Museum

UKW und FDP wehren sich gegen Vorwürfe

  • schließen

Bürgermeister Albrecht Kündiger hat schon appelliert, beim Thema Museum „abzurüsten“. Doch gegen einige Vorwürfe setzen sich UKW und FDP schon zur Wehr.

„Halbwahrheiten“, „skandalös“, Warnungen „offensichtlich ignoriert“: UKW und FDP mussten jetzt einiges einstecken. Schon im Stadtparlament fuhren die anderen Fraktionen schwere Geschütze auf, weil die grün-gelbe Mehrheit bei ihrem Kurs gegen einen Museumsumzug blieb. Zudem wurde deutlich, dass es am bisherigen Standort wohl keine Umbauten geben kann. Die Folge waren die Rücktritte von zwei treibenden Kräften im Museumsverein, Vorsitzender Jürgen Moog und Historiker Rüdiger Kraatz, sowie jede Menge Kritik des Vereins an UKW und FDP.

Die Gescholtenen weisen die Vorwürfe jetzt im Kreisblatt zurück, bedauern aber die Rücktritte. FDP-Chef Michael Trawitzki quittiert sie allerdings auch „mit Unverständnis“. Es gebe aufgrund der „vielen finanziellen Fragezeichen“ bei diesem Projekt eben unter den Bürgern „viele ablehnende Stimmen“. Ein Umzug an die Feldbergstraße wäre mit mindestens 1,3 Millionen Euro – „Tendenz nach oben“ – ausgefallen. Ein Risiko, das die FDP nicht eingehen wollte. Von den Folgekosten mit bisher nur „vagen Aussagen“ ganz zu schweigen.

Kritik übt die FDP auch am Kurs. Es sei bedauerlich, dass es keine andere Standort-Alternative gebe, so Trawitzki. Es sei allerdings in den vergangenen Jahren „auch wenig Energie dafür aufgebraucht“ worden, eine solche zu suchen. Alles habe sich auf die Feldbergstraße konzentriert. Dass der Verein vor den Folgen des Nicht-Umzugs gewarnt habe, lässt Trawitzki nicht gelten. Über bestimmte Konsequenzen sei nicht gesprochen worden. So sei der Brandschutz erst jetzt, 15 Jahre nach der Eröffnung, als Problem erkannt worden. Die kurzzeitige Schließung sei bei Öffnungzeiten von zwei mal drei Stunden in der Woche zu verkraften.

Die UKW hat sich schon kurz nach der Parlamentsentscheidung unter der Überschrift „Die Kirche bleibt im Dorf“ ausführlich zur Sache geäußert. Sie listet im Zusammenhang mit dem gesamten Antrag – der einen Abriss des Gebäudes an der Feldbergstraße samt Neubau für bezahlbare Wohnungen vorsieht – ihre Fakten auf: Denn geförderter Wohnraum werde in der Stadt eben auch dringend benötigt, betont die Fraktionsspitze mit Doris Salmon und Robert Stögbauer. Hier sei Kelkheim „eines der Schlusslichter im der Main-Taunus-Kreis“. Mit dem Projekt Feldbergstraße könne die Stadt neben den Wohnungen am Gagernring „einen bedeutsamen Schritt zu einer stärkeren Gewichtung sozialer Aspekte machen“. Dann schlägt die UKW die Brücke zum Museum: Ohne den Umzug spare die Stadt eine Millionensumme ein – was bei hohen Schulden im Haushalt mit wenig Spielräumen viel Geld sei. „Das Kostenargument war letztlich ausschlaggebend für unsere Entscheidung“, so Salmon und Stögbauer.

Die UKW betont, dass sie für eine „uneingeschränkte Fortführung“ des Museums sei. Sie hält aber Investitionen in den bisherigen Standort nur für sinnvoll, wenn der Verein dahinter stehe und die Länge des Mietvertrags das rechtfertige. Die Arbeit des Vereins werde sehr geschätzt – doch der Entschluss sei letztlich die Abwägung der jeweils guten Argumente für und gegen einen Umzug gewesen, betont die Fraktion. Sie entschied sich mit einer „überwiegenden Mehrheit“ für den Standort Frankfurter Straße.

Wenig positiv beäugt FDP-Chef Trawitzki übrigens die Haltung von Moog und Kraatz. Offenbar seien sie nur in der Lage, ihren Ehrenämtern nachzukommen, „wenn die entsprechenden Bedingungen nach den Vorstellungen mit öffentlichen Mitteln finanziert werden“. Er wird deutlich: „Das Leben ist kein Wunschkonzert.“ Er sei selbst 40 Jahre in Vorständen und Vereinen ehrenamtlich aktiv. „Dabei ist es mir nie in den Sinn gekommen, bei jeder Widrigkeit oder jedem Ereignis, das nicht meinen Vorstellungen entsprochen hat, zurückzutreten. Da könnte man fast den Eindruck gewinnen, dass Herr Moog nur den Vorsitz des Museumsvereins übernommen hat, damit ein in Kelkheim bekanntes Gesicht den Umzug in die Feldbergstraße fördern und begleiten kann.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare