Kelkheimer Lions

Wolfgang Pachali führt den Lions-Club zum zweiten Mal

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Die Kelkheimer Lions sind gut aufgestellt, widmen sich aber auch schon wichtigen Weichenstellungen in der Zukunft.

Wolfgang Pachali ist ein Mann, der die Herausforderungen, Themen und auch Probleme klar benennt. Der 68-Jährige hat nach Kaufmannsausbildung, BWL- und Psychologie-Studium Karriere im Personalwesen gemacht. Führungskräfte qualifizierte er weiter, war bei einer großen Versicherung Bereichsleiter Personal und führte sie später strategisch ins digitale Zeitalter. Klare Worte wählt Pachali aber auch privat – derzeit in seiner neuen alten Rolle als Präsident des Lions-Clubs Kelkheim. Diese Aufgabe hatte er kurz nach seinem Eintritt schon 2003 inne – nun das Comeback.

Das Motto seines Präsidenten-Jahres lautet „In Freundschaft Gutes tun“. Dabei verliert er neben den vielen Aktionen aber auch nicht die Herausforderungen aus dem Blick. „Wir haben einen elitären Touch und werden so gesehen – und ich kann es auch verstehen“, betont Pachali. Schließlich habe es hier „jeder im Leben zu etwas gebracht und könne stolz darauf sein“. Doch elitär sei der Club trotzdem keineswegs, deswegen ärgert sich der Chef über solche Vorurteile. Gemeinsam mit Peter Ottiger, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, zählt er eine Reihe von Beispielen auf, weshalb der Club keinesfalls vornehm sei. Beim Jazz-Konzert am Rettershof stehen die Helfer am Grill, auch die Frauen machen mit und servieren. Beim Weihnachtsmarkt in Münster braten die Lions Kartoffelpuffer, und bei den internen Treffen geht es auch um Jedermann-Themen wie Digitalisierung, Malerei oder Fotografie. Über Nordkorea oder Frankreichs Präsident Macron wird ebenso gesprochen. Am 2. November um 19.30 Uhr in der Stadthalle laden die Lions ein breites Publikum ein: Dann wird ihr Mitglied, TV-Filmer Peter Weinert, über die „Naturvölker diese Welt“ erzählen.

Pachali sieht noch weitere wichtige Aufgaben im Club: Zum einen die Verjüngung. 35 Mitglieder sind es, deutlich mehr sollen es nicht werden. Viele befinden sich um Ruhestand, das älteste Mitglied ist über 80. Hier sei es schon ein Ziel, langsam Nachwuchs zu werben. Dass es mit den Rotariern eine ähnliche Organisation in Kelkheim gibt, sieht Pachali nicht als Konkurrenz. Im Gegenteil: Von Anfang an sprechen sich beide Gruppen ab und stemmen ein Großprojekt, den Adventskalender, gemeinsam. Pro Jahr werden vor Steuern mehr als 20 000 Euro eingenommen, weit über 100 000 Euro sind es seit dem Start. Bei mehr als 35 000 Euro im Jahr, die der Lions-Club zur Verfügung hat, sei dieser Anteil „eine sichere Bank“, so Ottiger.

Damit kann die Initiative auch größere Projekte unterstützen wie den Kauf eines Kühlwagens für die Tafel. Zudem gab’s Hilfe für die Fahrradwerkstatt an der Gesamtschule Fischbach, während das Schul-Präventionsprojekt „Klasse 2000“ schon einige Zeit läuft. Bildung und Erziehung seien die Schwerpunkte der Arbeit, so Pachali. Viel ehrenamtliches, weniger finanzielles Engagement legen die Lions in zwei weitere Vorhaben: Bei „Hilfe für kleine Ohren“ sammeln sie gebrauchte Hörgeräte, richten sie her und leiten sie an Entwicklungsländer weiter. Die Integration von Flüchtlingen läuft wiederum in Kelkheim. Ziel sei es, sie „in Lohn und Brot zu bringen“, sagt Pachali und wünscht sich, einfacher mit Firmen in Kontakt zu kommen.

Und für die Zukunft? Der Präsident, der gerne wandert, zu den Kelkheimer Philosophen geht, Kultur und Geschichte mag, möchte die Lions als Herrenclub wahren. Es habe Diskussion über die Umwandlung in eine gemischte Gruppe gegeben. Doch die Frauen seien ohnehin sehr eingebunden in den Arbeitsgruppen. Jenes Team, das sich um die Verwendung der Gelder kümmere, bestehe fast komplett aus Damen. Zudem könne in einem gemischten Club nur ein Ehepartner Mitglied sein. Pachali, der in Naurod wohnt und aus Berlin stammt, sieht sich nicht als „regierender“ Präsident, sondern eher als Koordinator: „Dieser Club führt und regiert sich selbst.“ Hier stimme die Chemie, hier seien Freundschaften entstanden.

(wein)

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