Helfer gesucht

Das Tierheim ist gewachsen und braucht Unterstützung

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Der Tierschutzverein wünscht sich auch Unterstützung für Sonderaufgaben. Denn im neuen großen Heim fällt so einiges an.

Chiara ist furchtlos und neugierig. Kaum hat ihr derzeitiges Frauchen Irene Schimmelpfennig mit dem Reporter Platz genommen, hüpft die Katze auf den Tisch und spaziert über Block und Kugelschreiber. Streicheln lässt sie sich gerne, auch fotografieren. Am liebsten mit ihrem ganzen Stolz, den vier Jungen, die noch im Körbchen dösen. Als Tierheim-Helferin Irene Schimmelpfennig die erst einen Monate alten Mecky, Ronny, Ricky und Milly raus tapsen lässt, ist das Gewusel groß. Für einige Wochen hat die Katzenfamilie bei Schimmelpfennigs ein Zuhause gefunden. Dann sollen die Tiere, jeweils zwei Junge gemeinsam, an interessierte Familien abgegeben werden – wobei schon Reservierungen vorliegen.

Nicht immer ist es so leicht, Vierbeiner in eine neue Familie zu bringen, wie der Szenenwechsel zeigt. Nur kurz darauf wird der Reporter im Tierheim freudig begrüßt – allen voran von Bodo, dem drei Jahre alte Kangal-Hirtenhund. Der ist riesig, aber friedlich und treu. Lässig lehnt er sich auf die Fensterbank der Küche, um ein Leckerli zu ergattern. „Einfach nur zum Verlieben“, weiß Tierheim-Leitung Nadine Bahr. „Aber nix für den Zwinger.“ Deshalb sei es wichtig, dass Bodo neue Freunde bekommt, die ihm viel Freiraum ermöglichen. Was auch für Jagdhündin Elli (fast zwei Jahre alt), Terrier Smilla (1) und Bretonin Sunny (5) gelte.

Das neue Tierheim am Zeilsheimer Weg, Ende April eingeweiht, hat trotz der Fertigstellung zwei Baustellen: Aktuell recht viele Tiere, weshalb auch Irene Schimmelpfennig Chiaras Katzenfamilie privat aufgenommen hat. So eng, dass keine Tiere mehr kommen können, sei es bisher noch nicht, sagt Vorsitzende Rosemarie Hippel. Im neuen, größeren Haus sei die Pflege ja etwas leichter – trotz des Mehraufwands. Und hier ist der zweite Haken: Es fehlt an Helfern. Mit dem Neubau sei deren Zahl nämlich nicht mitgewachsen, bedauern Hippel, Bahr, Schimmelpfennig und Co. Deshalb hat der Tierschutzverein jetzt erneut einen Aufruf gestartet. „Die tägliche Versorgung, Pflege und Betreuung unserer vielen Angabe- und Fundtiere stellt unser Helfer-Team permanent vor große

Herausforderungen

“, schreibt die Initiative. Gesucht werden vor Betreuer für Katzen und Hunde, die sich auch um die Erziehung oder das Schmuseprogramm mit den kleinen Samtpfoten kümmern. Zudem seien auch Pflegestellen wichtig, wenn etwa kranke Tiere separat versorgt werden müssten, sagt Hippel. Rund 60 Helfer sind es aktuell, hier ist auf jeden Fall noch Nachholbedarf. Gerade an den Wochenenden, denn die Versorgung muss dort ja weiterlaufen. Helfer müssen ja noch nicht gleich bei aufwendigen Aktionen mitmachen, als zuletzt nachts eine streunende Katzenfamilie eingesammelt wurde.

Auch bei Chiara erhielt das Tierheim unverhofft Zuwachs. Das Tier lief einer Kelkheimer Familie zu, die schon zwei Katzen hat. Sie sollte kastriert werden. Da stellte die Tierärztin fest, dass sie schon sehr trächtig sei, erzählt Irene Schimmelpfennig. „Die Tiere geben ja viel zurück“, sagt sie zum Engagement, wünscht sich aber schon Verstärkung: „Da kann man alles ein bisschen ordentlicher machen.“

Der Spruch an ihrer Haustür indes entspricht nicht der Realität: „Nur Hunde haben Besitzer, Katzen haben Personal“. Doch welches Tier auch immer – sie freuen sich auf liebevolle Betreuer im neuen Tierheim, in dem Platz für maximal 20 Katzen und 10 bis 12 Hunde ist. Immerhin: Baulich ist bis auf Kleinigkeiten auch dank weiterer Spenden inzwischen fast alles erledigt.

Die Ansprechpartner

Für Hunde und Kleintiere: Rosemarie Hippel, (0 61 95) 6 21 07; für Katzen: Evelin Dietz (0 61 95) 6 36 57.

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