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Mit Malerkittel und Mütze zeichnet Aristo Khosrobeik (rechts) mit einem Bleistift Motive auf den Korpus des alten Klaviers vor. Die Kinder (von links) Hanna, Alina, Dorothea, Boris, Helen und Luca gestalten die Schmetterlinge und Blumen mit Pinsel und Farbe.

Ein Klavier, um im Freien zu spielen

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Aristo Khosrobeik stellte im vergangenen Jahr drei „Freiluftklaviere“ in Höchst und Unterliederbach auf. Die Idee kam so gut an, dass die Aktion schon bald wiederholt werden soll. Kinder haben jetzt ein altes Klavier hierfür bemalt.

Dorothea (10) tunkt ihren Pinsel in blaue Acrylfarbe und malt damit die Konturen eines Schmetterlingsflügels nach, der mit Bleistift auf den Korpus eines Klaviers aufgezeichnet ist. Viele bunte Falter sollen das Instrument am Ende der Malaktion schmücken, außerdem noch einige gemalte Blumen und Blüten. Deswegen arbeitet Dorothea auch nicht alleine an der Gestaltung, sondern im Team mit fünf weiteren Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis 13 Jahren.

Die Gruppe malt im Probenraum der Musikschule Clavina im Hinterhaus der Königsteiner Straße 41, wo das Instrument aufgestellt ist. Hier wird hochkonzentriert an der Verschönerung des Klaviers gearbeitet, im Hintergrund läuft Salsa-Musik vom Band. Voraussichtlich im Mai, so die Idee, soll es an einem öffentlich zugänglichen Ort im Stadtteil aufgestellt werden – entweder vor dem Bildungs- und Kulturzentrum (BiKuZ) oder im Garten des Bolongaropalastes. Es wird dann zu einem „Freiluftklavier“.

Zwei Wochen lang soll das Instrument für jeden, der Lust hat hierauf zu spielen, tagsüber frei zugänglich sein. Die Idee hierzu stammt von Aristo Khosrobeik, dem Leiter der Musikschule Clavina. Er weiß, dass

Musik verbindet

, die Kommunikation zwischen den Menschen fördert und einfach Freude bringt. Inspiriert von ähnlichen Aktionen, die es unter anderem in großen Metropolen wie New York und Paris gab, stellte er erstmals im vergangenen Jahr drei von Kindern gestaltete „Freiluftklaviere“ in Höchst und Unterliederbach auf (wir berichteten). „Damals gab es viele überraschende Momente“, erzählt Aristo Khosrobeik. „Menschen haben auch gemeinsam auf den Klavieren gespielt, andere sind stehengeblieben, haben zugehört und applaudiert.“ Für viele Kinder sei es eine Möglichkeit gewesen, erstmals an einem Klavier zu sitzen und es gleich auch auszuprobieren.

„Alle, die mitgemacht haben, waren begeistert von den Aktion, die zu zahlreichen schönen Momenten geführt hat“, findet der Leiter der Musikschule. Von den drei Klavieren aus dem vergangenen Jahr hat allerdings nur eines seinen Aufenthalt an der frischen Luft überlebt.

„Witterungsbedingt mussten wir zwei der drei Instrumente entsorgen, das dritte Klavier hat einen neuen Eigentümer gefunden“, erzählt Khosrobeik. Schlechtes Wetter sei der größte Feind der Pianos gewesen. Hingegen haben sich im vergangenen Jahr die anfänglichen Befürchtungen, dass die Klaviere durch Vandalismus beschädigt werden könnten, glücklicherweise nicht bestätigt.

Dieses Mal wird es jedoch nur ein „Freiluftklavier“ geben. Das Instrument wurde für die Aktion aus Privathand zur Verfügung gestellt. Durch die Malaktion soll es ansprechend gestaltet werden, damit sich möglichst viele Menschen ans Klavierspielen wagen. Damit die Schmetterlinge und Blumen, die die Kinder auf das Instrument malen, auch besonders schön zur Geltung kommen, wurde das Instrument weiß grundiert.

Khosrobeik gibt den Kindern bei der Umsetzung ihrer kreativen Ideen freie Hand. Angeleitet werden die Mädchen und Jungen von Petra Saltuari. Die Kunsttherapeutin und -pädagogin beteiligte sich auch schon im vergangenen Jahr mit einer Gruppe von Kindern an der Verschönerungsaktion der damaligen „Freiluftklaviere“. In ihren Räumen in der Legienstraße 42, nicht weit von der Musikschule entfernt, bietet sie regelmäßig Mal-Workshops für Mädchen und Jungen an.

Weitere Infos gibt es unter im Internet.

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