekt helfen, kündigt er bereits an. Es ist weiterhin geplant, geeignetes Unterrichtsmaterial für Schulungsworkshops, Anleitungen für die Schwimmausbildung und Videos zu entwickeln.

KSC-Vorsitzende Nicole Blasche freut sich über so viel Engagement. Deshalb sei der Verein gleich mit im Boot gewesen. Der KSC besteht seit 50 Jahren. Der geplante Spaßtag im Schwimmbad im August wurde wegen Corona auf 2021 verschoben. Offen ist laut Blasche, was aus der Geburtstagsfeier am Gründungstag, 2. Dezember, wird. Im Zweifel feiere der Club eben nächstes Jahr "50+1", sagt die Vorsitzende.

Insgesamt habe der KSC mit seinen 800 Mitgliedern die bisherige Corona-Zeit noch ganz gut überstanden. Die drei Wettkampfteams trainieren wieder, haben Anfang September sogar ihren ersten Start in Bad Soden. Beim Breitensport soll nun langsam wieder losgelegt werden. Da der KSC am Montag im Vereinsbecken der Rhein-Main-Therme eine Zeit lang unter sich ist, sei das gut zu managen, glaubt Blasche. Trockentraining gab es seit Mitte Mai im Vereinsheim, ins Wasser ging es Anfang Juni. Der KSC bietet Aktivitäten im Breitensport (Lehr- und Jugendschwimmen) und Leistungsschwimmen (Jugend und Masters). Neu sind Aqua-Jogging, Schwimmen lernen für Erwachsene und Wasserball. Die Zahl der Mitglieder ist stetig gewachsen, wobei 90 Prozent Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind.

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