Klinik wird „ertüchtigt“

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Trotz des geplanten Neubaus wird weiterhin viel Geld in das Bettenhochhaus des Höchster Klinikums investiert. Besonders beim Brandschutz muss der 50 Jahre alte Bau auf Vordermann gebracht werden.

Der Neubau des Höchster Klinikums ist beschlossen, 236,7 Millionen Euro soll er kosten, östlich des heutigen Bettenhochhauses an der Windthorststraße entstehen und bis Ende 2018 bezugsfertig sein. Bis dahin bleibt im 1965 fertiggestellten Zentralbau aber noch einiges zu tun, um das Haus weiterhin an die Standards eines modernen Klinikgebäudes anzugleichen: Jedes Jahr muss eine siebenstellige Summe in die zum Teil maroden Installationen, die Aufzüge und die Bausubstanz des bald 50 Jahre alten Hochhauses investiert werden.

Derzeit wird das Hauptgebäude „brandschutztechnisch ertüchtigt“, wie es die Fachleute nennen: Im Haupttreppenhaus, also im Bereich der Aufzüge, wird eine „Spülluftanlage“ eingebaut. „Sie dient dazu, dass im Falle eines Brandes von der linken auf die rechte Seite oder umgekehrt evakuiert werden kann“, erklärt Frank Kluge, Technischer Leiter des Klinikums. Im recht schmalen Bettenhochhaus liegen die Stationen jeweils links und rechts des Haupttreppenhauses, also recht weit voneinander entfernt. Eine Evakuierung in den gegenüberliegenden Trakt ist bei einem räumlich beschränkten Brand also durchaus eine Option.

Die Bauarbeiten an der „Spülluftanlage“ laufen seit vorigem Jahr. „Wir hoffen, dass wir bis März mit dem 15. Obergeschoss fertig sind“, sagt Kluge. Dann gehe es im Erdgeschoss sowie im 1. und 2. Stock weiter. „Das muss wegen der Strukturen extra gemacht werden“, sagt Kluge. Zum Teil werden mit der „Spülluftanlage“ neue Decken eingebaut. Auch die Beleuchtung wird auf energiesparende LED-Flächenleuchten umgestellt. „Das amortisiert sich in zwei Jahren“, begründet Kluge die Umrüstung bei der voraussichtlich nur noch knapp vierjährigen Nutzung des Hochhauses. Insgesamt kosten die Bauarbeiten, die im Moment allen Besuchern im Haupttreppenhaus auffallen, etwa 2,3 Millionen Euro.

Bereits 2005 war das neue Gebäude „K“, der rote Trakt an der Gotenstraße, mit der Zentralen Notaufnahme, sechs OP-Sälen und interdisziplinärer Intensivtherapie-Station eröffnet worden. Das Klinikum Frankfurt Höchst, wie es seit 1. Januar 2010 mit der Überführung in eine gemeinnützige kommunale Gesellschaft heißt, wurde 1858 gegründet und hat mehrfach Medizingeschichte geschrieben. International berühmt wurde es 1902, als Dr. Paul Schwerin, damals Werksarzt der Farbwerke Hoechst, die erste Naht am verletzten rechten Vorhof des Herzens gelang; 1978 wurde in Höchst die erste Geriatrische Tagesklinik in Deutschland eröffnet.

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