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Auf der Baustelle an der Windthorststraße werden bis Mitte März noch einige Bäume gefällt. Derzeit laufen dort vorbereitende Arbeiten. Hier soll der aus vier Querriegeln bestehende Komplex gebaut werden, der das Bettenhochhaus des Höchster Klinikums ersetzt.

Klinik-Neubau in Höchst

Klinik: Im Juni geht’s los

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Nach den Verzögerungen wegen des Einspruchs eines Bieters im Vergabeverfahren für die Projektsteuerung ist der Weg nun frei für den Klinik-Neubau. 2019 soll er in Betrieb gehen.

Im Juni soll der erste Spatenstich für den Neubau des Klinikums Höchst erfolgen. Ursprünglich war man von einem Termin im Frühjahr ausgegangen, doch die Klage eines Anbieters im Ausschreibungsverfahren brachte die Planungen um ein Vierteljahr in Verzug (wir berichteten). „Einen Monat haben wir schon wieder aufgeholt“, sagt Anastasia Alexiadou, Referentin von Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Ein Generalunternehmer für den Bau der neuen Klinik sei nun gefunden, der Name werde jedoch noch nicht veröffentlicht. Beworben für diese Aufgabe hatten sich drei Firmen. Bekannt ist jedoch bereits, dass die Projektsteuerung für das 237-Millionen-Projekt die Duisburger ARGE BOS Projektmanagement GmbH & HDK TMK an Land gezogen hat.

Ein bei der Vergabe der Steuerung des Krankenhaus-Neubaus unterlegener Bieter hatte das Prozedere in Frage gestellt und eine Überprüfung vor der Vergabekammer des Landes Hessen beim Regierungspräsidium Darmstadt angestrengt. Später hatte er seinen Einspruch jedoch wieder zurückgezogen. In dieser Zeit hatte die Entscheidung geruht; die vorbereitenden Arbeiten konnten nicht beginnen.

Als vorbereitende Maßnahme müssen bis zum 15. März auf der Neubaufläche die notwendigen Baumfäll- und Rodungsarbeiten durchgeführt werden. Für alle Bäume, die dem neuen Krankenhaus weichen müssen, liegen Fällgenehmigungen vor. Betroffen sind sechs bis acht Laub- und ein Nadelbaum. Die Maßnahmen sind mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt. Derzeit befindet sich die Fertigstellung der Ausführungsplanung in der finalen Phase.

Der Bauantrag war im Dezember 2014 eingereicht worden; gleichzeitig wurden die Fördermittel beim Land Hessen beantragt. Die Baugenehmigung ist kurz vor Weihnachten erteilt worden (wir berichteten); der Fördermittelbescheid des Landes Hessen war wenige Wochen zuvor übergeben worden. In Höchst entsteht mit dem Neubau ein modernes Krankenhaus der kurzen und transparenten Wege. „Mit einem unter ökologisch nachhaltig wirkenden Aspekten betriebenen neuen Gebäude und einem neuen zukunftsweisenden, integrierten Gesamtkonzept kann flexibel und zukunftssicher auf die kommenden Herausforderungen reagiert werden“, unterstreichen Udo Findt und Karsten Valentin, Geschäftsführer der Zentralen Errichtungsgesellschaft, das Neubaukonzept.

Für die Bausumme von 236,7 Millionen Euro – den Löwenanteil in Höhe von 182 Millionen Euro bezahlt die Stadt Frankfurt als Trägerin des Klinikums Höchst selbst – bekommt die Stadt östlich des jetzigen Bettenhauses in Richtung Windthorststraße ein sechs Stockwerke umfassendes Gebäude. Mit 54,7 Millionen Euro unterstützt das Land Hessen den Ersatzneubau. Auf dem Klinikgelände wird außerdem ein Gesundheitszentrum entstehen. Mit einer Fertigstellung des Neubauprojekts wird bis Ende 2018 gerechnet, mit der Inbetriebnahme im ersten Halbjahr 2019.

Der aus vier Querriegeln bestehende Neubau wird eine Bruttogeschossfläche von rund 78 900 Quadratmetern und eine Nutzfläche von rund 34 450 Quadratmetern haben. Geplant sind 664 stationäre Betten; dazu kommen 40 tagesklinische Plätze. Stationär werden so allein im Neubau nach seiner Fertigstellung jährlich mehr als 33 500 Patienten versorgt werden können. Vorgesehen sind zehn OP-Säle und ein Hybrid-OP, der mit Spezialgeräten wie Angiografieanlagen, Computertomographen oder Magnetresonanztomographen ausgestattet ist und über seine bildgebenden Modalitäten minimal-invasive Eingriffe erlaubt, die für den Patienten weniger traumatisch sind.

Mit dem zweiten Bauabschnitt soll begonnen werden, wenn der Neubau bezogen ist. Dann könnte die Augenklinik in die erst 2005 errichtete Zentrale Notaufnahme ziehen, die als einziger Teil des jetzt bestehenden Gebäude-Ensembles langfristig erhalten bleiben soll. Für die Klinik für Psychiatrie am Standort Höchst wird ebenso an einem Neubaukonzept gearbeitet.

Ein Teil des bisherigen Klinikgeländes soll für den Wohnungsbau genutzt werden. Geplant ist auch, die Liebknecht-Straße über das Gelände bis zur Windthorststraße fortzuführen.

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