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Der Frühling ließ sich beim Fischbacher Fastnachtsumzug dann doch blicken ? und zwar in Gestalt der FCV-Golden Girls, die als ? Blütenzauber ? daherkamen und Karnevals-Flair á la Rio verbreiteten.

Umzug

Trotz des orkanartigen Sturms geht der Umzug des FCV reibungslos über die Bühne

Die Fischbacher lassen sich die Laune nicht verregnen. Zum 50-sten Rosenmontagszug säumten die Narren in dicken Fell-Overalls als Krümelmonster, Einhorn oder Elefant den Straßenrand. Der närrische Lindwurm schlängelte sich mit sturmfesten Wagen durch die Gassen.

Sturm, Regen und dicke Wolken. Bereits Ende letzter Woche waren die Wetteraussichten für den diesjährigen Rosenmontag alles andere als rosig. Doch Fischbach und seine Anwohner lassen sich von Gott Jokus, auch wenn er mal muckt und Wind und Wasser vom Himmel schickt nicht die Laune vermasseln.

68 Umzugswagen und Fußgruppen bestaunten die rund 10 000 Narren vom Straßenrand. Aufgrund der starken Windböen hatten manche Teilnehmer in letzter Minute noch sturmfeste Vorkehrungen getroffen. Absagen und zu Hause bleiben kommt bei den Narren nicht in die Tüte. Die Carneval Freunde Usinger Land stopften ihr Wurfwerk kurzerhand in den Morgenstunden in den Kofferraum ihres Kombis und auf die Rückbank. „Eigentlich wollten wir mit unserem Walt-Disney-Wagen hierherkommen, doch das ist einfach zu gefährlich“, erklärte eine dennoch gut gelaunte Daisy Duck. „Das verteilen wir nun eben zu Fuß und mit diesem Traktor“, ergänzte Partner Donald. Der Wagen, ein zuckerwattenrosafarbenes Cinderella-Schloss hätte mit vier Metern Höhe gegen den Wind schlechte Chancen gehabt, so die Einsicht der Carneval Freunde. Die Kinder am Straßenrand bestaunten ihre Idole Schneewittchen, Peter Pan, Ariane und Tinkerbell aus nächster Nähe.

Ideenreich und mit 70 Leuten am Start waren die Sportler der TSG Münster. „Darunter sind sogar fünf baldige Mamas mit kleinen Nachwuchsnarren im Bauch“, so die frohe Kunde des TSG. Mit dem Schlachtruf „Helau und Alaaf, Frau und Mann – Gegensätze ziehen sich an“, zogen sie durch die Gassen und hatten genügend Kekse, Kaubonbons und sogar Kreppel dabei.

Boyband im Gepäck

Besonders schön anzusehen: Die Tanzmariechen des FCV. Vier Tanzgarden waren am Start. Mit Puscheln, Taft und Tüll ließen sie sich die Kälte genauso wenig anmerken wie die Funkenmariechen des Karnevalverein Schlossborn. Diese warben schon einmal für ihren „nur alle fünf Jahre stattfindenden Fastnachtszug am 22. Februar nächsten Jahres“.

Einige Meter dahinter reihte sich die Katholische Frauengemeinschaft mit ihrem Motto „Eine Kirche mit zwei Bergen“ ein. Die Damen hatten zur Verstärkung die Newcomer-Boyband „Flying Fishies“ dabei. Die Jungs hatten ihre Piraten-Bühnenkostüme durch mollig warme Eisschutzfolien ersetzt. In den umfunktionierten Folien hatten es die Jungs schön warm und sahen der Blechbüchsenarmee der Augsburger Puppenkiste zum Verwechseln ähnlich.

Die Fischbacher Kerbeborsch waren wie auch die Ruppsch-/Bremthaler Faschingsfreunde dem 90er-Jahre-Fieber verfallen. Mit neonfarbenen Trainingsanzügen und spritzigen Nena-Hits versprühten sie gute Laune. Ideenreich und voller stolz präsentierte sich auch der SV Fischbach. Die Mannen der Abteilung Fußball hatten große Plüschfußbälle übergezogen. „Wir schwimmen gerade auf einer Erfolgswelle“, so Andreas Schweinsberg, erster Vorsitzender der Abteilung Fußball über die Herren der ersten Mannschaft. Bereits im letzten Jahr aufgestiegen, ist man derzeitiger Spitzenreiter in der Kreisliga C Main Taunus.

Die private Fußgruppe „Kobolde“ bestand aus 25 bunten Zipfelmützen mit Leiterwagen und passendem Schlachtruf: „Ein Kobold kommt nicht gern allein. Drum fallen wir in Scharen ein!“

Der muntere Zipfelmützen-Clan, dessen jüngstes Mitglied gerade mal sechs Monate alt war, unterhielten die Narren am Straßenrand mit frohem Helau. Wurfwerk gab es reichlich. Allein die Carneval Freunde Usinger Land brachten mit 7 000 Tütchen Popcorn, 1 200 Kekspackungen und Bonbons unter die Narren. Auch der Elferrat des FCV, der Komiteewagen des Hornauer AKK und die Gusbacher Narren warfen reichlich Süßes in die Menge. Mit bester Laune und viel Helau trotzte man der Nässe und dem Wind. Rosenmontag ist schließlich nur einmal im Jahr.

von ESTHER FUCHS

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