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Ein nostalgischer Hut in einer Ausstellungsvitrine im Museum für Möbelhandwerk und Stadtgeschichte.

Museumsverein

Das neue Kulturzentrum soll mit Leben gefüllt werden

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Nach dem Bürgerentscheid kann das Museum für Möbelhandwerk und Stadtgeschichte ins ehemalige Pfarrzentrum an der Feldbergstraße umziehen. Die Pläne zur Umsetzung des Projekts sind eine Herausforderung für den Museumsverein.

Für den Museumsverein wird gerade das Jahr 2019 so ein bisschen die Quadratur des Kreises. Denn die Gruppe mit den 233 Mitgliedern muss nicht nur ihr laufendes Programm mit vielen Terminen und einigen hochkarätigen Ausstellungen stemmen (siehe Infobox), sie plant auch gleichzeitig ihr großes Herzensprojekt: Nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid kann das Kelkheimer Museum für Möbelhandwerk und Stadtgeschichte ins ehemalige Pfarrzentrum an der Feldbergstraße umziehen. Um dieses nicht gerade kleine Haus als Kulturzentrum mit Leben zu füllen, kommt da eine Menge Arbeit auf die Ehrenamtler zu.

„Wir haben einiges tun“, sagt Vorsitzender Jürgen Moog und zählt eine Reihe von Projekten und Aufgaben auf. Diese geht der Club in bester Stimmung an: „Wir haben eine gute Perspektive. Wir haben die die Chance, dieses Mitmach-Museum zu machen.“ Vor einem Jahr sah es nicht danach aus. Per Beschluss im Parlament wollten UKW und FDP das alte Pfarrzentrum abreißen lassen. Das Museum sollte am bisherigen Standort an der Frankfurter Straße bleiben, den der Verein für viel zu beengt hält.

Brandschutz

Selbst dort hat die Gruppe um Moog aber neben dem Programm noch Aufgaben zu bewältigen. So sei die alte Beleuchtung nicht mehr voll funktionstüchtig, einige Lampen schon ausgefallen, berichtet der Vorsitzende. Ein neues System mit LEDs soll für 15 000 Euro her – allerdings so, dass es später im neuen Museum eingebaut werden kann. Zudem seien beim Brandschutz noch einige Aufgaben zu erledigen, weiß Moog. Und zur Jahreshauptversammlung am 20. Februar steht eine Satzungsänderung in Sachen Datenschutz an. Das Vorstandsteam mit Moog, seiner Stellvertreterin Andrea Hillebrecht-Schulte und Schatzmeisterin Edelgard Kleemann will weitermachen.

Das schien im Vorjahr nicht so. Nach dem drohenden Aus für den Museumsumzug kündigten Moog und sein Vorgänger Rüdiger Kraatz ihren Abschied an. Dieses Vorhaben machten sie nach dem Bürgerentscheid wieder rückgängig und sind nun voller Tatendrang. Sehr positiv bewertet Moog zum Beispiel das erste Treffen mit Bürgermeister Albrecht Kündiger und allen anderen Protagonisten bei diesem Projekt. Für den Verein ist es der Startschuss für weitere Aktivitäten. Auf der Grundlage der bisherigen Sanierungspläne, die maximal 1,2 Millionen Euro kosten sollen, will er sich mit dem Kulturreferat um die Einrichtung des neuen Zentrums kümmern. Ein Museumsdesigner wird eingebunden.

Mitmachangebote

Grundlage ist das bereits erstellte Einrichtungskonzept, bei dem keine großen Veränderungen geplant sind. Herzstück sollen Mitmachangebote sein. Deshalb müssen bei diesen Plänen alle möglichen Nutzer eingebunden werden, weiß Moog: von der Volkshochschule über die Kulturgemeinde Kelkheim bis zu Schulen, Kindergärten und Schreinereien. Die historischen Stücke und Geschichten mit modernen Medientechniken verknüpfen – das wird eine der Herausforderung, wie Moog betont. Doch auch hier sieht er Luft: Denn sicherlich werden nicht alle rund zwölf Medienstationen auf einmal installiert – so kann das Museum nach und nach eingerichtet werden.

Schließlich ist alles auch eine finanzielle Frage. Sponsoren für die Medien oder Paten für einen Raum werden natürlich gesucht. Die Stadt muss nun Zuschüsse für die Sanierung beantragen, der Verein kann sich um die Gelder beim Hessischen Museumsverband bemühen. Jeweils 100 000 Euro über bis zu vier Jahre erhofft sich Moog da durchaus – beginnend nach der Sanierung dann wohl 2020. In spätestens drei Jahren wünscht sich der Vorsitzende den Umzug.

Unterstützung erhält der Museumsverein von der Bürgerinitiative Kelkheim, die den Entscheid angezettelt und zu einem erfolgreichen Ende geführt hat. Aus diesem Kreise gebe es nun schon erste Zusagen für die Museumsaufsicht oder gar Führungen, freut er sich.

Denn das neue, deutlich größere Haus soll weiterhin ehrenamtlich geführt werden. Bei den Öffnungszeiten – bisher nur mittwochs und sonntags von 15 bis 18 Uhr (bei Ausstellungen auch freitags, 15 bis 18 Uhr) – ist laut Moog einiges möglich. Er zum Beispiel könnte sich gut ein Museumscafé und Wechselausstellungen vorstellen – daran könnten die Zeiten angepasst werden.

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