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Er hat beim Konzert alles im Griff: FZH- und JOH-Dirigent Stefan Wolkenfeld.

Jahreskonzert in der Stadthalle Kelkheim

Wenn 350 den „Geist des Wilden Westens“ spüren

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Das FZH Blasorchester und das Jugendorchester haben beim Jahreskonzert in der vollen Stadthalle in die USA entführt.

Stefan Wolkenfeld ist das beste Beispiel dafür, wie ein Dirigent vor fast ausverkauftem Haus den Spagat zwischen Konzentration und Lockerheit bestens meistern kann. „Wollen Sie noch einen?“, fragt er die rund 350 Gäste beim Konzert in der Stadthalle, als das Jugendorchester Hornau (JOH) zum Auftakt zwei Stücke gespielt und viel Applaus geerntet hat. Natürlich wollen sie, und Wolkenfeld flachst: „Die nachfolgenden Stücke verschieben sich um zwei Stunden.“ Auch später ist der Dirigent des FZH Blasorchesters Hornau und seiner Talentschmiede JOH locker drauf, lächelt während der Stücke verschmitzt in den Saal, legt den Dirigentenstab zur Seite und schnipst mit oder packt zum letzten Stück vor der Pause selbst die Querflöte für ein kleines Solo aus.

Stefan Wolkenfeld dürfte ein Garant dafür sein, weshalb sich das FZH-Orchester zu seinem Jahreskonzert auf ein volles Haus freuen darf. Die anderen mehr als 50 Gründe sitzen im Halbrund vor ihm auf der Bühne. Denn was die Musiker nach vielen Proben in ihrer Freizeit hier abliefern, ist aller Ehren wert. Der Funke springt früh über unter dem Motto „FZH in USA“. Schon bei der Zugabe des JOH klatschen die Besucher rhythmisch mit, es wird nicht das letzte Mal gewesen sein an diesem Nachmittag. Fulminant zum Beispiel entlässt das FZH die Gäste mit dem Stück „Oregon“ in die Pause. Die Züge der Pacific Railroad, Indianer und Cowboys hat Wolkenfeld hier angekündigt – und nicht zu viel versprochen. Die Klarinetten, Trompeten, Hörner oder Trommeln lassen „den Geist des Wilden Westens“ (Wolkenfeld) in die Stadthalle einziehen. Da hört der Gast spielend das Pferdegetrappel oder das Dampfen der Eisenbahn heraus.

Die Reise lässt bei diesem Konzert kaum eine spannende Station in den USA aus. Es geht in einem Marsch von Jakob Fucik, den Wolkenfeld als Vater der Blasmusik lobt, auf den „Mississippi River“, dann über die Rockys in Oregon bis nach New York mit seinem berühmten Hit. „New York, New York“ sowie das nicht minder bekannte „My Way“ begleitet Lutz Riehl als Solist. Ein Hitmix der „Village People“ (bekannt von „YMCA“) und von Tom Jones darf ebenso nicht fehlen wie eine südböhmische Polka und das Stück „Mein Herz schlägt nur für dich“ von Ernst Mosch. Was das mit den USA zu tun hat? Mosch hat es während seiner USA-Tournee gespielt – und ein bisschen Volksmusik gehöre schließlich dazu, sagt der Zweite Vorsitzende Andreas Rübner.

Er ist zufrieden mit der FZH-Entwicklung, mehr als 40 Musiker machen aktuell mit. Einige Neuzugänge seien dazu gekommen – auch im Jugendorchester. Dort hat sein Sohn Maximilian mit dem Tenorhorn beim Konzert im „Song For Ina“ einen beeindruckenden Soloauftritt. Später springt er beim FZH-Part zwischen Schlagzeug, Gong und Becken hin und her. Doch nicht nur Maximilian hat diesen Schweiß sicher gerne vergossen: Der Auftritt der Hornauer vor einem begeisterten Haus hat sich wieder gelohnt und gezeigt, dass Blasmusik keineswegs altbacken sein muss . . .

Für Donnerstag, 5. Mai, lädt der Verein zu seinem Vatertagsfest ein. Natürlich gibt es von 11 Uhr an am Vereinsheim in Hornau, Rotebergstraße 30, Livemusik, zudem Leckereien – von Fassbier über Gegrilltes bis Kuchen. Infos zum Verein gibt es bei der Vorsitzenden Christine Ziegler unter (0 61 96) 64 16 82.

(wein)

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