Bezahlbarer Wohnraum

Mehr als 50 neue Wohnungen geplant

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Am Großen Haingraben sollen mehrere Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Dabei könnte bezahlbarer Wohnraum entstehen.

Alle Kommunen im Main-Taunus-Kreis suchen händeringend Wohnraum. Den Kelkheimern ist vor rund 18 Monaten eine stattliche Fläche mitten im Herzen der Stadt quasi vor die Füße gefallen. Ein Investor schlug am Großen Haingraben zu und kaufte dort Grundstücke, die bisher gewerblich genutzt wurden. Ziel der Stadt ist es nun, zwischen Frankfurter Straße, Bahnstraße und Mittelweg neuen Wohnraum zu schaffen. Mehr als 50 Wohnungen könnten entstehen, überschlägt Bürgermeister Albrecht Kündiger, der weitere Details zum Konzept am Dienstag, 30. Januar (19.30 Uhr, Rathaus), vorstellen will. Die Stadtverordneten sollen das Bebauungsplankonzept „Zwischen Großem Haingraben und Hauptstraße“ beschließen.

Mitte 2016 hatten die Politiker einige Vorgaben zum Projekt gemacht – sie sind eingehalten worden. Das Konzept sieht vier Mehrfamilienhäuser vor, die rund um einen kleinen Platz mit Spielflächen gruppiert sind. Die Gebäude sollen dreigeschossig mit einem zurückgesetzten Staffelgeschoss sein. Das bestehende Haus vorne am Haingraben soll der Gestaltung der neuen Gebäude angepasst werden. „Diese Maßnahme ist stadtplanerisch besonders positiv zu bewerten“, lobt die Verwaltung den geplanten Umbau. Auch Bürgermeister Albrecht Kündiger findet’s gut – er weiß aber, dass es im Quartier bei gut 50 neuen Wohnungen eng werden wird. Deshalb sei eine Tiefgarage Pflicht. Die Zufahrt soll auf dem städtischen Parkplatz liegen.

Wenn irgendwo gebaut wird, wird in Kelkheim auch der Ruf nach bezahlbaren Wohnflächen laut. Auch am Großen Haingraben hat die Politik eine Regelung getroffen: Sollten mehr als 3000 Quadratmeter Wohnfläche entstehen, darf die Stadt den Überhang abschöpfen und für Belegungsrechte nutzen. Laut Plan sollen es rund 300 Quadratmeter mehr sein. Bürgermeister Kündiger lässt aber schon durchblicken, dass er sich wünschen würde, noch etwas mehr vom Kuchen abzubekommen. Bis zu 30 Prozent seien bei Umlegungen eine Richtmarke.

Die Stadt will das Projekt über den Bebauungsplan „sauber abarbeiten“, so Kündiger. Deshalb ist für ihn offen, ob hier schon 2019 Bagger anrollen können. Mit der Bauaufsicht des Kreises ist das Vorhaben abgestimmt, die Gespräche mit der Denkmalbehörde laufen. Ein Lärmschutzgutachten ist vorgesehen. Kündiger macht deutlich, dass sich das Areal trotz früherer gewerblicher Nutzung für Wohnraum anbiete. Firmen spielen drumherum aber weiter eine wichtige Rolle – etwa der „Penny“-Supermarkt links davon und der „Schluckspecht“-Getränkemarkt rechts. Dessen Zukunft ist nach früheren Diskussionen am Standort erst einmal gesichert.

(wein)

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