Steile Karriere im Kliniken-Konzern Frankfurt/Main-Taunus: Stefan Schad ist nicht nur Geschäftsführer der MTK-Kliniken, sondern jetzt auch Chef des Höchster Krankenhauses.
+
Steile Karriere im Kliniken-Konzern Frankfurt/Main-Taunus: Stefan Schad ist nicht nur Geschäftsführer der MTK-Kliniken, sondern jetzt auch Chef des Höchster Krankenhauses.

Main-Taunus

Kliniken : Mengers Kronprinz

  • vonBarbara Schmidt
    schließen

Stefan Schad (38) ist der zweite starke Mann des Gesundheitskonzerns Frankfurt/Main-Taunus.

Main-Taunus. -Er hat sich in nur zwei Jahren zum zweiten starken Mann an der Spitze des Klinik-Konzerns Frankfurt/Main-Taunus (FMT) gemausert: Stefan Schad hat sich seit September 2018 als Geschäftsführer der Main-Taunus-Kliniken offenbar so bewährt, dass ihn Gesellschafter und Aufsichtsrat nun auch zum Geschäftsführer des Klinikums in Höchst berufen haben. Er übernimmt dort, wie berichtet, die Aufgaben von Dr. Dorothea Dreizehnter, die im vergangenen Jahr etwas überraschend nach Bremen gewechselt war. Chef der Geschäftsführung bleibt Martin Menger (60), der verstärkt in das operative Geschäft einsteigen und sich unter anderem um den Neubau in Höchst kümmern wird.

Was die neue Konstellation für die Kliniken des Main-Taunus-Kreises bedeuten wird, bewegt dort jetzt natürlich die Mitarbeiter. Zu Schads bisherigen Aufgabenfeldern gehörten neben den beiden Krankenhäusern in Bad Soden und Hofheim auch das Altenheim in Eppstein, die Gesundheits- und Pflege-Akademie, die ja wachsen soll, oder die Großküche in Kelkheim, die für die Versorgung des Höchster Klinikums erweitert werden musste.

Schwarze Null unter der Bilanz

Schad hat es 2019 geschafft, für den Konzern-Teil Main-Taunus-Kliniken die von Landrat Michael Cyriax (CDU) als Vertreter des Gesellschafters Main-Taunus-Kreis vorgegebene Schwarze Null unter der Bilanz zu erreichen. Das soll nach den Ausführungen von Martin Menger vor dem Ausschuss für Eigenbeteiligungen des Kreistags auch für das herausfordernde Jahr 2020 klappen.

Erfahrungen mit Kliniken der Öffentlichen Hand hatte der vor 38 Jahren in Mainz geborene Stefan Schad vor seinem Wechsel nach Bad Soden, wo er mit seiner Lebensgefährtin auch wohnt, vorab nicht. Erste betriebswirtschaftliche Erfahrung sammelte er neben dem Studium als Mitinhaber eines Catering-Unternehmens. Als Trainee stieg er nach dem erfolgreichen Abschluss seines Magisterstudiums in Betriebswirtschaftslehre und Soziologie an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz dann aber 2011 beim privaten Rhön-Kliniken-Konzern ein. 2012 wurde er Abteilungsleiter Unternehmenssteuerung im Klinikum Herzberg (Harz), ein Jahr später wechselte er in eine Reha-Klinik nach Bad Salzdethfurth. Nebenbei absolvierte Schad ein Jura-Master-Studium in Heilbronn mit dem Schwerpunkt Arbeits- und Gesellschaftsrecht, das er 2015 abschloss. Anfang 2016 wurde er für den Helios-Konzern, der viele der Rhön-Kliniken übernommen hatte, Geschäftsführer des Klinikums Gifhorn. 2018 holte ihn Martin Menger dann nach Bad Soden.

Menger macht kein Geheimnis daraus, dass er sich den als ehrgeizig geltenden Schad irgendwann als seinen Nachfolger vorstellen kann. Der Niedersachse, der weiter seinen Hauptwohnsitz in Osnabrück hat, ist dem Kliniken-Konzern FMT noch für gut zwei Jahre verpflichtet. Ob der 60-Jährige einen weiteren Fünf-Jahres-Vertrag anstrebt, lässt er offen. Für Schad ist die erweiterte Aufgabe in der Geschäftsführung also eine Art größerer Bewährungsprobe - die ihm allerdings auch noch deutliche Mehrarbeit beschert.

Zweites Büro in Höchst

Der 38-Jährige hat angekündigt, ein zweites Büro in Höchst zu beziehen und will viel dort arbeiten. Das passt zu seiner Art von Führung, die nach eigenen Worten auf "Transparenz und Kommunikation" setzt. Bevor Schad etwas verändert, schaut er sich die Dinge stets genau an, lässt sich Abläufe erklären, will von den Experten lernen, denn Schad ist demütig genug, nicht als einer aufzutreten, der selbst schon "die Weisheit mit Löffeln gefressen hat". Dafür weiß er viel zu sehr um die Vielfalt der Arbeitsbereiche eines Krankenhauses. Ihm geht es darum, den Blick für das Ganze bei allen Mitarbeitern zu fördern und sie bei Veränderungen mitzunehmen.

Das hat bislang offenbar gute Früchte getragen - die sich der Aufsichtsrat nun auch für Höchst erhofft. Für die Aufgaben in den Kliniken des Main-Taunus-Kreises bleibt Schad entsprechend weniger Zeit. Sicher auch eine Bewährungsprobe für die Bereichsleiter "in der zweiten Reihe", die Martin Menger wohl nicht umsonst für ihr Engagement vor den Kreistags-Mitgliedern vor kurzem noch so gelobt hat.

Barbara Schmidt

Martin Menger ist Sprecher der Geschäftsführung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare