Über Rauchmelder und Rettungskarten

Die kleinen Lebensretter

Die Feuerwehr hat sich auf dem Marktplatz präsentiert. Der Infotag soll nicht der letzte gewesen sein.

Geschäftiges Treiben auf dem Wochenmarkt: Obst- und Gemüsehändler preisen ihre Ware an, Metzgereistände locken mit saftigen Bratwürsten, Floristen bieten bunte Blumen an – und am Rande werben die Parteien um Stimmen für die Bürgermeisterwahl. So weit, so bekannt. Doch inmitten des Platzes tummeln sich erstmals sechs Neuzugänge in blauen Hemden, die für die Feuerwehren der Stadtteile auf Tuchfühlung mit den Marktbesuchern gehen. Dabei geht es ihnen aber nicht etwa darum, neue Mitglieder für den Feuerwehrverein zu gewinnen. „Wir wollen einfach Präsenz zeigen und mit den Mitbürgern ins Gespräch kommen“, erklärt Harald Prokasky.

Ohnmächtig im Schlaf

Laut dem Eppenhainer Wehrführer seien die Bürger durchaus interessiert gewesen, mehr über die Arbeit der Ehrenamtlichen zu erfahren. Mit Flyern und Infomappen bewerben sie die Installation von Rauchmeldern, die in Hessen zwar seit Jahresbeginn Pflicht sind, aber ihren Weg noch nicht in jede Wohnung fanden. Dabei sind die kleinen Geräte leicht zu installieren und können im Zweifelsfall Leben retten, machen sie doch frühzeitig auf Rauchentwicklung aufmerksam. „Häufig kommt man bei einem Brand nicht durch das eigentliche Feuer zu Schaden, sondern durch die Rauchentwicklung“, weiß Prokasky, „da reichen schon im Schlaf zwei oder drei kräftige Atemzüge, und man wird ohnmächtig“. Bereits nach zwei Minuten könne eine Rauchvergiftung übrigens tödliche Folgen haben. Dass der Melder wirksam ist, demonstriert Prokasky in der Praxis: Für einen kurzen Moment schaltet er das Vorführgerät ein, und das laute Warnsignal lässt die umstehenden Marktbesucher regelrecht zusammenzucken – das zu überhören, ist faktisch unmöglich.

Zu den weiteren Themen, über die die Helfer informieren, zählen Rettungsgassen bei Unfällen. Zu häufig erleben die Feuerwehrleute Schaulustige, die das schnelle Erreichen eines Unfallopfers erschweren. Ein weiterer Tipp, der die Arbeit der Rettungskräfte erleichtern kann, ist die Anschaffung einer Rettungskarte. „Diese wird hinter der Sonnenblende aufbewahrt“, erklärt Prokasky, „und im Notfall erfahren wir dort alle wichtigen Informationen über ein Fahrzeugmodell“. Der Hintergrund: Nicht immer sind Unfallopfer, die aus einem verunglückten Auto heraus geschnitten werden müssen, ansprechbar – etwa, weil sie ohnmächtig sind oder unter Schock stehen.

Mit der Rettungskarte haben die Feuerwehrkräfte sofort Einblick, wo ein bestimmter Fahrzeugtyp aufgeschnitten werden kann, ohne etwa den Airbag auszulösen. „Wir schaffen das natürlich auch ohne die Karte“, betont Prokasky, „doch mit ihr geht es schneller und einfacher“. Die Karten sind übrigens beim ADAC zu haben. Und die Tipps der Freiwilligen Feuerwehr bekommen die Bürger künftig häufiger während des Marktes, denn der Auftritt vom Wochenende soll nicht der letzte bleiben.

(rk)

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