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Neue Garagentore, neuer Boden, neue Farbe: Die Sanierung am Parkhaus an der Breslauer Straße ist abgeschlossen.

Sanierung abgeschlossen

Zwei Jahre nach dem Feuer im Breslauer Parkhaus ist vieles neu

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Lichterloh in Flammen stand das Parkhaus an der Breslauer Straße. Ein Abriss stand kurz bevor. Nun konnte es saniert werden.

„Das ist das Einzige, was noch übrig ist.“ Stefan Herr von der Hausverwaltung Main Taunus zeigt auf ein normalerweise gelbes Hinweisschild. „Kraftwagenanlage. Rauchen, offenes Licht und offenes Feuer polizeilich verboten“, ist dort eigentlich zu lesen. Auf diesem Hinweis kaum – denn der ist noch rabenschwarz und von Ruß bedeckt. Zwei dieser Schilder sind die letzten Zeichen dafür, dass es hier im Parkhaus an der Breslauer Straße vor genau zwei Jahren in der Silvesternacht lichterloh gebrannt hat.

Viele Gespräche nötig

Nun, 24 Monate später, ist die Sanierungabgeschlossen. Auch Hausverwalter Herr atmet auf. Denn das Projekt hat sich doch in die Länge gezogen, immer wieder waren Absprachen mit der Versicherung, den Behörden und den Unternehmen nötig. Dann musste die Verwaltung mit den Eigentümern der gut 160 Garagen und Stellplätze kommunizieren. Das Ganze sei eine „Extremsituation“ gewesen und „keine normale Verwaltertätigkeit“, weiß Herr. Bei privaten Bauvorhaben gebe es „kürzere Wege“. So wie er die Lage nach den vielen Gesprächen einschätzt, habe die Sanierung am seidenen Faden gehangen. Laut Gutachter fehlte nicht viel an einem Abriss. Dann wäre ein Neubau in der Form wohl nicht mehr genehmigt worden. Daher musste für die Sanierung auch ein neuer Bauantrag eingereicht werden.

Vor genau zwei Jahren stand das Parkhaus in Flammen. Die genaue Ursache wurde nie ermittelt.

Eine Mischung als Alt und Neu ist nun das Parkhaus. In der betroffenen Etage, in der Garagen samt Autos und Motorrädern fast vollständig ausgebrannt waren, war die Decke verschoben durch die Hitze – zwischen 1000 und 1300 Grad. Das wiederum ließ einige Stützen brechen. Somit musste die Statik hier komplett gemacht werden. Zu sehen sind davon vor allem der neue Boden und die neuen Garagentore. Hausverwalter Herr zeigt, welche Vorteile sie haben: Nach den aktuellen Auflagen müssen die Tore mit Löchern einsehbar sein. Damit die Feuerwehr im Notfall schauen könne, ob hier etwas in Flammen steht und was sich dahinter verbirgt. In den anderen Stockwerken sind die alten Tore geblieben, sie seien aber gereinigt und geölt worden. Herr betont, dass auch das komplette Gebäude von innen gestrichen wurde. Zudem gab’s neue Fenster im betroffenen Stock und Ausbesserungen der Fassade.

Allen in allem seien die Planer damit in den kalkulierten Kosten von rund einer Millionen Euro geblieben, weiß Herr. Ein kleinerer Anteil muss auf die Eigentümer umgelegt werden, weil nicht alles rundum versichert war. Auf der anderen Seite wiederum konnten die Garageninhaber ihre Mietausfälle für fast zwei Jahre beim Versicherer geltend machen. Nun ist Herr froh, dass der Brandschutz bei der Abnahme im Laufe des Novembers nichts zu beanstanden hatte. Und er den Nutzen die frohe Botschaft der Freigabe überbringen konnte.

Elektroanschlüsse?

Denn der Parkdruck in diesem Quartier ist hoch, die gut 160 Stellplätze fehlten. Auch ein Porsche-Fahrer, der gerade die Garage verlassen will, musste seinen Wagen an der Straße abstellen. Er ist erleichtert, sagt aber auch: „Es hat ja lange genug gedauert.“ Seinen Namen möchte er nicht in der Zeitung lesen. Der Fahrer wundert sich aber, dass die Großgarage nicht noch weiter modernisiert wurde – mit Stromanschlüssen in den Boxen und einer verbesserten Gesamtbeleuchtung. Das findet auch Emiljano Peter, dessen Auto nach dem Brand verrußt war. Auch über die lange Zeit bis zur Freigabe schüttelt er den Kopf. Nun will Peter seine Garage verkaufen – nicht wegen des Theaters nach dem Brand, sondern weil er umgezogen ist.

Bisher seien alle Eigentümer an Bord geblieben, sagt Herr. Einige Mieter hätten sich natürlich nach neuen Möglichkeiten umgesehen. Deshalb gibt es hier und da noch freie Plätze – auch die Stadt Kelkheim hat hier diverse Stellflächen, die sie vermieten will. Zur Kritik einiger Eigentümer zur Modernisierung sagt Herr: Strom in den Garagen habe die Mehrheit bei einer Abstimmung vor einigen Jahren abgelehnt. Nun habe erst einmal die Sanierung im Vordergrund gestanden. Weitere Veränderungen konnten ja auch nachträglich noch gemacht werden, wenn die Eigentümer das wünschen, betont Herr.

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