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So sieht es um 8 Uhr am Bahnhof Kelkheim-Mitte aus. Von Minute zu Minute wird der Bahnsteig voller.

MTV-Chef

Viertelstunden-Takt der Regionalbahn 12 nicht vor 2023, neue Züge erst ab 2021

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UKW und SPD haben viele Aktionen initiiert, um die Situation an der Bahnlinie zu verbessern. Nun gab es immerhin Antworten auf einige ihrer Fragen.

Da war am Montag kein leichter Gang für Roland Schmidt, den Geschäftsführer der Main-Taunus-Verkehrgesellschaft (MTV), in den Verkehrsausschuss. Auf den Öffentlichen Personennahverkehr sind die Kelkheimer und Liederbacher seit Monaten nicht gut zu sprechen. Das Kreisblatt berichtet mehrfach über kurze und damit überfüllte Züge, fehlende Klimaanlagen und Fahrkartenautomaten mit Funktionsausfällen. Die UKW hatte per Petition fast 1600 Unterschriften für Verbesserungen gesammelt, die SPD Landtags-Spitzenmann Thorsten Schäfer-Gümbel hierher geholt.

So stellte sich nun also MTV-Chef Schmidt auch für seine Kollegen vom Rhein-Main-Verkehrverbund (RMV) dem Fragenkatalog nach zwei Anträgen von der SPD und der UKW Anfang 2018. Seine Antworten indes dürften die Politik höchstens in Teilen zufriedenstellen. Die Ausschreibung für neue Züge, die eigentlich Ende 2019 ein Ergebnis bringen sollte, wurde nun auf 2021 verschoben. Auf Nachfrage erklärte er, dass die Kommunen in das Paket aber durchaus noch Anregungen einbringen könnten.

An den Terminen sei nicht zu rütteln. Der RMV und die Hessische Landesbahn (HLB) „sehen sich nicht imstande, für drei Jahre noch zusätzliches Zugmaterial zur Verfügung zu stellen“. Mehr Wagen gibt es übergangsweise nicht, es dürfte morgens und abends für Pendler eng bleiben. Dass es seit diesem Montag längere Züge ab Königstein um 9.01 Uhr und ab Frankfurt-Hauptbahnhof um 18.47 und 19.17 Uhr gibt, ist für viele nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Kelkheimer Jusos hatten das heftig kritisiert, denn die Probleme treten im Berufsverkehr auf – morgens und abends also auf beiden Strecken früher. Im Ausschuss berichtete Doris Salmon (UKW), dass am Montagmorgen nur kurze Züge fuhren und mancher in Liederbach draußen bleiben musste. „Was sagen Sie diesen Leuten? Die können doch nicht auf 9 Uhr umsteigen. Das ist nicht befriedigend für Leute, die zu einer bestimmten Zeit in Frankfurt sein müssen.“

Schmidt verwies auf die alten Züge, die zwar zuverlässig seien, aber häufiger gewartet und von der Strecke genommen werden müssten. Die Kapazitäten seien ohnehin sehr eng, „zu Hauptverkehrszeiten sollten alle Züge auf der Strecke sein“, da bleibe nicht viel Spielraum. Schmidt offen: „Befriedigend finde ich das auch nicht.“ Wenig half seine Aussage, dass Klimaanlagen in den aktuellen Zügen nicht nachgerüstet werden können. Eine Veränderung an der Verglasung sei nicht möglich, weil die Fenster die Statik der Wagen beeinflussen. Ein Umbau sei somit zu kompliziert. Schmidt will sich aber bei HLB und RMV dafür stark machen, dass vielleicht zum Schutz vor der Hitze mit einer Folierung an den Fenstern gearbeitet werden kann.

Ein Fernziel der Partner ist es laut Schmidt, einen Viertelstundentakt unter der Woche anzustreben. Eine Machbarkeitsstudie soll nun klären, welche Umbauen etwa bei den nicht nutzbaren Ausweichstellen auf der eingleisigen Strecke nötig sind. Da komme sicher eine einstellige Millionensumme zusammen, so Schmidt, der mit einer Umsetzung vielleicht 2023/24 rechnet. Ab 2021 seien vielleicht drei Fahrten in der Stunde möglich, kündigte der MTV-Mann an. Positiv kam an, dass es ab 2019 W-Lan zumindest an den Bahnhöfen geben soll und die Probleme an den Fahrkartenautomaten behoben werden. Bürgermeister Albrecht Kündiger betonte, dass eine Lösung zeitnah und nicht in drei Jahren her müsse. Über den Kreis als Gesellschafter der MTV soll nun agiert werden. Das Thema ist ohnehin auf Kreisebene gelandet. Die Linke hat einen Fragenkatalog erstellt.

(wein)

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