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Auf Wanderschaft: Die Mädchen und Jugen sind mit Erzieherin Isabell Ecknig und SDW-Chef Dorn und dem Bollerwagen unterwegs.

Kindergarten-Gruppe

Mit der Kita auf „Waldreise“

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Der Wald ist für die Waldkindergarten-Gruppe zwar kein unbekanntes Gebiet. Doch bei der Tour mit dem Vorsitzenden der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Willi Dorn, lernten die Kinder noch einiges dazu.

Im Wald haben sie jeweils ihr zweites „Zuhause“: Willi Dorn als Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und die Waldkindergarten-Gruppe des Betreuungsvereins „Rosa Raupe“. Nun haben die Experten für Pflanzen und Tiere gemeinsame Sache gemacht: Einen Tag lang sind Dorn, zwei Erzieher und viele Kinder durch den Wald gestreift.

Kurz vor 12 Uhr stößt auch das Kreisblatt dazu. Noch ist keine Mittagspause, noch sind die Kinder voller Tatendrang. Gerade haben sie mit Dorn Teiche besucht, durften mit dem Kescher kleine Tierchen wie den Wasserläufer oder die Posthornschnecke sammeln – um sie gleich danach wieder frei zu lassen. Nun sind sie auf dem Weg zum Haus von SDW und Waldjugend. Dorn zieht den großen Bollerwagen, die Kleinen schieben fleißig von hinten. Schon von weitem ist die fröhliche Gruppe zu hören. Im Vergleich zum Dröhnen einiger Maschinen unweit des Waldes ist es das deutlich angenehmere Geräusch zur Mittagsstunde.

Den Bollerwagen geparkt, macht sich der bunte Tross auf zur nächsten Station der „Waldreise“. Sie steuern den Brunnen „Johannesborn“ an. Zum Glück informiert Willi Dorn schnell, dass dieses Wasser hier nicht trinkbar sei. Denn längst baden viele Kinderhände darin. „Es ist unser Prinzip: Erfahrungen sammeln. Selbst wenn man in den Brunnen fällt“, sagt Erzieherin Sabine Hauck. „Selbsterfahrung mit festen Regeln“ sei das Motto der Wald-Kita, die 20 Kinder aufnimmt. Gegenseitiges Helfen sei zudem von Bedeutung, sagt Hauck: „Klein lernt von Groß.“ Und wie auf Kommando zieht ein größerer Steppke einen kleineren den Hang hoch. Dreckige Schuhe und Hosen, aber auch kleine Blessuren gehörten ebenso zum Alltag.

Als Dorn ruft, sind alle gespannt. Oberhalb des Brunnens gebe es eine Wiese. „Könnt ihr euch vorstellen, wer nachts dort ist?“, fragt er. Die Kinder haben eine Vorahnung: Richtig, es handelt sich um eine Wildschwein-Suhle. Prompt wollen die Kinder den Schlammfleck sehen, doch dafür ist nun keine Zeit mehr. Die Mädchen und Jungen haben schon die nächste Station im Visier: einen Tümpel. Hier ist Dorn etwas enttäuscht: „Da ist noch nicht so viel los“, vermisst er den Froschlaich. Sammy entdeckt ein Spinnennetz auf dem Wasser – aber ohne Bewohnerin. Die Sechsjährige ist begeistert von der Tour und der Kita. „Das ist schön, dann weiß ich in der Schule schon ganz schön viel.“ Auch Frederik ist schon recht weit, macht bereits bei der Waldjugend mit. Das Klettern, Schnitzen und Holz stapeln gefällt ihm am besten.

„Die Kinder haben eine super Kondition“, sagt Hauck. Kein Wunder: Gerade im Winter, auch bei Minusgraden, müssen sie viel laufen, um warm zu bleiben, ergänzt Kollegin Isabell Ecknig. Dritter Mitarbeiter im Bunde ist Robin Schneider. Doch nun, nach fast vier Stunden auf den Beinen, geht manchem Dreikäsehoch die Puste aus. Noch ein kurzer Stopp am Insektenhotel, Solitärbienen bestaunen, dann geht’s zur Waldjugend-Hütte.

Welche Überraschung: Jahrespraktikant Robin Ellendorff und SDW-Helfer Helmut Krause haben dort ein schönes Feuerchen gemacht. Die Waldkita-Besucher wissen: erst mal Abstand halten. Um aber ihr Stockbrot zu backen, dürfen sie näher ran.

Willi Dorn staunt: „Die Kinder sind echt zu Hause im Wald.“ Da merke er einen deutlichen Unterschied zu Führungen mit anderen Kita-Gruppen oder Schulklassen. Bis zu 25 Wanderungen dieser Art unternimmt die SDW. Ein bisschen Fortbildung sei schon wichtig, findet Dorn.

Aktuell sind 85 junge Leute in der Waldjugend aktiv. „Ein recht guter Zuspruch“, freut sich Dorn. „Die können gar nicht genug vom Wald kriegen.“

Kontakt zu den Waldfreunden

Infos zur Waldjugend gibt es per Mail an kelkheim@waldjugend-hessen.de , zum Waldkindergarten unter info@rosa-raupe.de, (0 61 95) 90 26 32.

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