Michael Trawitzki
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Kommunalwahl

Trawitzki bleibt Fraktionschef der FDP

  • Frank Weiner
    vonFrank Weiner
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Die Kelkheimer Liberalen haben sich formiert - Heinz Kunz geht in den Magistrat -

Kelkheim -Die FDP war die einzige Partei, die vor der Bürgermeister- und Kommunalwahl noch an einer größeren Umgehungsstraße, der "Fischbach-Spange", festgehalten hatte. Die CDU hatte sich von diesem Thema verabschiedet und aus ihrer Sicht die Reißleine gezogen, einige Liberale zogen das Großprojekt zumindest weiter in Erwägung. Gebracht habe diese klare Haltung der FDP am Ende bei den Wahlen nichts, bedauert der alte und neue Fraktionschef Michael Trawitzki und ist darüber "verwundert". Unter dem Strich fuhren die Freidemokraten im von der Straße erheblich profitierenden Stadtteil Fischbach keine Höchstwerte ein. In einem Wahlbezirk dort gab es mit 3,77 Prozent sogar das schlechteste Ergebnis. Im Schnitt brachte Fischbach ihnen 9,7 Prozent, kaum mehr als das Gesamtresultat von 9,3.

Sonnentag nach unten gerutscht

Das wiederum lässt die Kelkheimer FDP um drei Prozent absacken, was auch zwei Sitze weniger sind. Die neue Fraktion hat ihre Personalien schon festgelegt. Trawitzki bleibt Fraktionschef. Mit im Team sind noch Patrick Falk, der als FDP-Bürgermeisterkandidat mit 5,2 Prozent ebenfalls kein zufriedenstellendes Ergebnis erreichte, sowie das Ehepaar Birgit und Frank Gröger. Birgit Gröger, die im Ort bekannte Schriftstellerin, sprang von Platz drei auf eins, ihr Mann verdrängte den langjährigen Stadtverordneten Thorsten Sonnentag von Position fünf und ist somit dabei. Denn Heinz Kunz, für den es von vier auf drei ging, soll für die FDP wieder in den Magistrat gehen.

Letztlich sei das Wahlergebnis "nicht so ganz prickelnd" gewesen, formuliert es Trawitzki. Die Sitze zu verlieren, sei schmerzhaft. Doch die ausgeschiedenen Fraktionsmitglieder seien weiterhin im Team dabei. Neulinge hatte die FDP auf den vorderen Rängen nicht aufgeboten. Mit dieser "harmonischen Gruppe", so Trawitzki, wolle die FDP ihre Politik trotz der Verluste einbringen.

Die Chancen stehen nicht so schlecht. Denn vor der Wahl hatten CDU und FDP schon angekündigt, ein Bündnis schmieden zu wollen. Dazu reicht es als Duo nicht, ein dritter Partner wäre nötig. "Offen sind wir zunächst mal allem", sagt Trawitzki. Gespräche hat es gegeben. Es gebe Konstellationen, die passten besser, und andere, die seien schwieriger, formuliert er es, ohne schon mögliche Farbenspiele zu nennen.

Einig mit der CDU

Auch die FDP hat mit CDU, SPD und Freien Wählern in ein Horn gestoßen, um einen Stillstand in der Stadt unter der UKW-Führung und Bürgermeister Albrecht Kündiger zu beenden. Das sei gerade den Liberalen negativ ausgelegt worden, weiß Trawitzki und möchte sich nun genau im Parlament anschauen, wie es mit den großen, schon lange währenden Projekten wie "Hornau-West" mit Feuerwehrstützpunkt und "Vor dem Schlämmer" vorangehe. Klar ist für den Fraktionschef: In fünf Jahren habe sich mit wechselnden Mehrheiten nicht genug bewegt - weil sich hier auch jeder auf den anderen verlassen habe.

Deshalb hat sich die FDP ebenso klar für ein festes Bündnis ausgesprochen wie die CDU. Einig wären sich Schwarz und Gelb auch beim Thema Erster Stadtrat, den sie in Zukunft wieder sehen. Sollte CDU-Bürgermeisterkandidat Dirk Hofmann vorgeschlagen werden, stehe die FDP dem laut Trawitzki "offen gegenüber". Dass die Liberalen bei dieser Position wie vor Jahren wieder zum Zuge kommen, ist nach dem schwächeren Wahlergebnis und der politisch kniffligen Konstellation hingegen unwahrscheinlich. Das sieht auch der Fraktionschef realistisch.

Heinz Kunz
Birgit Gröger

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