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Privat und auf dem Parkett ein eingespieltes Team: Angelika Stux (rechts) und Marion Kinzig sind Kelkheims erstes gleichgeschlechtliches Tanzpaar. Die beiden Wahl-Frankfurterinnen starten für den TC Fischbach, der stolz auf sie ist.

Tanzsport

Marion Kinzig und Angelika Stux geben beim TC Fischbach den Anstoß für eine besondere Premiere

Bis vor wenigen Jahren galt im Tanzsport die klassische Rollenverteilung. Nun haben auch gleichgeschlechtliche Paare die Möglichkeit gemeinsam im Verein ihrem Hobby zu frönen. Zwei Frauen haben dafür gesorgt, dass der Tanzsportclub Fischbach zum Vorreiter in Sachen Gleichstellung wird.

So sehen Sieger aus: Marion Kinzig und Angelika Stux haben allen Grund zu Lachen. Als Kelkheims erstes gleichgeschlechtliches Tanzpaar haben die Wahl-Frankfurterinnen den zweiten Platz in ihrer Tanzklasse in der Kategorie Standard belegt. „Wir haben einfach losgelegt“, sagt das Siegerpärchen ganz bescheiden, das seit zweieinhalb Jahren gemeinsam auf Turnieren unterwegs ist. Für ihre super Leistung haben sie auch ordentlich trainiert. Bis zu vier Mal pro Woche für mehrere Stunden – mit Erfolg. Kinzig und Stux bestiegen bei den Deutschen Meisterschaften in Köln in der C-Klasse mit dem dritten Platz das Siegertreppchen.

„Wenn Musik gelaufen ist, hat es uns beiden schon immer in den Füßen gekribbelt“, erzählen sie. Vor sechs Jahren meldeten sich die beiden Damen jeweils für gleichgeschlechtliche Tanzkurse an und entdeckten ihr jetziges Hobby neu. „Wir haben beide während der Schulzeit Tanzkurse belegt. Danach dann aber Jahre lang nichts mehr damit am Hut gehabt“, erinnern sie sich. Kennengelernt hat das Ehepaar sich schließlich in Göttingen während eines Schreibworkshops, die zweite Leidenschaft der gebürtigen Österreicherin Angelika Stux und der Schwäbin Marion Kinzig. Letztere machte dieses Hobby sogar zum Beruf und veröffentliche bereits ihr erstes Kinderbuch.

Rund zehn Turniere in ganz Europa hat das Paar, das nicht nur gemeinsam tanzt, bereits besucht. „Mehr geht fast nicht“, erzählt Bauingenieurin Angelika Stux. Allein Zeit- und Kostenfaktor machen hier einen Strich durch die Rechnung: „Equality-Turniere finden international statt. Da kann man oft nicht einfach einmal schnell hinfahren.“ Glücklicherweise ist der Weg nach Fischbach nicht so weit, denn hier haben sich Stux und Kinzig im TSC Fischbach sofort wohl gefühlt. „Wir haben uns viele Tanzvereine angeschaut, aber hier hat es uns am besten gefallen!“

Ein gleichgeschlechtliches Paar in den eigenen Reihen zu haben, das macht den TSC Fischbach stolz. So sei auch die Idee entstanden, das erste Equality-Turnier im Main-Taunus-Kreis auszurichten, berichtet Pressewartin Eva Zieleniewicz. „Turniere dieser Art haben viel mit Gleichberechtigung zu tun“, sagt sie und vereinsintern habe man große Lust verspürt, sportlich etwas Neues zu wagen. Man freue sich auf die Herausforderung und könne sich auf jeden Fall vorstellen, ein vergleichbares Turnier in Zukunft noch einmal zu organisieren. Dabei stand die Veranstaltung zuvor auf der Kippe: Wegen der wenigen Voranmeldungen habe man sogar mit dem Gedanken gespielt, alles abzusagen. Zum Glück sei dann doch alles gut gegangen und die Resonanz überwiegend positiv gewesen, zieht Eva Zieleniewicz ein frühes Fazit. Bis es jedoch so weit ist, richtet der 200-Mitglieder-starke Verein erst einmal 2019 die Deutschen Meisterschaften in der S-Klasse Standard und Latein aus.

Rund 21 Startpaare und knapp 50 Besucher hat das Turnier in die Stadthalle nach Kelkheim gelockt. „Dafür dass das Wetter so toll ist, eine super Quote“, freut sich die Pressewartin. Schließlich haben es auch richtige Stars der Szene nach Kelkheim geschafft.

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