Ein Radfahrer kämpft sich auf der Fahrbahn die Frankenallee hoch. Geplant ist, links einen Radweg anzulegen und den Bürgersteig zu verbreitern. Rechts würden Längsparkplätze geschaffen.

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Kelkheim: Stadt will steile Lücke für Radfahrer schließen

  • Frank Weiner
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Der Weg vom Zentrum zum Hauptfriedhof kommt aber nur, wenn das Land den Bau fördert. 17 Parkplätze würden dann wegfallen.

Kelkheim. Wer mit dem Rad von der Stadtmitte in Richtung Bad Soden und Liederbach fahren will, hat es gleich doppelt schwer. Denn die Steigung vom unteren Kreisel bis zum Kreisverkehr am Hauptfriedhof ist rund 830 Meter lang und knackig. Das zweite Problem: Es gibt gar keinen richtigen Weg für die Radler: Sie müssen sich im oft schon recht dichten Verkehr nach oben quälen oder - auch nicht ganz ungefährlich - bergab rollen.

60 Prozent Zuschuss für rund 311 000 Euro

Das soll sich bald ändern. Der Magistrat hat beschlossen, dass zwischen den beiden Kreiseln ein Radweg entstehen soll. Die Mitglieder des Verkehrsausschusses haben die Vorlage zur Kenntnis genommen. Noch ist nichts entschieden. Die Stadt soll einen Förderantrag an das Land stellen. So könnten bis zu 60 Prozent der kalkulierten Kosten von rund 311 000 Euro übernommen werden. Nur dann soll die Maßnahme umgesetzt werden. Die Verwaltung ist optimistisch, dass dieser Antrag Erfolg haben wird. Denn die Frankenallee ist Teil des Rad-Hauptnetzes Hessen als überregionale Verbindung, aber als solcher rot markiert. Soll heißen: Hier ist eine Lücke im System, die geschlossen werden könnte. Das haben die Stadt und die Politik schon vor 15 Jahren erkannt. Damals stand dieser Radweg unter der Bezeichnung "Rv N8" im 2005 beschlossenen Radverkehrsplan.

Doch nur zwei Jahre später wurden andere Fakten geschaffen: Es entstanden die Schrägparkplätze, die zweite Fahrspur in Richtung Friedhof fiel weg. Zwar fasste die Politik 2009 auf Vorschlag des Magistrats den Beschluss, den Radweg doch anzulegen und die 40 Parkplätze wegfallen zu lassen. Doch nur ein Jahr später hieß es laut Vorlage: "Aufgrund der Haushaltssituation beschließt der Magistrat, mittelfristig von dem Bau des Radweges entlang der Frankenallee Abstand zu nehmen." Seitdem seien keine Aktivitäten mehr in diese Richtung unternommen worden, so die Stadt.

Aber nun ist das Projekt wieder in den Fokus gerückt. "Wir müssen für die Radfahrer etwas tun, die Sicherheit hier erhöhen", macht Bürgermeister Albrecht Kündiger deutlich. In der Vorlage wird betont: "Heute ist es gesellschaftlicher Konsens, dass dem nicht motorisierten Individualverkehr sowie dem Fußgängerverkehr mehr öffentlicher Raum eingeräumt wird." Deshalb ist es für Kündiger zu verkraften, wenn durch den Umbau der Frankenallee 17 der Schrägparkplätze wegfallen. Im oberen Abschnitt sei die Parkdichte nicht so groß, zudem gebe es viele Dauerparker, auf die die Stadt ohnehin ein Auge werfen müsse.

Folgendes ist in diesem Abschnitt geplant: Von dem Straßenstummel gegenüber der Einfahrt zur Tilsiter Straße bis hoch zum Kreisel soll der Bürgersteig von 1,50 auf 3 Meter verbreitert werden, um ihn künftig als gemeinsamen Geh- und Radweg nutzen zu können. Zwar ist die Fahrbahn zwischen den Bordsteinen hier 10,50 Meter breit. Doch mehr Platz wird benötigt, weshalb die schräg angeordneten Stellplätze in 29 Längsparkplätze parallel zur Straße umgebaut werden sollen. "Das Minus von 17 nur selten voll belegten Parkplätzen" sei vor dem Hintergrund der Bedeutung des Radverkehrs "vertretbar", heißt es.

Platten austauschen, Straße verschwenken

Für eine Förderung durch das Land soll ein Rad- und Fußweg innerorts mindestens 2,50 Meter breit sein. Das will die Stadt anstreben. Beginn der neuen Strecke ist am Kreisel Wilhelm-Dichmann-Straße/Frankenallee. Von der Tankstelle an ist der Weg ausreichend breit. Allerdings zum Teil im schlechten Zustand, weshalb die Platten durch ein Pflaster ersetzt werden sollen. Der folgende Straßenstutzen soll auf das Bordstein-Niveau angehoben werden. Im weiteren Verlauf sollen die Bäume erhalten werden, der Weg wird zur Fahrbahn verschwenkt. Rund um den Kreisel am Hauptfriedhof sind Kleinigkeiten zu machen, es gibt nur eine Engstelle durch eine Straßenleuchte. Vom Friedhofseingang bis zum Weg ins Schmiehbachtal ist der Abschnitt nur 1,80 Meter breit. Hier soll ein Teil des Rasenstreifens wegfallen. Für den letzten Bereich müsse aufgrund der Versiegelung noch Baurecht geschaffen werden, teilt die Stadt weiter mit.

Zudem informiert die Verwaltung, dass dieses Projekt im Rathaus wegen vieler laufender Arbeiten nicht geplant werden könne. Deshalb soll ein Büro beauftragt werden - was rund 44 000 Euro ausmacht und die Gesamtsumme auf gut 311 000 Euro steigen lässt.

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