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Der Landrat im Main-Taunus-Kreis: Michael Cyriax

RMD

Kostet die Sanierung der Deponie 40 Millionen Euro?

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Das Sanierungsgutachten für den RMD-Konzern liegt noch nicht vor. Dennoch geistern schon erste Zahlen herum. Danach müssen der Main-Taunus-Kreis und Hochtaunuskreis bis Mitte der 2020er Jahre etwa 40 Millionen Euro zuschießen. Die Verantwortlichen halten sich bedeckt.

Die Rhein-Main-Deponie GmbH (RMD) ist in der Krise. Das tut Landrat Michael Cyriax (CDU) seit Monaten kund. Zahlen, was das für die Gesellschafter des Unternehmens – den Main-Taunus- und den Hochtaunuskreis – bedeutet, konnte Cyriax als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der RMD bislang allerdings nicht nennen. Um an belastbare Zahlen zu bekommen, wurde von der Geschäftsführung der RMD ein Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben. Es wird derzeit noch erarbeitet und liegt noch nicht vor, war gestern aus den Landratsämtern in Hofheim und Bad Homburg zu hören. Valide Ergebnisse des Gutachtens werde es erst in etwa drei Wochen geben.

Diese Zeitung hat aus zuverlässiger Quelle indes erfahren, dass zumindest eine erste Zahl vorliegt. Danach werden der Main-Taunus-Kreis und der Hochtaunuskreis bis Mitte der 2020er Jahre jeweils etwa 20 Millionen Euro für die Sanierung der RMD aufbringen müssen. Die Zahl soll aus einem vorläufigen Entwurf des Gutachtens stammen.

Aufsichtsratschef Uwe Kraft, seines Zeichens Erster Beigeordneter im Hochtaunuskreis, hat bereits klargemacht, dass die beiden Gesellschafter-Kreise für die Nachsorgekosten der Deponien Wicker sowie Brandholz im Hochtaunus aufkommen werden. Zumindest dann, wenn die Kosten nicht durch Zusatzgeschäfte der RMD erwirtschaftet werden können; beispielsweise „durch die Annahme und den Einbau von Erdaushub und Bauschutt“.

Viel mehr als das Aufbringen von Erdaushub bleibt allerdings kaum. Landrat Cyriax hatte bereits deutlich gemacht, dass das die einzige lukrative Geschäftstätigkeit der RMD sei. In allen anderen Bereichen werde defizitär gearbeitet. Das aktuelle Problem: Zuletzt ist viel mehr Erdaushub als vom Regierungspräsidenten genehmigt auf der Deponie in Wicker abgeladen worden. Es ist zwar gut möglich, dass diese Mengen nachträglich noch genehmigt werden. Wo dann die neue Grenze gezogen wird, ist noch nicht klar – und damit ist ebenfalls unklar, ob die Annahme von Erdaushub die insgesamt 40 Millionen Euro kostende Sanierung günstiger machen kann.

Bislang ist die RMD-Zukunft also noch viel Kaffeesatz-Leserei. Diese endet eventuell, wenn die Experten in ihrem mehr als 100 000 Euro teuren Gutachten, wie von Landrat Cyriax angekündigt, klare Lösungswege aufzeigen, wie die RMD überleben kann.

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