Ferienspiele

300 Kinder sind bei den Ferienspielen an zwei Grundschulen dabei

Rund 300 Kinder erproben sich bei den Ferienspielen am Wikinger sein. Denn dieses Jahr dreht sich alles um die Abenteurer.

Immer ein Käppi aufsetzen – so die Regel, wenn draußen gespielt oder gebastelt wird. Denn die Sonne knallt recht erbarmungslos vom wolkenlosen Himmel. Aber sowohl den 300 Kindern als auch den 30 Übungsleitern kommt das schöne Wetter durchaus gelegen, schließlich ist wieder Ferienspielzeit, wie schon seit 39 Jahren jeweils in den Sommerferien.

Drei Wochen lang verbringen die Sechs- bis Elfjährigen, aufgeteilt nach Jahrgängen, eine spannende und abwechslungsreiche Zeit. „Gerade für die jüngeren Kinder ist das gut geeignet, da hier die Strukturen des Zusammenlebens gestärkt und soziale Kompetenz vermittelt wird“, erläutert der pädagogische Leiter Bernhard Schick. In diesem Jahr treffen sich die Kernstadtkinder an der Heiligenstockschule in Marxheim und die Stadtteilkinder an der Taunusblickschule in Wallau, die Betreuung läuft von 9 bis 16 Uhr.

Das Ganze hat natürlich seinen Preis: 209 Euro für die ersten beiden Wochen, für die dritte Woche fallen separate Beiträge an. „Dadurch können wir allerdings unsere Übungsleiter, die spezielle Vorbereitungsseminare mit Erster Hilfe und rechtlicher Unterweisung absolviert haben, auch adäquat bezahlen“, freut sich Schick und betont, dass viele Materialien gesponsert wurden. „Auf den Spuren der Wikinger“ heißt das Motto, und so sind alle Spiele, Aufgaben und Unternehmungen darauf zugeschnitten. Da werden beispielsweise Schwerter geschnitzt oder Schmuck und Schatztruhen gebastelt, und auf dem Schulhof der Heiligenstockschule entsteht sogar ein großes Wikingerschiff aus Holz. Hier sind die Kinder mit Feuereifer bei der Sache, jeder will mal einen Nagel einschlagen. Übungsleiter Robin erklärt geduldig, worauf zu achten ist und ermutigt, wenn es nicht gleich auf Anhieb klappen will.

Der achtjährige Nico ist jedenfalls begeistert: „Das Werkeln macht viel Spaß!“. Auch die gleichaltrige Josephine ist zufrieden und erzählt stolz, dass sie sogar schon zwei Nägel „reingehämmert“ hat: „Und wenn wir zuhause was zum Aufbauen haben, dann mache ich da immer gerne mit.“ Für Robin haben sie nur lobende Worte übrig, worüber sich der Veranstaltungstechniker freut: „Ich hatte von einer Freundin, die hier seit vielen Jahren mithilft, von den Ferienspielen gehört, und da ich sowieso auch sonst viel mit Jugendlichen zu tun habe, bin ich nun ebenfalls hier. Wir kommen sehr gut voran, auf dem Plan stehen noch Helme.“

Das Wikingerthema scheint prädestiniert für pädagogische Zwecke, wie Schick hervorhebt: „Die waren damals abenteuerlustig, und so können die Kinder in diese Rolle eintauchen und von ihnen was lernen. Außerdem verbinden wir das hier mit handwerklicher Tätigkeit, für die im schulischen Alltag kaum Platz ist.“ Alles, was die Kinder basteln, können sie am Ende auch mitnehmen – zuvorderst natürlich ein T-Shirt, das sie selbst batiken. Jede der neun Gruppen mit jeweils zwanzig Kindern an der Heiligenstockschule hat dafür eine eigene Farbe bekommen. Und so flattern die blauen Shirts bereits zum Trocknen im Wind, während die in Orange noch mit viel Wasser gespült werden müssen.

Übungsleiterin Christina ist zum ersten Mal als Betreuerin dabei, erinnert sich aber gut an ihre Zeiten als Ferienspielkind: „Als ich klein war, habe ich oft daran teilgenommen. Heute achte ich darauf, dass beim Spielen der Zusammenhalt gestärkt wird. Denn das Schöne ist, dass die Kinder hier auch ganz viele neue Freunde mitnehmen!“ Auf dem Plan stehen noch ein Freibadtag in Kriftel sowie ein Besuch im Mitmachmuseum Experiminta in Frankfurt. In der dritten Woche bieten 13 Hofheimer Vereine einzeln buchbare Tagesveranstaltungen an. Neben diversen Sportvereinen und dem Golfclub Hof Hausen vor der Sonne stellen sich auch der Kleintierzuchtverein Marxheim, die Musikschule, die Eco Kids Lorsbach sowie der Streuobstwiesen e.V. zur Wahl. Alternativ findet in Kooperation mit der Clement-Stiftung ein Erlebniscamp statt, an dem auch Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf teilnehmen können, außerdem bietet das Stadtmuseum eine kreative Kunstwoche zum Thema Feuer an. Am 6. Juli schließlich wird dann an beiden Schulen ein Abschlussfest gefeiert.

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