Auf der Kelkheimer Künstlerweise wurde ein weiteres Kunstwerk enthüllt. Eine 2,50 Meter hohe Stele zeigt prägnante Sehenswürdigkeiten der Stadt und gibt Einblicke in die Historie unter dem Motto "Verortung". Gefertigt wurde die Stele von Künstlerinnen des Künstlerkreises.
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Auf der Kelkheimer Künstlerweise wurde ein weiteres Kunstwerk enthüllt. Eine 2,50 Meter hohe Stele zeigt prägnante Sehenswürdigkeiten der Stadt und gibt Einblicke in die Historie unter dem Motto "Verortung". Gefertigt wurde die Stele von Künstlerinnen des Künstlerkreises.

Künstlerkreis Kelkheim

Stadtgeschichte wird zum Erlebnis

  • vonEsther Fuchs
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Künstlerkreis "schenkt" der Stadt zu seinem Geburtstag eine Heimat-Stele für ihre Freiluft-Galerie

Kelkheim -Die Stadtgeschichte in Wort und Bild können die Bürger seit Sonntag auf der "Künstlerwiese" am Gagernring nachvollziehen. In einer der Freiluft-Galerien des Main-Taunus-Kreises weihten Künstler des Künstlerkreises im Rahmen ihres 30. Vereinsgeburtstages eine Stele zum Thema "Heimat und Verortung" ein. Die 2,50 Meter hohe und 80 Zentimeter breite Säule gesellt sich zu anderen Skulpturen auf der Wiese.

Es waren bisher immer Arbeiten einzelner Künstler, die diese Open-Air-Galerie Kelkheims zu einem Blickfang in prominenter Lage machten. Aber nun sind es im Jubiläumsjahr des Künstlerkreises gleich neun Frauen, die sich gemeinsam mit der Geschichte Kelkheims und persönlichen Erinnerungen an den Heimatort auseinandersetzen. Bürgermeister Albrecht Kündiger spricht von einem "absoluten Gewinn für unsere Stadt." Die Stele sei für ihn das, "was ich unter Kunst verstehe". Vielschichtig, kreativ und innovativ komme das neue Kunstwerk daher, das im Rahmen einer kleinen, unter strengen Hygienevorschriften vollzogenen Feierstunde, enthüllt wurde.

Erkundung der eigenen Verortung

Kreisbeigeordneter Johannes Baron übermittelte die Grüße des Landrats Michael Cyriax, der die finanzielle Bezuschussung des aus einer Diskussion mit dem Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main zum Thema "Erzählung. Macht. Identität." entstandenen Kunstobjekts, vorantrieb. Karin Wolff, Geschäftsführerin des Kulturfonds, empfindet die Stele zum Thema "Heimat und Verortung" als einen gelungenen Beitrag zur Steigerung des Identitätsgefühls aller Bürger mit der Stadt. Der Anblick des zweiseitig gestalteten Kunstobjekts ermögliche den Dialog als Prozess zur Erkundung der eigenen Verortung. Genaue Angaben über die Kosten im leicht fünfstelligen Bereich kann der Verein noch nicht machen.

Neun Frauen gestalten 24 Keramikplatten

Die Stele trifft auch den Geschmack von Kulturreferentin Beate Matuschek. Unter der Projektleitung von Christa Steinmetz, Marlies Pufahl und Barbara Heier-Rainer, entstanden 24 Keramikplatten mit farbigen Engoben und Glasuren. Matuschek lobt die Botschaften in Wort und Bild, "die zu einem Streifzug durch die Gemarkung Kelkheims, die hier farbig umrissen ist, anregen". Die Stele sei Infotafel und Kunstwerk zugleich. Auf der einen Seite thematisierten Worte die Geschichte der Stadt, die erstmals 880 nach Christus unter dem Namen "Kadelcampf" erwähnt wurde. Auf der anderen Seite führten Bilder durch individuelle Heimaterlebnisse der Künstlerinnen.

Der Hof Gimbach, an dem einst das erste christliche Zeugnis im Main-Taunus-Kreis, der Roteldisstein aus dem sechsten Jahrhundert, gefunden wurde, findet in Worten Erwähnung. Eine Hobelbank verweise im Bild auf Kelkheim als Stadt der Möbel, so Matuschek. Den historischen Streifzug vervollständigen Informationen zu August Gasser, der Eppenhain die Anerkennung zum Luftkurort brachte. Symbole und Worte berücksichtigen Hornaus Alte Kirche, deren Entstehung bis ins 15. Jahrhundert zurückgeht, und die Freiherren von Gagern. Die in der Historie oft aufgrund ihrer Frömmigkeit und des katholischen Glaubens als "Herrgottspetzer" bezeichneten Münsterer, finden Erwähnung auf dem Kunstobjekt. Hinweise auf die Historie des Rettershofs und das Kloster Kelkheims sind als prägnante Blickpunkte verarbeitet. Der Zauberberg, aber auch die jahrzehntelange Verbundenheit zu den Partnerstädten in England (High Wycombe) und Frankreich (Saint-Fons) wurden von den Künstlerinnen in ihrer Arbeit implementiert. Sibylle Möller, Christina Eretier, Marlies Pufahl, Christa Steinmetz, Doris Brunner, Heike Wichmann-Hopp, Lara Mouvee, Barbara Heier-Rainer und Sigrid Schauer ist eine stimmige Leistung zum runden Geburtstag des Künstlerkreises gelungen.

Fliesenlegermeister als Ratgeber

Damit das Kunstobjekt im öffentlichen Raum dauerhaft haltbar ist, zogen die Künstlerinnen Michael Schilling als Ratgeber hinzu. Der Kelkheimer Fliesenlegermeister gab seine Fachkenntnisse gerne weiter. In der Werkstatt von Steinmetz fertigten sie Tonkacheln im Format 30 auf 30 Zentimeter. "Sie mussten zweimal gebrannt werden. Einmal vor dem Farbauftrag und dann noch einmal danach", erläutert Steinmetz. Dann wurde sie auf der Beton-Stele befestigt. Die Arbeit sei aufwendig und anspruchsvoll gewesen, erinnert sich Pufahl. Die positiven Stimmen während der Enthüllung belohnen für die mehrmonatige intensive Arbeit, die auch Utz Schoris, Vorsitzender des Künstlerkreises, sehr wertschätzt. Esther fuchs

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