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Ernst-Josef Robiné (links), Vorsitzender der Stiftergemeinschaft Justinuskirche, und Wolfgang Metternich sind stolz auf die Publikation zu Frankfurts ältestem Bauwerk. Sie präsentieren eine 32-seitige Publikation, die in die Geschichte des Sakralbaus und seiner Besonderheiten einführt.

Justinuskirche: Broschüre zu Frankfurts ältestem Bauwerk

Ein Kleinod aus dem Mittelalter

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Auf 32 Seiten führt Wolfgang Metternich in die Geschichte und die Besonderheiten von Frankfurts ältestem noch erhaltenen Bauwerk ein – der katholischen Justinuskirche in Höchst. Der neue Kirchenführer soll dem Leser einen guten Überblick bieten.

Ernst-Josef Robiné blickt auf ein spannendes Jahr zurück. Der Vorsitzende der Stiftergemeinschaft Justinuskirche freut sich, dass 2016 einiges in Bewegung gebracht und realisiert werden konnte. „Es ist uns gelungen, bis auf wenige Neuerscheinungen, die gesamte Literatur zur Justinuskirche für alle Interessierten öffentlich zugänglich zu machen“, erzählt er freudig. „Das sind Texte aus fünf Jahrhunderten.“ Die Literatur umfasst den Zeitraum 1441 bis 2016 und kann nun über die Webseite der Justinuskirche abgerufen werden.

Seit kurzem ist ein weiteres Stück Literatur zu Frankfurts ältestem noch bestehenden Bauwerk erschienen – denn genau das ist die katholische Justinuskirche. Und ganz nach dem Motto: „Das Beste kommt zum Schluss“ präsentiert Robiné den 32 Seiten umfassenden neuen Kirchenführer, der aus der Feder von Wolfgang Metternich stammt. Rund 8000 Euro hat die Produktion der Publikation gekostet. Finanziert wurde sie von der Stiftergemeinschaft Justinuskirche.

Metternich ist ein wahrer Kenner der Justinuskirche, die etwa Mitte des 9. Jahrhunderts vollendet wurde. Bereits im Jahr 1979 schrieb der Experte seine Abschlussarbeit im Fachbereich Kunstgeschichte über die Besonderheiten dieses Kleinods der Höchster Altstadt. Die Anfänge des christlichen Bauwerks liegen in der Zeit der Karolinger – so hieß das gleichnamige Herrschergeschlecht, das ab etwa der Mitte des 7. Jahrhunderts bis Ende des 10. Jahrhunderts im damaligen Frankenreich an der Macht war.

Um endgültig zu belegen, dass die Justinuskirche Mitte des 9. Jahrhunderts vollendet wurde, plant die Stiftergemeinschaft voraussichtlich 2017 und 2018 eine wissenschaftliche Untersuchung der, wie Robiné erklärt, „karolingischen Bausubstanz“ durchführen zu lassen. „Wir haben vor einiger Zeit eine dendrochronologische Untersuchung gemacht“, erzählt Metternich und berichtet hiervon auch in der Publikation. So wird eine Untersuchungmethode bezeichnet, mit der das Alter von Holz bestimmt werden kann. Das untersuchte Objekt war ein Maueranker – ein Holzbalken. „Dieser ist auf das Jahr 850 plus-minus acht Jahre datiert worden“, sagt er weiter. Die wissenschaftliche Untersuchung soll jetzt eine Bestätigung bringen.

Vor 30 Jahren wurde erstmals ein Führer zur Justinuskirche von Metternich verfasst, die Neuerscheinung war notwendig weil sich in den vergangenen Jahrzehnten vieles verändert hat. „Mit der Publikation möchten wir ein breiteres Publikum ansprechen und es auf den aktuellen Stand bringen“, betont Robiné.

Metternich setzt sich darin nicht nur mit der zeitlichen Einordnung des Bauwerkes auseinander. Es geht vor allem um die kunsthistorischen Zeugnisse aus den vergangenen Jahrhunderten. Zahlreiche Gemälden, Skulpturen und Altäre, die abgebildet sind, erzählen Geschichte etwa über das Wirken des Antoniterordens in Höchst in der Zeit von 1441 bis 1803.

Ein Zeugnis dieser Zeit ist die Skulptur des Heiligen Antonius. Sie befindet sich derzeit im Hessischen Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden. Dort wird das Kunstwerk nicht nur restauriert. Die Experten suchen auch nach Anhaltspunkten, die klären können, von wessen meisterlicher Hand sie einst geschnitzt wurde (wir berichteten). „Bereits am 3. Dezember werden in Wiesbaden die Ergebnisse der Restaurierung vorgestellt“, sagt Robiné. Eine Ergebnis, das mit Spannung erwartet wird.

Der Kirchenführer kostet vier Euro. Er wird in der Justinuskirche, Justinusplatz 3 angeboten, ist aber auch über den Buchhandel zu beziehen. Weitere Informationen sind im Internet unter erhältlich.

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