Die Farben sind aufeinander abgestimmt: Michèle Villard-Brand aus Bad Soden stellt erstmals mit dem Kunstforum aus.
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Die Farben sind aufeinander abgestimmt: Michèle Villard-Brand aus Bad Soden stellt erstmals mit dem Kunstforum aus.

Premiere im Kunstforum

Die Suche nach Harmonie

  • Frank Weiner
    VonFrank Weiner
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„Kunst im Blick“ heißt die aktuelle Ausstellung des Vereins, die heute eröffnet wird. Neben dem Neuling sind viele bekannte Gesichter dabei.

Fantasie, das ist für Michèle Villard-Brand wichtig. Da hat die Künstlerin aus Bad Soden die besten Vorbilder, die sie sich wünschen kann. Ihre Zwillingstöchter sind vier Jahre alt und seien eine große Inspiration für sie, sagt die kreative Frau, die vor 14 Jahren aus Argentinien nach Deutschland kam und seit zwei Jahren in Soden lebt. Zum Teil malt sie mit ihnen gemeinsam. Die drei Werke mit Acrylfarben, die jetzt im Gesundheitszentrum an der Frankenallee hängen, hat Michèle Villard-Brand aber ohne den Nachwuchs gemalt. Sie tragen die Titel „Farbenspiel“, „Harmonie“ und „Erleuchtung“ und zeigen, was ihr wichtig ist: „Bei mir müssen Farben harmonieren.“

Die Kinder inspirieren

Als es ihr privat einmal schlecht ging, habe sie vor gut zehn Jahren mit der Malerei angefangen, erzählt Michèle Villard-Brand, während die Kollegen vom Kunstforum genau zuhören oder noch die Ausstellung „Kunst im Blick“ vorbereiten. „Da musste ich meine Gefühle kanalisieren.“ Das gelang ihr über die Kunst, sie machte „kleine handwerkliche Sachen“, fing bei der Kunstwerkstatt Königstein an. Als die Zwillinge zur Welt kamen, habe sie sich auf Fantasiebilder für Kinder konzentriert. Dann entstanden auch Collagen, Glitzermotive oder der „Zug, der in den Himmel schwebt“. Inzwischen konzentriert sie sich wieder auf andere Farbmotive, nimmt Unterricht beim Königsteiner Mal-Lehrer Daniel Zitka.

Über ihn lernte sie Mitglieder des Kunstforums Kelkheim kennen und wurde jetzt zur Ausstellung eingeladen. Die Eröffnung von „Kunst im Blick“ im Gesundheitszentrum ist heute, 18. Februar, um 18.30 Uhr. Anschließend sind die Werke von Gast Michèle Villard-Brand sowie den Mitgliedern Marina Berczely, Ursel Dörr, Daniel Estenfelder, Gila Gordon, Ortrud Philipp-Gutberlet, Hiltrud Gümbel, Nalan Gürcan-Kempfer, Markus Härtel, Martina Ochs, Frank Rukwied und Lia Thoma bis zum 30. April von Montag bis Freitag, 8 bis 18.30 Uhr, sowie samstags von 8 bis 13 Uhr zu sehen.

Die Gastkünstlerin kann sich gut vorstellen, hier im Kunstforum Fuß zu fassen. So wie es Marina Berczely aus Kelkheim schon gelungen ist. Sie war im Vorjahr erstmals dabei, imponierte damals mit ihrer Spachteltechnik, die Skylines erahnen ließ. Nach Einzelausstellungen mit diesen Motiven, etwa im argentinischen Generalkonsulat, hat sie sich von den Häusern der Natur zugewandt. „Es war wie eine Befreiung“, sagt sie über ihre bunten Kunstwerke von Blumen und Wiesen. Eine rote Blüte trägt den Titel „Vom Winde verweht“. Die Ideen dazu seien aus ihren Gedanken auf der Leinwand gelandet, sagt Marina Berczely, die sich schon wieder neue Projekte vorstellen kann.

Neu ist auch die Richtung von Daniel Estenfelder, der Computerkunst zeigt und dabei die „Bionik“, die Vorlage der Natur für die Technik, als Thema gewählt hat. Auch ein Ausschnitt der Stadtmitte Kelkheim ist zu sehen. Zum Schmunzeln bringt die Besucher hingegen der „Hund mit Hut“ von der Eppsteinerin Martina Ochs, die in der „Wunderbar“ ab 28. Februar demnächst eine Ausstellung mit lauter Hühner-Bildern präsentieren wird. Ursel Dörr hat drei Waldansichten mit Acryl und Tusche auf die Leinwand gebannt, und im Eingangsbereich zeigt Hiltrud Gümbel ihre Keramikarbeiten. „Figürliche, aber abstrakte und reduzierte“ Körper seien hier zu sehen, erläutert die Ruppertshain, die bei „Kunst im Blick“ für eine andere Facette sorgt.

Das gilt auch für die Vorsitzende Gila Gordon, die Gedichte beisteuert. Ganz bewusst hat sie neben Liebesversen auch politische Texte über die Flüchtlingsthematik gewählt, und wolle die „Unsicherheit, die die Menschen beschleicht“, zum Ausdruck bringen. „Wir dürfen auch protestieren. Als Mahner die Stimme erheben. Doch nie aus den Augen verlieren, das Glück – hier in Freiheit zu leben“, heißt es dort zum Beispiel vielsagend.

(wein)

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