Runde Sache: Peymanis drittes Klodeckel-Buch

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Mit der Politikerschelte in gedruckter Form soll für den Vorsitzenden der FDP vorerst aber Schluss sein.

Das, was an Ramin Peymanis neuem Buch zuerst ins Auge springt, ist die ungewöhnliche Umschlaggestaltung: Quietschbunte Schafe in den Farben Schwarz, Rot und Gold. „Das Bild passt zum Spruch, den ich vorne in mein Buch geschrieben habe“, erklärt Peymani. „Er stammt von Albert Einstein und handelt davon, dass wir Deutschen sehr obrigkeitstreu sind.“

Ein bisschen ärgert das Peymani, doch er empfindet genau diese Gleichströmigkeit als Anreiz zum Gespräch und zur Provokation. Seit 2009 schreibt er auf seinem Klodeckel-Blog über Verfehlungen von Politikern, Unternehmen und Gruppen. Den in seinen Augen ärgsten Fehltritt zeichnet er jeden Sonntag um 14.30 Uhr mit dem „Klodeckel des Tages“ aus.

Im Lauf der Jahre ist seine Leserschaft kontinuierlich gewachsen; mittlerweile sind rund 5000 Besucher dabei, wenn er sich den Ego-Tripp von Familienministerin Manuela Schwesig wundert, die journalistische Gier anprangert oder Geschlechterkämpfe kommentiert. 2012 hat er angefangen, seine kurzen, pointierten Artikel auch als Bücher herauszugeben: Gerade ist Peymanis drittes Buch erschienen – das Letzte einer Trilogie, wie er selbst sagt. Nach „Klodeckel 2012“ und „Die Klodeckel-Chronik“ (2013) legt er nun die „Endstation Klodeckel“ vor. Es sei kein klassisch politisches Buch, betont Peymani, seit einem Jahr Vorsitzender der Kelkheimer FDP. Und erst recht keins, das nur der liberalen Partei nach dem Mund spricht. „Ich möchte mich nicht in eine Schublade stecken lassen“, sagt der Kelkheimer. „Manche Beiträge sind konservativ, manche klassisch liberal, andere gegen Fremdenhass und Homophobie können vielleicht eher einer linken Haltung zugeordnet werden.“

Erneut hat sich Peymani für einen Selbstverlag entschieden. Dabei hätten auch andere Druckhäuser ihm eine Veröffentlichung angeboten, sagt er. Doch der 46-Jährige wollte Mitspracherecht bei der Preisgestaltung und beim Vertrieb. Beeindruckend: Obwohl das Buch erst Anfang Februar auf den Markt gekommen ist, hat er in den ersten Tagen bereits über 100 Exemplare verkauft. Und auch in den Buchhandlungen Herr und Papst ist seine „Endstation Klodeckel“ erhältlich. Aktuell ist Peymani dabei, eine Lesung in Kelkheim zu planen. Bald will er auch sein nächstes Schreibprojekt in Angriff nehmen: einen utopischen und gesellschaftskritischen Roman.

„Endstation Klodeckel – Sind wir wirklich noch zu retten?“ (ISBN 978-3-7347-4743-4) kostet 6,95 Euro und kann im Buchladen bestellt werden.

(aze)

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