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Main-Taunus: Sängerkreis verliert Mitglieder und gewinnt Vereine

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Von: Frank Weiner

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Das wieder gewählte Team des Sängerkreises (v. l.): Wolfgang Gatscher, Ulrich Stoll, Solveig Wagner (alle Musikausschuss), Hartmut Hartleb, Ingrid Hartleb, Hans Dieter Höhn, Roland Häuber, Vorsitzender Hans-Joachim Schmidt und Jürgen Ernst.
Das wieder gewählte Team des Sängerkreises (v. l.): Wolfgang Gatscher, Ulrich Stoll, Solveig Wagner (alle Musikausschuss), Hartmut Hartleb, Ingrid Hartleb, Hans Dieter Höhn, Roland Häuber, Vorsitzender Hans-Joachim Schmidt und Jürgen Ernst. © privat

Vorstand bei Versammlung bestätigt - bewährte Veranstaltungen wieder geplant.

Fischbach/Main-Taunus. Die Kontinuität soll Trumpf sein im Sängerkreis Main-Taunus. Denn nach zwei Pandemie-Jahren hat sich die Zahl der Vereine nicht signifikant verändert, der Rückgang bei den Mitgliedern soll stabilisiert werden. Zudem ist der Vorstand bei der Jahreshauptversammlung im Fischbacher Bürgerhaus seit 2013 einmal mehr bestätigt worden. Hans-Joachim Schmidt führt den Dachverband der MTK-Sänger somit weiterhin. Er wird unterstützt von Jürgen Ernst, Roland Häuber (beide Stellvertreter), Hans Dieter Höhn (Schriftführer), Ingrid Hartleb (Kassiererin) und Hartmut Hartleb (Beisitzer).

Wie Höhn berichtet, waren 20 der gut 40 Vereine bei der Sitzung präsent. Er weiß, dass dies für Dachvereine eher geringe Beteiligung aber nicht nur ein MTK-Problem ist. Es sind neben dem Aus für die "Germania" Bremthal zwei neue Gruppen zum Sängerkreis gewechselt: Der Gesangverein Wallau war in Wiesbaden organisiert, der Projektchor Can Taunus im Hochtaunuskreis. Diese Gruppe unter Leitung von Wolfgang Gatscher probt im Kulturbahnhof in Münster.

Gatscher ist Mitglied im Musikausschuss des Sängerkreises. Hier hat Manfred Krissel nach gut 15 Jahren Mitarbeit aufgehört. Nun ist es ein Trio mit Solveig Wagner, Ulrich Stoll und Gatscher. Mit ihrer Unterstützung wird das Programm der Dachorganisation zusammengestellt. Laut Höhn ist der Sängerkreis optimistisch - er hat bis Herbst 2023 schon Veranstaltungen im Kalender vorgemerkt. Am 16. Oktober soll das Kreis-Chorkonzert im Kreishaus sein, im kommenden März dann ein geistliches Konzert in Flörsheim. Erneut im Herbst 2023 geht es wieder mit allen interessierten Chören ins Hofheimer Landratsamt. Und für diesen September will der Kreis einen Stimmbildungs-Kurs in Eppenhain auf die Beine stellen.

Zudem hat die Gruppe sechs Jubiläen im Blick: 2022 werden die Sängervereinigung Sulzbach 150 und der Sängerbund Flörsheim sogar 175 Jahre alt. Nächstes Jahr sind dann der Liederkranz Münster, der MGV Niedernhausen. "Brüderlichkeit" Neuenhain (alle 150 Jahre) und der MGV Fischbach (25) an der Reihe. Es sind dafür jeweils Ehrungen durch Land und Bund sowie ein finanzieller Beitrag durch den MTK vorgesehen.

Die Zahlen der vergangenen drei Jahre indes sprechen eine deutliche Sprache. Denn die Mitgliederzahl insgesamt ist um rund 400 Mitglieder gesunken. Waren 2019 noch 1646 Erwachsene und 491 Kinder und Jugendliche in den gut 40 Vereinen angemeldet, so sank dieser Wert in 2021 auf 1490 und 357 sowie für dieses Jahr bisher auf 1380, während es beim Nachwuchs wieder aufwärts ging auf 364. Höhn weiß von bisher neun Kinder- und Jugend-Chören im Kreis. Der Gesangverein "Liederkranz" Bremthal schickt sich an, die zehnte Gruppe zu starten (Bericht folgt). Die Zahlen sollten den Vorstand aber wachsam halten, ist der Schriftführer überzeugt - in anderen Region wie Nordrhein-Westfalen sei die Lage "dramatisch", wie er weiß. Wichtig seien Führungswechsel mittelfristig in den Gremien, um damit mehr junge Leute begeistern zu können.

Singen im Freien kam nicht überall gut an

Über Probleme und Lehren während der Pandemie wurde bei der Versammlung ebenfalls gesprochen. Es sei vieles nur kurzfristig möglich gewesen oder habe abgesagt werden müssen, so Höhn. Das Singen im Freien sei für viele Gruppen wegen der schlechteren Akustik keine Alternative, hat der Vorstand mitgenommen. Und nur ein kleiner Teil habe die Proben und das weitere Angebot auf Videositzungen verlegt.

Auf die technischen Möglichkeiten zielt die neue und verabschiedete Satzung unter anderem ab. Hier hält nun die Digitalisierung ebenso Einzug wie ein Hinweis auf die Gendersprache und auf besondere Ereignisse wie eben Corona. Die Sänger sind aber vor allem erst einmal froh, ohne große Einschränkungen ihrem traditionellen Hobby endlich wieder nachgehen zu können.

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