Der im Amt bestätigte Vorsitzende Peter Schreiber (rechts) ehrte die treuen Mitglieder der TSG Münster.
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Der im Amt bestätigte Vorsitzende Peter Schreiber (rechts) ehrte die treuen Mitglieder der TSG Münster.

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Münster: TSG mit Schwung aus der Talsohle heraus

  • Frank Weiner
    VonFrank Weiner
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Club hat in Corona-Zeit 140 Mitglieder verloren, seit Juli 40 Neulinge gewonnen.

Münster. 140 Mitglieder hat die TSG in ihrem Geschäftsjahr zwischen dem 1. Juli 2020 und dem 30. Juni 2021 verloren. Das klingt viel - mancher Club hat nicht einmal diese Mitgliederzahl. Doch für die TSG und ihren Vorsitzenden Peter Schreiber ist das kein Drama. Zwar ging es in Zahlen von 1950 auf 1810 hinab, doch in den vergangen drei Monaten seien rund 40 Neulinge hinzugekommen, berichtet Schreiber. Somit sieht er "die übliche Fluktuation". Mit einem Unterschied: In der Pandemie-Zeit seien zwar Mitglieder, die den Verein mehr als "Dienstleister" sehen, ausgetreten - aber eben wegen des gestoppten Sportangebots keine neuen Leute dazu gekommen.

Bei der Mitgliederversammlung war die Stimmung dennoch gut, denn der Verein steht bestens da, schaut positiv in die Zukunft und freut sich, dass die Mitglieder wieder die Angebote nutzen können. "Wir können momentan alles anbieten", berichtet Schreiber, der bei der Sitzung für weitere drei Jahre wiedergewählt wurde - ebenso wie Schriftführerin Anja Pleines. Bei der TSG ist es üblich, dass zwei der sechs Vorstandskollegen jedes Jahr zur Wahl stehen. So könne das Team nicht komplett wegbrechen, hebt Schreiber hervor. Er hat angekündigt, dass für ihn 2024 Schluss sein soll - und einen Nachfolger bereits im Blick. Dabei verweist der 67-Jährige auf einen Spruch in der TSG-Halle, wo es heißt: "Aus Tradition modern". Auch "das Alter des Vorsitzenden sollte dabei eine Rolle spielen", betont Schreiber.

Modern stellt sich der Verein in vielen Bereichen auf. So hat der Bau eines Sport- und Fitness-Bereiches im Keller der Clubanlage begonnen. Vor allem die Männer der 3. Handballmannschaft haben beim Abbau der alten Kegelbahnen angepackt. Bald sollen Handwerker anrücken, um daraus ein modernes Sportstudio zu machen. Neue Wege geht die TSG Münster zudem mit dem Aufbau des Reha-Sports. Kirsten Kircher von den Turnern führt hier Regie. Sie legte los, als Corona kam. Nun der zweite Anlauf im Frühjahr, eine Gruppe konnte laut Schreiber schon etabliert werden.

Auf die Gesundheit der Mitglieder achtet die TSG ohnehin. Corona und die Hygienekonzepte haben den Verein auf Trab gehalten. Jetzt wurde entschieden, dass die 3G-Regel im Verein gelten soll. "Wir schließen keine Leute aus", macht der Vorsitzende deutlich. Das gelte auch für das Vereinslokal. Kurz gab es die Überlegung, bei den Handballspielen 2G einzuführen, doch sei das nicht praktikabel, berichtet Schreiber.

Fastnacht in 2G?

Halle bis Ende 2021 zu

Bei den Fastnachts-Sitzungen könnte die Regel für Geimpfte und Genesene aber kommen. "Davor würden wir uns überhaupt nicht scheuen", sagt Schreiber. Gar keine Narretei wäre hier keine Alternative. Der Verein will die Lage hier nun beobachten. Wenig tun kann die TSG in Sachen Eichendorffhalle. Der Boden wird nach einem Wasserschaden erneuert, bis vermutlich Jahresende ist die Sportstätte wohl noch dicht. Schreiber hebt hervor, dass alle zusammengerückt seien in den anderen Hallen. Dass die TSG Münster den Zusammenhalt pflegt, ist jedes Jahr bei der Jahreshauptversammlung zu sehen. Denn dort werden die vielen Mitglieder geehrt, die dem Club zum Teil schon seit 60, 70, 75 und sogar 85 Jahren die Treue halten (Text unten).

Von 25 bis 85 Jahre Treue - die Geehrten

Seit 85 Jahren ist Else Mohr Mitglied bei der TSG Münster. Damit ist sie die herausragende Ehrung, die der Verein wegen der Pandemie für 2020 und 2021 vorgenommen hat. Noch zehn Jahre brauchen werden Helene Hornbacher und Gisela Müller, die beide 75 Jahre dabei sind. Leonhard Claas folgt mit sieben, Georg Sonnentag mit sechs Jahrzehnten. Bei den Ehrungen hob Vorsitzender Peter Schreiber einige Namen hervor. Darunter jenen "Geo" Sonnentag, der nicht nur in der Abteilung Karneval viel gemacht habe. Er sei rund um die Halle für die handwerklichen Dinge und die Hausmeistertätigkeiten zuständig. "Das ist ein richtiger Ehrenamtlicher, ohne einen Titel zu haben", so Schreiber. Ähnliches gilt für Stefan Herr, der bei den Handballern für viele Dinge da sei. Auf andere Weise hat sich Günter Horn mit seinem Münsterer Unternehmen als wichtigster Unterstützer der Clubs verdient gemacht. Ohne ihn wäre der Handball nie so erfolgreich geworden, sagt Schreiber.

Die weiteren Geehrten: Julian und Marc Kunz, Annette Vankov, Angela-Maria, Daniel und Konstantin Will, Cornelia und Marc Zelser, Marita und Lutz Groot Bramel, Clarissa Groth, Klaus-Peter Hahn, Elena Horn, Margot Koch, Harald Lipp, Karla Mildner, Anke, Tim und Nico Schreiber (alle 25 Jahre) Jörg Christmann, Christoph Grimm, Ingrid Müller, Guido Gübitz, Gertraud Heim, Waltraud und Stefan Herr, Karl-Heinz Jacob, Stefan Kunisch , Rudolf Kümmel, Andrea Sehr, Marlene Zelser (40), Günter Horn, Bernd Hornbacher, Ursula Semler, Maria Herrmann, Sebastian Mohr, Hans Jacob Steyer (50). wein

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