Mit Flatterband wurde die mögliche Straßen-Trasse markiert.
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Mit Flatterband wurde die mögliche Straßen-Trasse markiert.

Stadtentwicklung:

Kelkheim: Straßen-Trasse verursacht Kopfschütteln

  • Frank Weiner
    VonFrank Weiner
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"Hornau-West": Rundgang mit Baugebiets-Gegnern.

Kelkheim -Sie tragen eigene Shirts mit ihrem Logo und haben das Feld in Richtung Gagernring mit rot-weißem Flatterband abgesteckt: Die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) gegen das Baugebiet "Hornau-West" waren am Samstag aktiv. Das Band sollte den möglichen Verlauf der angedachten Straße, der "Gagern-Spange", durch das Areal zwischen Hornauer Gagernring, Fischbacher Hühnerberg und Fischbacher Straße in Kelkheim darstellen. Es bildete sich eine Menschentraube von rund 50 Personen. Mit diesem Andrang hatte die BI nicht gerechnet und teilte die Rundgänger durch das Gebiet in zwei Gruppen auf - das passte besser in Pandemie-Zeiten, zudem bekamen die Teilnehmer mehr mit.

BI-Sprecher Peter Münker sieht die Touren insgesamt als "gelungene Veranstaltung" an. Es seien "alle Teilnehmer gegen die Bebauung", hat er festgestellt. Dass die Befürworter, darunter die Koalition aus CDU, SPD und FDP, nicht Mäuschen spielten, ist schon etwas überraschend. Aktuell liegt ein Antrag des Bündnisses vor, ein Bebauungskonzept zu erarbeiten. Am Rande der Touren schaute sich aber Bürgermeister Albrecht Kündiger als stiller Beobachter um, berichtet Münker.

Der denkbare Verlauf einer kleinen Umgehungsstraße mit bis zu 14 Metern Breite durch das Grün habe bei vielen Rundgängern "Kopfschütteln" verursacht. "Die haben einen Schreck gekriegt", so Münker. Die Mitstreiter der BI führten die Besucher auch zu einigen kritischen Orten im Gebiet, etwa kleinen Wasserläufen oder der Begrenzung durch den Gagernring samt Bahnlinie. Hier könnte es eine Unterführung mit Kreisel geben, berichteten Münker und Co. den Spaziergängern. Dass die "Künstlerwiese" dann "so gut wie tot" sei, das sei vielen erst bewusst worden. Ebenso, dass ein Tunnel dann eine massive Steigung hoch in Richtung Fischbach haben müsste. Die BI ging auch auf ein vorliegendes Verkehrsgutachten ein, wonach eine "Gagern-Spange" keine Entlastung für Fischbach bedeute, berichtet Münker. Das sei "Wunschdenken" für die hoch belastete Kelkheimer Straße dort, seien auch manchen Fischbachern bei der Tour die Augen geöffnet worden.

Letztlich sieht die BI die "Gagern-Spange" und einen möglichen gemeinsamen Feuerwehrstützpunkt im Gebiet als "Türöffner" für eine Wohnbebauung, wie Münker fürchtet. Die BI wolle die Brandschützer aus der Sache raushalten, es sei bei der Tour auch nur am Rande Thema gewesen. Wichtig sei ihnen gewesen, die Fläche einmal zu zeigen. "Einige wussten gar nicht, dass man hier so unbedarft spazieren gehen kann." Der BI sei durch etliche Neulinge nun eine Mitarbeit angeboten worden, der harte Kern schon gewachsen. Die Gruppe ärgert sich ebenso wie die Feuerwehr, noch keine Informationen zu den vorliegenden Gutachten erhalten zu haben. Bei der Politik-Infoveranstaltung gestern wären sie schon gerne dabei gewesen als stille Beobachter, so Münker, der die Stadt noch mal an einen aus ihrer Sicht nicht ausreichend beantworteten Fragenkatalog zum Thema erinnert.

Die Gruppe ist sehr aktiv. Im Februar hatte sie dem Bürgermeister eine Petition mit mehr als 1000 Unterschriften gegen die Bebauung übergeben. Seit dem Sommer gibt es regelmäßig Info-Stammtische, ab sofort nun an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat um 18.30 Uhr im Restaurant Europa. Hier sei jeder willkommen, so Münker, der mit Blick auf das weitere Verfahren und ein mögliches Bürgerbegehren sagt: "Wir werden den vorgegebenen Weg beschreiten und ziehen das normal durch." Sogar bei den Parteien will die BI wegen Unterstützung anfragen.

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