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Sie freut sich auf spannende vier Monate: Tina Bender ist die Bürgermeisterkandidatin der Freien Wähler.

Wahl 2021:

Kelkheim: Tina Bender will Bürgermeisterin werden

  • Frank Weiner
    vonFrank Weiner
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"Hornauer Mädchen" tritt für Freie Wähler an.

Kelkheim. "Ich sage: Wir gewinnen. Jetzt kommt es darauf an, wie Sie gewinnen definieren." Tina Bender weiß, dass sie als nun offiziell vom Verein nominierte Bürgermeisterkandidatin der Freien Wähler (FW) nicht die größten Chancen bei der Wahl am 14. März 2021 hat. Aber sie formuliert es dennoch positiv, denn sie ist überzeugt: "Ich habe schon gewonnen, weil ich an uns glaube." Die 50-Jährige, die ein "Hornauer Mädchen" und unweit der Martins-Kirche aufgewachsen ist und wohnt, geht offensiv an das große Vorhaben ran: "Wir sind eine kleine Partei und nutzen auch kleine Chancen. Ich glaube, dass ich eine frische Alternative biete. Das wird ein Spaß, aber wir geben uns auch Mühe dabei."

Natürlich sehen die FW sich gegen Amtsinhaber Albrecht Kündiger (UKW), CDU-Fraktionschef Dirk Hofmann, FDP-Parteichef Patrick Falk und SPD-Chef Michael Hellenschmidt in der Außenseiterrolle. FW-Chefin Ivaloo Schölzel glaubt, dass sie allesamt Bender unterschätzen. Der Sieg Kündigers 2015 habe "Mut gemacht, dass Wechsel möglich sind". Schölzel freut sich auf eine Frau in der Runde: "Noch ein Mann, das wäre langweilig." Mitstreiterin Kay Möller formuliert die Vorzüge mit "weiblichem Esprit". Und bei diesen stärkenden Worten wird deutlich: Tina Bender tritt zwar an, doch stets in Kombination mit ihrem Team. "Wir gemeinsam jetzt" soll das Motto lauten für den Wahlkampf, der jetzt beginnt. "Wir sind ein Team, sonst klappt es gar nicht, weil wir viel zu klein sind", sagt Bender, die Jura und Pädagogik studiert hat, inzwischen einen Job im Personalmanagement eines Pharmakonzerns in Frankfurt hat und weltweit für rund 6000 Mitarbeiter im Bereich Medikamentenherstellung verantwortlich ist. In den vergangenen drei Jahren war sie in Paris. Nun möchte sie in der Hornauer Heimat wieder Akzente setzen. Dort war sie früher als Turnerin bei der TuS aktiv, noch heute ist die passionierte Reiterin im Vorstand des Reitsportclubs Rettershof.

Über ihren Lebensgefährten Robert Wintermayr ist Bender zur Politik gekommen. Der sitzt seit knapp fünf Jahren für die FW mit Schölzel in der Mini-Fraktion im Parlament. Zu Hause, dort sind die Neujahrsempfänge des Vereins, wurde verstärkt über Politik diskutiert. Meinungsvielfalt und Inklusion, das sind Werte, die Bender wichtig sind. "Diese sah ich mit einem angekündigten Antritt der AfD in Kelkheim gefährdet", erinnert sie sich an die Initialzündung, um einen "Gegenpol zu setzen". Mit der Vereinsspitze Ivaloo Schölzel und Nora Zerenner sei das am Küchentisch bei Sekt und Wein diskutiert worden. Die FW-Chefin findet Benders Mut klasse. Es gebe der Fraktion die Chance, ihre Philosophie stärker rüberzubringen. Denn die FW hätten in den vergangenen fünf Jahren gute Arbeit geleistet, wichtige Entscheidungen mitgetragen, so Zerenner und Schölzel.

Das soll auch in Zukunft so sein. Die FW wollen ihre Sitze bei der Kommunalwahl verdoppeln, sind in Aufbruchstimmung. Mittendrin eine politische Newcomerin, der als erste Maßnahme vor allem eins wichtig ist: ein "Jetzt-Konzept", wie sie es nennt. Es gebe viele angestoßene Themen in Kelkheim, aber zu wenig Umsetzung. Schölzel vergleicht den Bürgermeister mit einem Fußballer, der die "Abschlussfähigkeit" vor dem Tor vermissen lasse. Bender, die sehr auf die wirtschaftliche Komponente setzt, formuliert es unternehmerisch: "So ein Business-Plan für Kelkheim wäre wunderbar, mit Milestones und Timelines." Sprich, mit wichtigen Meilensteinen und einem konkreten Zeitplan. "Warum geht es in der Wirtschaft? Warum in der Stadtverwaltung nicht?", fragt sie.

Die Themen, die die FW und Bender im Schwerpunkt aufrufen, sind so neu nicht: Sie wollen das Klimasschutzkonzept über den von ihnen mit beschlossenen Manager endlich mit Leben füllen, ein Mobilitätskonzept forcieren, zum Beispiel mit einer öffentlichen Anbindung ans Gewerbegebiet Münster, Bahnhöfen und Radwegen auf dem Prüfstand. Auch ein Stadtentwicklungskonzept regen sie an, für Wohnen, Läden, Kultur. Und nicht zuletzt wollen sie die Digitalisierung vorantreiben, allen voran in der Verwaltung, aber auch mit Glasfaser in der ganzen Stadt.

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