Pflicht oder nicht? Masken in einer Schule in Dreieich sorgen für Diskussionen.
+
Pflicht oder nicht? Masken in einer Schule in Dreieich sorgen für Diskussionen.

Pandemie

Corona-Fall an der Eichendorffschule in Kelkheim-Münster

  • Frank Weiner
    vonFrank Weiner
    schließen

Eine Klasse ist in Quarantäne. Was heißt das nun für den Rest der Schule?

Münster -Der aufmerksame Lehrer bekomme ein Sonderlob, sagt Stefan Haid, Leiter der Eichendorffschule (EDS). Denn der habe im Dienstagmorgen mitbekommen, dass ein Schüler der Stufe 10 im Unterricht war, obwohl er in einem Risikogebiet, in Kroatien, im Urlaub gewesen sei und sein Corona-Testergebnis noch nicht vorliegen habe. So schickte der Kollege den Jugendlichen nach den ersten beiden Stunden nach Hause, wo der Schüler am Nachmittag Gewissheit bekam: Der Test ist positiv.

Es ist schon am zweiten Tag nach den Sommerferien der erste Corona-Fall an einer Schule im Main-Taunus-Kreis. Schulleiter Haid freut das natürlich nicht, und deshalb hat er sofort deutlich reagiert: An der EDS gilt nun auch im Unterricht die Maskenpflicht. Das sei eine klare Reaktion in Richtung Öffentlichkeit, betont Haid. Zudem aber auch ein Zeichen, um die Schule noch sicherer zu machen. "Das Gesundheitsamt hatte noch am Dienstagabend mit den beteiligten Kollegen, dem betroffenen Schüler und der Schulleitung Kontakt und hat beschlossen, dass die betroffene Klasse sich in Quarantäne begeben muss. Von einer weiteren Übertragung ist nicht auszugehen. Bitte bewahren wir die Ruhe. Wir haben mit der Maskenpflicht und den weiteren Maßnahmen unseres Hygieneplans an unserer Schule einen guten Ort des Lernens.", schrieb Haid noch Dienstagnacht auf der Homepage. Die Klasse werde nun zu Hause unterrichtet. Bis zum Ende der Quarantäne am 28. August soll auch die Maskenpflicht in den EDS-Räumen gelten, sagt Haid. In kleinen Pausen, zum Essen und Trinken dürfe sie selbstverständlich mal abgenommen werden.

Die Schule schaue sich alles genau an, tue viel, um Hygienepläne umzusetzen. Und habe mehrfach darüber informiert. "Wir versuchen alles Mögliche, aber es halten sich eben nicht alle an alles", bedauert Haid. Bei ersten Bedenken aus anderen Klassen in direkter Nachbarschaft habe er gestern aber beruhigen können.

"Der Schulbetrieb ist nicht gefährdet", teilt auch der Main-Taunus-Kreis mit. Er ruft angesichts steigender Infektionszahlen die Bürger "zu verantwortlichem Handeln" auf. Auch wenn der Schüler "nur" zwei Stunden in der Schule gewesen sei, "gelten seine Mitschüler als unmittelbare Kontaktpersonen und müssen daher vorsorglich in Quarantäne". Weitere Infektionen seien derzeit nicht bekannt. Das Gesundheitsamt des Kreises habe unverzüglich gehandelt, sei in Kontakt mit der Schule, den betroffenen Familien, sagt Kreisbeigeordnete Madlen Overdick. Es müsse alles dafür getan werden, "damit die Infektionszahlen niedrig bleiben".

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare