Doris Salmon (re.) und Maximilian Alter (li., hier am Stichwahl-Abend mit Eusebia Talavera-Lopez und Wolf-Dieter Hasler) sind die neue UKW-Doppelspitze.
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Doris Salmon (re.) und Maximilian Alter (li., hier am Stichwahl-Abend mit Eusebia Talavera-Lopez und Wolf-Dieter Hasler) sind die neue UKW-Doppelspitze.

Koalitionsverhandlungen

Kelkheim: UKW mit Doppelspitze in Endrunde mit CDU

  • Frank Weiner
    vonFrank Weiner
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Doris Salmon und Maximilian Alter stehen nun an der Fraktionsspitze der Kelkheimer UKW. Alle Zeichen stehen auf eine Koalition mit der CDU. Es gibt viele Schnittmengen, - aber auch Konfliktpotential.

VON FRANK WEINER

Kelkheim -"Wenn wir uns zusammentun, können wir einiges Gutes für Kelkheim erreichen. Wir wollen ja die Stadt voranbringen." Das sagt Doris Salmon dieser Zeitung zur künftigen Zusammenarbeit in der neuen Stadtverordnetenversammlung, die sich am Montag, 19. April, konstituiert. Und die alte und neue UKW-Fraktionsvorsitzende meint damit ganz konkret ein Bündnis mit der CDU. Nachdem erste Sondierungen aus Sicht der UKW positiv verlaufen waren, sprach sich eine breite Mehrheit der rund 30 UKW-Aktiven bei einer Tagesklausur am Sonntag mit nur einer Enthaltung für Koalitionsgespräche mit der CDU aus. "Natürlich hat es in der Vergangenheit auch mal gekracht zwischen uns", erklärt Salmon. "Aber CDU und UKW haben sich in den vergangenen Jahren auch in vielen Gebieten aufeinander zubewegt." Sie nennt als Beispiel die Entscheidung der CDU, die Pläne einer Umgehungsstraße durch den Hornauer Forst nicht weiterzuverfolgen. Damit habe die Union "die Tür weit aufgemacht". Eine Zusammenarbeit sei gut vorstellbar. Heute Abend sprechen beide Verhandlungsgruppen erneut miteinander.

Mit am Tisch sitzen wird für die UKW neben Salmon, Bürgermeister Albrecht Kündiger und Wolf-Dieter Hasler auch Maximilian Alter. Denn der Nachwuchsmann der Initiative ist zum zweiten Teil der neuen Doppelspitze der zweitgrößten Fraktion aufgestiegen. "Das ist ja irgendwie modern", sagt Salmon, findet ein Duo aber für die UKW aktuell auch sinnvoll. Denn die Juristin ist beruflich stark eingespannt. Auch Kollege Alter an ihrer Seite ist promovierter Jurist. Für die Mitarbeit der einzelnen Fraktionsmitglieder in den Fachausschüssen und weiteren Gremien wurden in zahlreichen Wahlgängen die Weichen gestellt.

Hasler für Magistrat

vorgeschlagen

"Wir sind ein gutes Team und freuen uns darauf, in den nächsten fünf Jahren für Kelkheim und die UKW zu arbeiten", erklären beide. Birte Reiter und Wolfgang Coy komplettieren den Fraktionsvorstand als stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Salmon wiederum wird als stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin vorgeschlagen. Wer das Parlament anführt, ist noch offen. Die CDU hätte als stärkste Fraktion das erste Zugriffsrecht, dann wäre UKW-Mann Hasler das Amt wieder los. Der Ruppertshainer wird neben Stefan Thalheimer, der den Bürgermeister seit 2016 auch vertreten hat, Sabine Mündlein-Dosch und Eusebia Talavera-Lopez auch für den Magistrat vorgeschlagen, wo er schon einige Jahre war.

Ob es tatsächlich so kommt, hängt auch von den Koalitionsgesprächen ab. Sollten CDU und UKW tatsächlich ein großes Bündnis schmieden, dann könnte die Union den hauptamtlichen, aber zuletzt nicht besetzten Posten des Ersten Stadtrats für sich reklamieren - und hätte mit Bürgermeisterkandidat Dirk Hofmann auch schon einen Interessenten. Dann wiederum könnte das Amt des Stadtverordnetenvorstehers bei der UKW bleiben. Zu solchen Personal-Rochaden will sich Salmon aber noch nicht äußern. Den Posten des Parlamentschefs habe die UKW aber trotz der Nominierung Haslers für den Magistrat noch nicht aufgegeben, macht Salmon deutlich.

"Gemeinsam mit Bürgermeister Albrecht Kündiger möchten wir Kelkheim voranbringen", sagt auch Fraktionsvorsitzender Alter. "Wenn es uns gelingt, zusammen mit der CDU die wegweisenden Entscheidungen der kommenden fünf Jahre auf eine breite parlamentarische Grundlage zu stellen, werden vor allem die Kelkheimer davon profitieren." Seine Kollegin Salmon sagt mit Blick auf die vergangenen Jahre, dass auch die Union längst etwa den Klimaschutz als wichtiges Thema habe. Größter Knackpunkt könnte dagegen die kleine Umgehungsstraße, die "Gagern-Spange", werden. Doch Salmon ist optimistisch, hier "einen Kompromiss zu finden, der für beide Seiten und für Kelkheim gut ist". Letztlich sehe sie "keine unüberwindbaren Hindernisse" für Schwarz-Grün - was eine "große parlamentarische Basis" bringen würde. Allerdings laufen auch Gespräche der CDU mit den drei kleinen Fraktionen SPD, FDP und Freie Wähler.

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