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Die unschöne Anblick ist nun vorbei: Die Tauben bauten in der Stadtmitte ihre Nester, und ihre Hinterlassenschaften waren ein großes Ärgernis.

Taubenplage in der Stadtmitte

Kelkheim: Ein simples Netz soll die Störenfriede verjagen

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Tauben waren großes Ärgernis. Mahnung: Tiere nicht füttern.

Kelkheim -Es ist so simpel: Seit Montag hängt das engmaschige Netz an der Brücke in der Neuen Stadtmitte. Es ist ganz einfach mit Kabelbindern am Übergang angebracht, der die Bereiche in der K & S-Seniorenresidenz verbindet. Doch dieses Netz, das es im Baumarkt für wenige Euro gibt, hat eine riesige Wirkung. Nun können die Plagegeister der Stadtmitte, eine Reihe von Tauben, die Stahlstreben unter der Brücke nicht mehr anfliegen und ihre Nester bauen. Damit sollten auch die wenig ansehnlichen Hinterlassenschaften der Tiere, an der Rolltreppe zur Tiefgarage zum Beispiel, Geschichte sein.

Maßnahme pünktlich zur Zeitungs-Anfrage

Siehe da: Pünktlich zur Anfrage dieser Zeitung wurde jetzt am Montag diese "Taubenabwehr" installiert. Das bestätigt die zuständige Hausverwaltungs-Firma Heico. Dabei ist der Name für das einfache Netz hoch gegriffen, doch es dürfte seine erhoffte Wirkung haben. Es soll verhindern, dass die Tauben ihre Verweil-Plätze anfliegen können. Die Beauftragung für die Anbringung der Taubenabwehr liege schon etwas vor, habe aber nicht sofort umgesetzt werden können, teilt das Unternehmen mit. "Wir hoffen, dass die Maßnahme erfolgreich ist", heißt es noch von der Verwaltung Heico, die viele Objekte betreut. An keinem Standort sei das Taubenproblem so massiv aufgetreten wie in Kelkheim. Ein schöner Anblick war das am Rande der Neuen Stadtmitte in den vergangenen Monaten nicht. Und ein Gesprächsthema im Ort. Vielen Bürgern stank die Sache im wahrsten Sinne des Wortes, sie klopften im Rathaus an. Bürgermeister Albrecht Kündiger nennt die Ecke "eklig". Und dieser schlimme Fleck befand sich ausgerechnet im Herzen der Möbelstadt.

Wer einmal vom Rewe-Markt in Richtung "Schwarzer Weg" ging - und das tun viele Kelkheimer tagtäglich -, der sah das Problem oft kommen. Denn dort hatten sich zahlreiche Tauben häuslich eingerichtet. Im wahrsten Sinne des Wortes. An den Stahlträger des Übergangs in der Seniorenresidenz waren die Nester noch vor wenigen Tagen gut zu erkennen. Es ging hier zu wie im sprichwörtlichen Taubenschlag. Entweder saßen die Tiere in Reih und Glied auf dem Stahlträger oder sie spazierten gemütlich auf dem Boden herum.

"Da hat jemand gefüttert", sagte vor einigen Tagen noch eine Frau, die dort eine kurze Sitzpause eingelegt hatte. Schon flatterte ein halbes Dutzend Tauben dorthin und pickte in aller Seelenruhe die Mahlzeit auf. Nur wenn Passanten vorbei kamen, trollten sie sich kurz. So mancher Bürger rümpfte beim Vorbeigehen auch die Nase. Dass es hier in der Kelkheimer Stadtmitte eine kleine Tauben-Hochburg gab, passte ihnen natürlich nicht.

Denn die Tiere mussten auch ihr Geschäft erledigen. Wo - das war auf den ersten Blick schon zu sehen: Der Taubendreck markierte den Boden direkt am Ende der Rolltreppe die aus der Tiefgarage ins Zentrum führt. Eine stark frequentierte Ecke mit einem "ekligen" Anblick, wie nicht nur der Bürgermeister fand.

Und deshalb sprach er vor einem "großen, ganz massiven Problem". Die Tauben hätten sich dort "in ganz massiver Form ausgebreitet". Die Sache sei schon länger bekannt, betonte Kündiger, doch der Dreck und die Anzahl der Tauben hätten zuletzt noch einmal deutlich zugenommen. "Es ich ein hochgradiges Ärgernis, da muss man ran", redete der Rathauschef Klartext.

Der Fall war Sache des Eigentümers

Das Problem war allerdings: Die Stadt ist nicht Eigentümerin der Immobilien und darf deshalb keine baulichen Veränderungen vornehmen lassen. Natürlich wird gereinigt - doch das reicht bei der massiven Taubenplage an der Stelle nicht. Gegenüber dieser Zeitung hatte Kündiger schon berichtet, es sollen an den Träger scharfe Zinken angebracht werden, damit die Tauben die Stahlträger nicht mehr anfliegen können. Zwei Vogelattrappen aus Plastik hingegen halfen gar nichts. Bis zum 1. Mai wollte die zuständige Hausverwaltung eigentlich Abhilfe schaffen - doch nichts war passiert. Daher hat Kündiger dort mit Nachdruck anrufen lassen, dass die Stelle zugemacht wird. Denn: "Der Protest nimmt deutlich zu", wurde er vermehrt auf das Ärgernis angesprochen. Wäre vielleicht schon früher reagiert worden, dann hätte wohl auch der Nestbau mit der einfachen Maßnahme verhindert werden können, heißt es.

Den Bürgern missfiel vor allem auch, dass die Tauben teilweise gefüttert werden. Das sei dringend zu unterlassen, sagt nun der Bürgermeister. Und das gilt trotz der Taubenabwehr auch für die Zukunft. Denn wenn die Tiere Futter bekommen, kehren sie immer wieder ins Zentrum zurück und erledigen auch so manches Geschäft dort . . . Frank Weiner

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