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Der Weg in den Sindlinger Wiesen soll ausgebaut werden.

Für mehr als 800.000 Euro

Radverkehr: Kelkheim baut drei Abschnitte zu ganzjährig nutzbaren Strecken aus

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Die Politik hat ein Signal für Freunde des Drahtesels gesetzt – nicht nur zur Freude der CDU.

Nach den Abstellplätzen und Boxen an den Bahnhöfen werden nun auch drei Radwege so ausgebaut, dass sie im ganzen Jahr genutzt werden können. Im Verkehrsausschuss gab es zuletzt eine Mehrheit für diese Projekte, die Kelkheim mehr als 800 000 Euro bei Zuschüssen von 450 000 Euro kosten würden. Zwei Vorhaben sieht die CDU kritisch und stimmte dagegen.

Vor allem der Weg durch den Park „Sindlinger Wiesen“ ist für die Union ein Problem. Stephan Laubereau sieht „erhebliche Konfliktpotenziale“, wenn Radler auf einem schnelleren Weg auf Fußgänger, Kinder der benachbarten Grundschule und Hundebesitzer treffen. Zudem sei der Parkcharakter dahin. Deshalb schlug er vor, die schnellen Radfahrer doch über die Breslauer Straße umzuleiten.

Loch- und Pfützen-Piste

Das aber wiederum führe zu anderen Problemen, so Stadt und UKW. Deren Vertreter Sebastian Borst sieht die „Sindlinger Wiesen“ als alternativlos: „Der kürzeste Weg wird immer bevorzugt.“ Die Frankfurter Straße sei zudem zu stark befahren, die Breslauer Straße wegen der vielen Parkbuchten zu eng. Zudem sei das Förderprogramm ein „Lottogewinn“. Da der Weg durch den Park die offizielle Strecke sei, könnten bei Alternativen Zuschüsse wegfallen, so Bürgermeister Albrecht Kündiger (UKW). Er hält es für weniger gut, das Radfahren in den „Sindlinger Wiesen“ zu verbieten. Der Weg durch den Park sei im Winter oft voller Pfützen, das Radeln kein Vergnügen. Mit einem befestigten Untergrund – das kann Asphalt oder auch Pflaster sein – wäre die Strecke das ganz Jahr über vernünftig befahrbar. Und im Winter sieht Ordnungsamtsleiter Torsten Kleipa hier ohnehin deutlich weniger Konfliktpotenzial.

In einer Vorlage erklärt er, dass es diese Fördermöglichkeiten des Landes für ganzjährig nutzbare Radwege gibt. In den „Sindlinger Wiesen“ ist der Zustand vielen Kelkheimern schon lange ein Dorn im Auge. Die Stadt hatte sich mit Maßnahmen aber zurückgehalten, weil sie fürchtete, Gelder der damaligen Renaturierung zurückzahlen zu müssen. Hier ist die Bindung abgelaufen, das Regierungspräsidium sieht keine Hürden. Somit hat die Stadt den Startschuss gegeben, will 1100 Meter samt der Querverbindungen ausbauen und kalkuliert dafür mit 530 000 Euro. Da der Weg wegen der vielen Nutzer breiter als 2,50 Meter bleiben soll, gehen zwar Förderkosten verloren. Der Zuschuss liegt noch bei 280 000 Euro.

Das zweite Projekt ist der Radweg von Fischbach nach Ruppertshain. Hier wurde der Ausbau einstimmig beschlossen. Auf 1300 Metern und einer Breite von 3 Metern wegen des land- und forstwirtschaftlichen Verkehrs rechnet die Stadt mit Kosten von 185 000 und Zuschüssen von 100 000 Euro. Durch die modernen E-Bikes seien die Steigungen dieser Strecke kein Thema mehr. 2017 wurde bereits ein Waldweg zwischen Ruppertshain und Eppenhain speziell für Radfahrer befestigt. Nun ist also der Abschnitt durch das Krebsbachtal dran. Die Strecke ist geschottert und soll ausgebaut werden. Ein kleines Stück, das im Naturschutzgebiet liegt, soll beim Umbau aber ausgespart werden. Projekt Nummer drei sah die CDU wieder kritisch. Sie könne den Nutzen nicht erkennen, den Weg vom Schwimmbad bis hoch zur Waldgaststätte „Gundelhard“ auf fast 700 Metern auszubauen. Die Stadt wiederum verweist auf die Bedeutung des Abschnittes als Radfernweg R 8, was eine besondere Förderung verspricht. Zudem sei der Weg in einem schlechten Zustand, das feine Material sei in den Fahrspuren aufgespült, der grobe Schotter liege frei. Ausgespülte Querrinnen seien zudem eine Unfallgefahr. Die Stadt muss die Zuschussanträge nach einem wahrscheinlichen positiven Votum des Parlaments bis Ende März 2019 gestellt haben. Der Ausbau soll dann 2020 erfolgen.

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