Früher fertig als geplant

Die neue Optik der alten Straße in Kelkheim

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Rund 1,1 Millionen Euro hat die Umgestaltung der Hauptstraße gekostet. Die Stadt muss nur etwa ein Drittel tragen. Doch es gibt noch ein paar Baustellen.

Den Stadtführer gibt Bürgermeister Albrecht Kündiger gerne. Schließlich ist er hier groß geworden. Dieses Wissen hat er jetzt an der Hauptstraße genutzt. Denn die alte, ehemals deutlich belebtere Straße ist neu gestaltet und am Montag von der Stadt mit Schildern versehen worden. Kündiger zeigt mit etwas Wehmut die ehemalige Bücherei, ein altes Kiosk, das Alte Rathaus und die Ex-Kneipe „Eledil“.

An der Kreuzung zum Mittelweg, auf der ebenfalls das Betonpflaster mit Naturstein-Optik verlegt wurde, hilft Ordnungsamtsleiter Torsten Kleipa den Kollegen vom Bauhof, die Schilder für den verkehrsberuhigten Bereich anzubringen. Denn das ist die Hauptstraße nun, hier gilt Schrittgeschwindigkeit, Autos, Fahrräder und Fußgänger sind gleichberechtigt. Das war das Ergebnis von Bürgertreffs. Die Anwohner waren zudem dafür, dass die Strecke Einbahnstraße bleibt. Laut Kündiger und Kleipa wäre Begegnungsverkehr möglich gewesen, doch die Verwaltung entschied sich nach dem Votum der Bürger dagegen. Erlaubt ist es aber für Radler, gegen die Einbahnstraße zu fahren.

Wichtig war den Geschäftsleuten und Nachbarn, dass ausreichend Parkplätze erhalten blieben. Das ist geschehen. Vor der Stadtkapelle montieren die Bauhof-Mitarbeiter noch das Schild für den Behindertenparkplatz, auf dem Platz mit Blumenesche und LED-Leuchte sind drei weitere Stellflächen markiert. Es gilt weiter die Parkscheibenregelung, eine Stunde montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr sowie samstags von 7 bis 14 Uhr.

Ein „schönes Ambiente“ erhofft sich Kündiger auch an der Kreuzung zum Mittelweg. Dort sind die Abfallcontainer verschwunden, eine Ecke soll etwas gestaltet werden. Da die Kreuzung stark befahren ist, beginnt der verkehrsberuhigte Bereich hier mit einer leichten Bodenschwelle. In Zahlen zieht die Stadt eine sehr positive Bilanz. Laut Kündiger war die Straße vier Monate früher fertig als geplant, so geht ein Lob an die Firma Hebau und die Planer vom Büro PI Plus. 2800 Quadratmeter Pflaster wurden verlegt, zudem etwa 400 Meter Hauptwasserleitung. Einige Kanal-Hausanschlüsse sind neu, ebenso die Gasleitung. Die Beleuchtung wurde auf LED umgestellt. Allein die Straße schlug mit 720 000 Euro zu Buche, die Wasserleitung mit 160 000, die Hausanschlüsse mit 195 000 und die Beleuchtung mit 21 000 Euro. Da die Hauptstraße im Gebiet für die Stadtkernsanierung liegt, zahlen Land und Bund je ein Drittel. Das ist auch ein Grund, weshalb der Teil zwischen der Frankenallee und der Einfahrt zur Tiefgarage nicht eingebunden wurde – es liegt nicht im Sanierungsgebiet. Zudem ist hier Begegnungsverkehr Pflicht.

Die neue Straße, mit Querriegeln für die Festigkeit, sei bei den Bürgern gut angekommen, weiß Kündiger. Selbst das andere Kopfsteinpflaster an Häusern als Lückenfüller sei nach Kritik kein Reizthema mehr. „Die Ausführung ist gut gelungen. Mit dem neuen Straßenbelag wird deutlich sichtbar, dass hier über viele Jahre die Hauptstraße im Rahmen des Städtebauförderprogramms mit der Sanierung der Wohnhäuser und der Gehöfte eine Aufwertung erfahren hat.“

Und doch gibt es noch Baustellen, so „Stadtführer“ Kündiger. Gleich zu Beginn steht ein heruntergekommenes Haus als schlechte Visitenkarte. Es sei früher Scheune und Wohnhaus in einem Gebäude gewesen und daher für den Denkmalschutz von Wert. Das mache aber eine Sanierung schwerer. Am Ende des Abschnitts steht das Ex-Kultlokal „Eledil“. Kündiger hätte hier gerne wieder eine Eck-Kneipe gesehen, doch die Eigentümer haben sich für Wohnraum entschieden und eine Tiefgarage beantragt. Daher werde es im hinteren Teil noch mal Buddeleien geben. Eine Dauerbaustelle ist laut Bauamtsleiter Patrick Büttner die angrenzende Bahnstraße mit ihrem mit der 80er-Jahre verlegten Kopfsteinpflaster. Hier seien die Steine nicht fest genug und zerbrechen an mehreren stellen. Die Stadt bessert das immer wieder aus. „Früher oder später werden wir komplett ran müssen“, weiß Büttner. Auf dem neuen Platz zwischen Stadtkapelle und Altem Rathaus soll es ein kleines Einweihungsfest der Hauptstraße geben. Es ist für Dienstag, 4. September, ab 17 Uhr geplant.

(wein)

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