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Startschuss für Parkhaus-Sanierung in Kelkheim

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Von: Frank Weiner

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Alles neu auf dem ?Schlachtfeld? ? so soll es bis zum Sommer im Parkhaus an der Breslauer Straße werden.
Alles neu auf dem ?Schlachtfeld? ? so soll es bis zum Sommer im Parkhaus an der Breslauer Straße werden. © Knapp

Nach dem Brand in der Silvesternacht vor einem Jahr können die Sanierungsarbeiten nun losgehen. Zwei Böden werden komplett herausgenommen.

„Die Autos mussten all dort raus. Haben auf einmal gar kein zu Haus. Das wird noch lang so weiter gehen, wo solle all die Autos stehn?“ Das reimte Sebastian Hahn am Samstagabend in seiner Büttenrede gemeinsam mit Stefan Mohr bei der Fastnachtssitzung der TSG Münster. Und erinnerte so an den Brand des Parkhauses an der Breslauer Straße an Silvester vor einem Jahr. „Dort brennt dann nachts – nur hin und wieder, ein Parkhaus völlig nieder“, hieß es weiter.

Turm-Vergleich

Was das blödelnde Duo da noch nicht wusste: Die Autos haben in absehbarer Zeit doch wieder ein „Zuhause“. In der Sitzung des Bauausschusses am Dienstagabend verkündete Bürgermeister Albrecht Kündiger, dass die Versicherung grünes Licht für die Sanierung des mehrstöckigen Gebäudes gegeben habe. Somit haben mehrmonatige Gespräche und Prüfungen ein Ende. „Wenn man selbst einen Turm hat, der abgebrannt ist, dann weiß man, dass man lange auf eine Versicherung warten muss“, sagte er und spielte damit auf das Feuer auf dem Atzelbergturm in Eppenhain in Sommer 2017 an. Auch hier ist die Versicherungsfrage noch nicht abschließend geklärt. Dass es an der Breslauer Straße nun losgeht, freut den Bürgermeister indes. Die Stadt sei dort zwar nicht betroffen. „Wir haben aber ein großes Interesse daran, das dort wieder Parkflächen entstehen.“ Denn der Parkdruck in dem Wohnquartier am Rande der Stadtmitte sei schon sehr hoch.

„Es geht jetzt los, endlich“, fällt auch Stefan Herr von der zuständigen Immobilienverwaltung Main-Taunus ein Stein vom Herzen. Die Freigabe sei die, die Eigentümer per Rundschreiben informiert. Nun würden die Arbeiten über den Gutachter vergeben. Herr rechnet damit, das alles schon recht zügig ablaufen kann. Vor den Sommerferien Ende Juni werde das wohl fertig sein, möglicherweise schon etwas früher. Der Verwalter der insgesamt über 160 Garagen und Stellplätze ist froh, dass die Eigentümer und Mieter sich insgesamt „so verständnisvoll“ gezeigt hätten. Zwar habe es immer mal wieder Nachfragen gegeben, doch rechtliche Schritte wurden keine eingeleitet. Es müsse schließlich jeder mit der Situation leben – auch die Hausverwaltung, die in diesem Fall oft zwischen den Stühlen saß.

Wie das Kreisblatt damals bei einem Rundgang live miterlebt hat, kam für einige Autos und Motorräder jede „Rettung“ zu spät. Von ihnen standen nach dem Brand zum Teil nur noch Gerippe herum. Andere Eigentümer wiederum hatten Glück im Unglück, ihre Wagen in abgemauerten Garagen waren „nur“ von einer Rußschicht bedeckt. Wie hoch der Gesamtschaden ist, lässt sich aufgrund der vielen Einzelfälle nur schwer ermitteln. Die Sanierungskosten für das Gebäude beziffert Herr auf rund eine halbe Million Euro. Allein für die Arbeiten der Rohbaufirma seien rund 280 000 Euro veranschlagt.

Die Statik spielt mit

Auch wenn das Parkhaus in die Jahre gekommen ist, haben sich die Verantwortlichen letztlich gegen einen Neubau und für eine Sanierung entschieden. Das ist allerdings laut Herr schon aufwendig genug. Denn die Böden der beiden betroffenen Stockwerke müssen abgestützt, dann komplett herausgenommen und neu angelegt werden. Hinzu kommen die neuen Stellplätze. Das sei zwar umfangreich, von der Statik her aber machbar. Auch der Brandschutz habe trotz des älteren Gebäude grünes Licht für diese Maßnahmen gegeben, berichtet der Hausverwalter. Auch hier liegt ein Grund für den langen Vorlauf, denn die neue Baugenehmigung beim Kreis habe allein drei Monate gedauert.

Wenn nicht noch Überraschungen auftauchen, können die Eigentümer und Mieter im Sommer ihre Autos hier wieder einstellen. Genaue Termine habe die Hausverwaltung in diesem einen Jahr nie genannt, betont Herr. Aus guten Gründen, wie sich jetzt zeigt. Auch er ist erleichtert, dass der Parkdruck in dem Viertel dann wieder sinken wird.

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