Da war die Welt noch in Ordnung: Catherine Hueber im Gespräch mit Bernd Gieseking.
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Da war die Welt noch in Ordnung: Catherine Hueber im Gespräch mit Bernd Gieseking.

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Kelkheim: Sie gehen hoffnungsvoll ins Kultur-Jahr

  • vonEsther Fuchs
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Kulturgemeinde sagt erste Auftritte zwar ab, will aber Kurse anbieten.

Kelkheim. "Alles ist anders. Es gibt keine einheitliche Linie." Das sagt Hildegard Risch. Seit über 20 Jahren ist sie für die Kurse der Kulturgemeinde zuständig. Der Verein schaut auf ein turbulentes Jahr mit Umbrüchen zurück. Die Pandemie hielt die Kultur im Würgegriff. Auch die Kelkheimer standen vor unerwarteten Herausforderungen. Unterkriegen lassen sie sich nicht. Die Organisatoren nehmen pünktlich zum Jahresbeginn einen neuen Corona-konformen Anlauf.

Seit einigen Tagen steht das Frühjahrs-Kursprogramm. Risch hat wieder ganze Arbeit geleistet. Mit Hilfe der Erfahrungen aus 2020 hat der Verein sinnvolle, weil flexibel anpassbare Angebote gefunden. Das Kursangebot trotzt den tristen Umständen. Es ist bunt und vielfältig. Ein umfassender Hygieneplan sorgt für Sicherheit und lässt spontane Änderungen zu. So muss der Verein aktuell abwarten, wie die Beschränkungen bundesweit nach dem 10. Januar aussehen. Doch geplant wird schon für die Zeit danach. "Die Kursleiter haben beispielsweise die Zahl der Teilnehmer halbiert und bieten lieber zwei Kurse an", berichtet Risch.

Anwesenheitslisten müssten auch 2021 ausgefüllt werden. Gruppenarbeiten im Unterricht sind nicht gestattet. Die Lernkonzepte wurden entsprechend angepasst. Es soll keine direkten Kontakte geben. Unterricht findet nur statt, wenn keiner, also weder Kursleiter noch Kursteilnehmer, Krankheitssymptome aufweist. Mund-Nasen-Schutz-Masken sind immer mitzubringen. Der Mindestabstand von 1,50 Metern soll eingehalten werden.

"Die Menschen sind vorsichtig geworden", sagt Risch. Das Hygienekonzept biete daher Sicherheit. Und so möchte die Kulturgemeinde gerne bereits in der zweiten Januarhälfte starten. Im Bereich "Malen und Zeichnen" will Hannelore Heimel elf Wochen donnerstags einen japanischen Tuschemalerei-Kurs anbieten. Ab dem 21. Januar soll es im Bürgerhaus Fischbach losgehen. Der bekannte Maler Yuriy Ivashkevich will im Bürgerhaus ab 3. Februar seine offene Mal- und Zeichenwerkstatt anbieten. In diesem Kurs kann jeder die Themen und Maltechniken frei wählen. Der Künstler gibt professionelle Unterstützung bei der Nutzung von Acryl-, Aquarell-, Pastell-, Gouache- oder Ölfarben. Ebenfalls am 3. Februar sollen Ivashkevichs Kurse "Malen am Nachmittag" und "Malen am Abend" beginnen. Ab Freitag, 26. Februar, wird - so der Plan - Barbara Kuhn in die Welt der Seidenmalerei eintauchen. "Experimentierfreudige und kreative Maler werden auf ihre Kosten kommen", verspricht die Kursleiterin.

Im Segment "Handwerk" können Kreativköpfe ab 2. März die Kunst des Buchbindens kennenlernen. Handbuchbindermeister Wolfgang Gerschler empfängt die Teilnehmer auf dem Rettershof. Buntes Mosaik aus Glas und Spiegeln zaubert Barbara Kuhn ab Ende Februar zu mehreren Kursen zusammen. Ebenso sind Angebote zum Arbeiten mit Speckstein oder eine Einführung in die Gartenkeramik geplant. Ein Goldschmiedekurs für Fortgeschrittene und ein Gestaltungskurs für Schmuckliebhaber ergänzen das Programm. Für Textilfans ist das Webangebot von Christine Herbig. Doris Ivanschitz bietet Näh-Vormittage an. Ein Wochenende wird sich Marianne Arens dem Thema Nadel und Faden widmen. Bewegungs- und Sportangebote sollen 2021 bis auf Ausnahmen, wie der Outdoor-Kurs zum Thema "Einfach Abschalten" von Nancy Brandt, online laufen. Vorträge zu Gesundheit, Bewegung und Ernährung gibt es außerdem.

Holprig gestalten sich die Vorbereitungen bei Kleinkunst und Kabarett. Bereits in 2020 musste Organisatorin Catherine Hueber Veranstaltungen zunächst verschieben und zumeist dann doch absagen. "Der organisatorische Aufwand ist hoch. Die Risiken unvorhersehbar. Wir haben ja auch immer Verträge, die wir mit den Künstlern schließen", so Hueber.

Der regelmäßige Jahresrückblick von Bernd Gieseking soll wahrscheinlich virtuell präsentiert werden. Das große Neujahrskonzert in der Stadthalle, für 12. Januar geplant, fällt aus. Der Verein plant aber für 22. Januar 2022 wieder mit dem Landessinfonieorchester. Im Dezember veranstaltete Hueber mit Anja Gilles die ohne Publikum aufgenommenen und dann virtuell präsentierten Konzerte "Advents-Soul". Sie sind noch über Youtube ("TaunusSoul") abrufbar und haben mit über 2300 Klicks die Erwartungen übertroffen. Hueber hofft, dass im zweiten Halbjahr wieder Normalität einkehrt. Auf einen Termin weist die Homepage schon hin: Den von 2020 verlegte Auftritt des Entertainers Andy Ost mit Band am 8. Mai mit "Kunstpark Ost". Hoffnungsfroh sind Hueber und Risch, dass die Kultur immer ihren Platz in Kelkheim haben werde. Daran ändere auch Corona nichts.

Programm und Kontakt

Informationen zu den Kursen sind an die Haushalte verteilt worden. Anfragen zudem an kulturgemeinde@gmx.de .

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