Bei Anne-Kathrin Kunz in Münster hängen die gesammelten Pins am Logo des "Ladies Circle". Gemeinsam mit Gudrun Krüger (links) aus Eppstein will sie eine Taunus-Gruppe gründen.
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Bei Anne-Kathrin Kunz in Münster hängen die gesammelten Pins am Logo des "Ladies Circle". Gemeinsam mit Gudrun Krüger (links) aus Eppstein will sie eine Taunus-Gruppe gründen.

Soziales:

Kelkheim: Sie wollen der Gesellschaft "etwas Gutes tun"

  • Frank Weiner
    vonFrank Weiner
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Anne-Kathrin Kunz und Gudrun Krüger stehen vor der Gründung des "Ladies Circle Taunus".

Münster. Im Wohnzimmer hängt ein großes Bild mit einem Logo darauf. Es steht für den "Ladies Circle Deutschland" und hat bei Anne-Kathrin Kunz einen Ehrenplatz bekommen. Denn die 37-Jährige aus Münster ist in dieser Vereinigung, die soziale Projekte unterstützt, sehr aktiv. Das zeigen auch die vielen Pins, die sie bei Treffen mit anderen Gruppen bekommen und rund um das Logo gesteckt hat. Kunz ist derzeit im "Ladies Circle Frankfurt" engagiert. Doch das soll sich ändern: Gemeinsam mit Gudrun Krüger aus Eppstein will sie im Spätsommer offiziell den "Ladies Circle Taunus" gründen.

Die beiden Frauen mitten im Leben sind voller Tatendrang und lassen sich auch von der Corona-Krise nicht stoppen. Vor zwei Jahren liefen sie sich bei einer Versammlung des "Ladies Circle" in Gießen erstmals über den Weg. Da sei die Idee aufgekommen, hier in der Heimat gemeinsam etwas aufzubauen. Hier gebe es auch einigen "Bedarf an sozialer Unterstützung", betont Krüger, die zwei Kinder im Alter von einem und vier Jahren hat und wieder Nachwuchs erwartet. Die 38 Jahre alte Eppsteinerin weiß, wovon sie spricht. Die Maschinenbau-Ingenieurin war fünf Jahre im Präsidium von "Ladies Circle Deutschland" - und davon sogar ein Jahr Präsidentin.

Eppsteinerin war sogar Präsidentin im Bund

Aber auch Anne-Kathrin Kunz, die als Projektmanagerin und im Bereich Finanzcoaching arbeitet, ist längst etabliert. Schon zwei Mal hat sie für den Main-Taunus-Kreis den Weihnachtspäckchen-Konvoi organisiert. Hier hat sie in Kitas, Schulen und Familien Hunderte Pakete für Kinder in Osteuropa gesammelt. Ihr Ziel ist es, einmal bei einer solchen Tour gen Osten mitzufahren.

Doch aktuell haben die beiden Frauen ein ganz anderes, konkretes Thema. Sie haben bereits fleißig nach Mitstreiterinnen gesucht und mit Caroline Gartmann, Bettina Börgel (beide aus Kelkheim), Bianca Meyer (Eppstein) sowie Ramona Homms (Idstein) schon ein erstes Gründerteam zusammen. Im Spätsommer soll die Charter, die offizielle Urkundenübergabe, für den "Ladies Circle Taunus" möglichst sein. Er gehört dann dem District Hessen/Rheinland-Pfalz an, in dem derzeit zwölf Gruppen organisiert sind. In ganz Deutschland sind es mehr als 100 Circles mit gut 1200 Ladies. Und die Organisation sei "fleißig am Wachsen", freut sich das Duo.

Die Teams sollen nicht riesig sein, in Frankfurt sind es aktuell 14 Damen, in Wiesbaden 15. Das Alter der Mitglieder ist auf 18 bis 45 beschränkt. Das hat auch schon Kritik gegeben. Aber Kunz und Krüger finden es richtig. "Man hat immer frisches Blut drin, muss sich um neue Leute kümmern", sagt die Münsterin, die zwei Kinder im Alter von vier und sieben Jahren hat.

Fußball-Liga für behinderte Kinder?

Nun geht es für die Damen auf die Suche nach einem "Serviceprojekt", das sie vor allem unterstützen möchten. Ein Favorit ist die "Bananenflanken-Liga". Dabei handelt es sich um eine eigene kleine Fußball-Liga für geistig behinderte Kinder. Warum nicht eine solche Runde hier im Taunus initiieren? Das überlegt die Gruppe derzeit laut. Zudem sind die "Clown-Doktoren" ein Thema. Zunächst einmal will sich der "Ladies Circle" in Gründung bekannter machen, ein eigener Pulli soll verkauft werden, Outdoor-Yoga ist geplant, ebenso Stände bei öffentlichen Veranstaltungen, wenn diese denn wieder möglich sind. Und am Weihnachtspäckchen-Konvoi wollen sie weiter teilnehmen, ihn im Kreis auf eine noch breitere Basis stellen.

Keine Konkurrenz, lieber Miteinander

Was sie motiviert? "Es geht darum, der Gesellschaft etwas Gutes zu tun und sich dabei selbst zu entwickeln", formuliert es Anne-Kathrin Kunz. Sie habe viel gelernt, ergänzt Gudrun Krüger - Events organisieren, vor vielen Hundert Menschen sprechen. In diesem riesigen Netzwerk in Deutschland seien Problemlösungen gut möglich, finden sie. Krüger ist zudem "vorbelastet", ihr Vater ist "Round-Tabler" - das ist das Pendant der Männer zum "Ladies Circle". Sie sagt: "Ich hatte Bock, was zu machen." Aber ein Club mit einem höheren Durchschnittsleiter sei für sie "nicht mehr so interessant" gewesen. Wobei die Damen und Herren auch später noch aktiv sein können. Nach dem Erreichen der Altersgrenzen gibt es die "Old Tablers" bei den Männern und "Tangent" bei den Frauen.

Als Konkurrenz zu den vielen anderen Organisationen wie Lions- und Rotary-Club sehen Kunz und Krüger ihren "Ladies Circle Taunus" auf keinen Fall. "Das ist eher ein Neben- und Miteinander", können sie sich auch gemeinsame Projekte gut vorstellen. Beim Circle sei das Angebot sehr niedrigschwellig, bei einem Beitrag von 10 Euro im Monat. Die Studentin ist ebenso willkommen wie die Managerin. "Jeder kann das einbringen, was er kann", betont Kunz. Bei den Projekten sollen Kinder und Frauen im Fokus stehen, "aber wir schließen nichts aus", ergänzt Krüger. Sie weiß: Hier seien Menschen aus "ganz unterschiedlichen Lebensumständen" aktiv, "aber sie ticken alle gleich - es ist wie Freunde treffen".

Der Kontakt

Der "Ladies Circle Taunus" in Gründung kann unter anderem über Facebook erreicht werden: www.facebook.com/LadiesCircle111 .

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