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Münster: „Schlämmer“ schrumpft um 34 Wohneinheiten

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Von: Frank Weiner

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Aktuell liegt zwar Schnee. Aber um dieses Areal an der Königsteiner Straße geht es. Es soll nun verändert bebaut werden.
Aktuell liegt zwar Schnee. Aber um dieses Areal an der Königsteiner Straße geht es. Es soll nun verändert bebaut werden. © wein

Stadt legt Konzept mit neuem Diskussions-Potenzial vor

Münster. Rund 125 Wohneinheiten entstehen, davon etwa 47 in Reihen-, Doppel- und Einzelhäusern, gut 63 als geförderte Projekte in Mehrfamilienhäusern auf voraussichtlich städtischen Grundstücken sowie etwa 15 in Mehrfamiliengebäuden auf privaten Flächen: Diese Verteilung des Wohnraums sieht das neue, jetzt von der Verwaltung überarbeitete Konzept für das Gebiet „Vor dem Schlämmer“ vor. Damit muss die Stadt in diesem vieldiskutierten Quartier schon ordentlich abspecken. Dem im ersten Konzept waren es laut Verwaltung rund 159 Wohneinheiten, davon etwa 39 in Reihen-, Doppel- und Einzelhäusern, 79 in Mehrfamilienhäusern auf städtischen, 41 auf privaten Grundstücken.

Am morgigen Dienstag, 24. Januar, wird das neue Papier im Bauausschuss (20 Uhr, Plenarsaal Rathaus) erstmals besprochen. Da es 34 Wohneinheiten weniger sein werden, wird es sicher noch einmal Diskussionen geben. Denn das Thema ist sehr umstritten. Die Verwaltung hatte den Plan verfolgt, mit allen Eigentümern städtebauliche Verträge abzuschließen und dann „Vor dem Schlämmer“ zu bebauen. Das wäre die Voraussetzung gewesen. Doch nicht alle machten mit, weshalb die Kommune in ein ordentliches Bebauungsplan-Verfahren eintreten wollte.

Die neue Koalition aus CDU, SPD und FDP machte dann den Vorschlag, noch eine kleine, nördlich angrenzende Fläche von rund 6300 Quadratmetern dazu zu nehmen. Damit sollten noch mehr bezahlbarer Wohnraum, aber auch ein neuer Kindergarten sowie ein Mehrgenerationen-Wohnhaus dort möglich sein. Das Areal liegt aber bereits im Bestand der Streuobstwiesen und jenseits des Weges, den einige Politiker und Naturschützer als Grenze sahen.

Keine Erweiterung nach Bürgerbegehren

Letztlich machten auch Bürger um den Münsterer Hans-Georg Sachs mobil und starteten ein Bürgerbegehren. 2233 Unterschriften waren dafür nötig, deutlich mehr - 3725 - wurden es. Das brachte die Koalition zum Nachdenken. Einen daraus resultierende Bürgerentscheid wollte die Politik nicht. Im Sommer 2022 beschloss das Parlament daher:

Auf den nach dem Umlegungsverfahren entfallenden Flächen für die Stadt soll entlang der Königsteiner Straße bezahlbarer und geförderter Wohnraum dreigeschossig entstehen. In zweiter Reihe sollen weitere Mehrfamilienhäuser (zweigeschossig mit Staffelgeschoss) entstehen.

Die Anzahl der Wohnungen in den städtischen Häusern muss minimal 30 Prozent der gesamten auf der Fläche zu realisierenden Einheiten betragen.

Reihenhäuser, Doppelhaushälften und freistehende Einfamilienhäuser sollen in zwei bis zweieinhalb Geschossen gebaut werden.

Das Büro „Planungsgruppe Darmstadt“ musste nun ein neues Konzept erstellen, da das alte Papier „in Teilen überholt“ war, wie die Verwaltung und auch Bürgermeister Albrecht Kündiger bedauern. Er nennt das ganze Verfahren eine „sehr ärgerliche Sache, wir könnten da jetzt schon bauen“. Einiges aus der damaligen Umlegung mit den vielen einzelnen Eigentümern könne die Stadt jetzt nicht mehr nutzen, einen Teil immerhin schon. „Aber eine Verzögerung ist da“, betont Kündiger, der nun aber in diesem Quartier nach vorne schauen will: „Ich schlage vor, dass wir hier überhaupt vorankommen.“

Das neue Konzept ging dann Anfang Januar ein. Die Verwaltung legt es nun vor und berichtet mit Blick auf den Beschluss der Politik: „Im Gegensatz zu dem alten Bebauungskonzept sind entlang der Königsteiner Straße nur noch dreigeschossige Mehrfamilienhäuser vorgesehen anstatt von Gebäuden mit drei Geschossen plus Staffelgeschoss. Die dahinterliegenden Mehrfamilienhäuser sind mit zwei Geschossen plus Staffelgeschoss vorgesehen.“ Da ansonsten nur Reihen-, Doppel- und Einzelhäuser in maximal zweigeschossiger Bauweise plus Staffelgeschoss zulässig seien, wurden die Mehrfamilienhäuser in dritter Reihe durch Doppelhäuser ersetzt. So ergibt sich dann das Minus bei den Wohneinheiten insgesamt.

Tiefgarage und Bäume auf dem Prüfstand

Vorne an der Königsteiner Straße seien weiterhin Tiefgaragen geplant, heißt es in der Vorlage. Die Stadt gibt aber zu bedenken: „Im Rahmen der Umsetzung ist zu prüfen, ob dies unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten noch realisierbar ist, ansonsten sind unter Reduzierung der im Konzept angedachten Baukörper oberirdische Stellplätze vorzusehen.“ Auch eine geplante Retentionsfläche zur Rückhaltung des Niederschlagwassers sowie Straßenbäume beim Parken im öffentlichen Raum müssten noch einmal neu diskutiert werden.

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