+
Geschafft: Chirurg Marko Jankovic und Tierärztin Meike Dewein nach der zweieinhalbstündigen Krebs-Operation mit dem erleichterten Stefan Woldormiski und Mandy aus Schwalbach. Die Hündin muss noch ein paar Tage einen pinken Anzug tragen, damit die frische OP-Wunde geschützt ist.

Öffentlicher Hilferuf

Besitzer zu arm für die Krebs-OP seiner Hündin Mandy – doch er findet Hilfe

Bei der treuen Hündin eines bedürftigen Schwalbachers wurde ein Tumor festgestellt, doch ihr Herrchen wusste nicht, wie er die lebenswichtige OP bezahlen sollte. Die Tier-Tafel Frankfurt und die Ärztin Maja Firlé haben sich bereit erklärt, die Kosten zu übernehmen. So verlief die OP.

  • Hündin Mandy aus Schwalbach hat einen Tumor
  • Herrchen Stefan Woldormiski konnte die OP nicht bezahlen
  • Doch es gibt Hilfe

Schwalbach/Frankfurt – Stefan Woldormiski ringt nach Worten. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin einfach nur happy. Jetzt liegt mein Mädchen hier in ihrem Körbchen neben mir." Sein Mädchen, das ist die treue Mischlingshündin Mandy - sein Ein und Alles.

Der 65 Jahre alte Mann aus Schwalbach und seine Mandy sind unzertrennlich. Doch die elf Jahre alte Hündin litt an einem Tumor, der entfernt werden musste. Stefan Woldormiski ist Hartz IV-Empfänger. Er kann sich eine teuere OP - wie viele andere Tierhalter, die nicht begütert sind - nicht leisten. Das Schicksal von Stefan und Mandy ließ die Menschen nicht kalt: Unzählige Leser nahmen Anteil und wollten helfen. Aus Frankfurt kam schließlich der rettende Anruf: Die Tier-Tafel und die Tierärztin Dr. Maja Firlé erklärten sich spontan bereit, Mandy die Operation zu ermöglichen und die Kosten zu übernehmen.

Krebs-Drama um Hund in Schwalbach: Mandy erfolgreich operiert

Wenige Tag später saß Mandy auf dem Behandlungstisch der Frankfurter Veterinärin. Die Diagnose: "Mandy leidet an einem großen Mamma-Tumor. Deshalb werden wir das Tumorgewebe entfernen. Ich habe außerdem ihren Allgemeinzustand gecheckt und ihr Blut entnommen", schildert die Tierärztin. Die Blutwerte waren prima - einer OP stand nichts im Weg.

Am zurückliegenden Donnerstag macht sich Stefan Woldormiski zusammen mit Hund Mandy zeitig auf Weg aus Schwalbach, um pünktlich in Frankfurt-Bockenheim zu sein. Man merkt ihm an, dass er nicht gut geschlafen hat. Dass er Angst um Mandy hat. Mit strahlendem Lächeln begrüßt Dr. Firlé die beiden.

Chirurg Marko Jankovic und Tierärztin Meike Dewein, die die OP durchführen, streicheln Mandy und führen sie zum OP-Tisch. Während ihr Team die Hündin für die Narkose vorbereiten, erklärt Maja Firlé den geplanten Ablauf der Operation. "Da der Tumor recht groß ist und um zu verhindern, dass nach der OP erneut Tumore auftreten, werden wir die Milchdrüsenleiste entfernen. Außerdem werden wir Mandy kastrieren und ihr die Gebärmutter entfernen. Das ist nötig, da ein Mamma-Tumor hormonabhängig ist. 

Das OP-Team bereitet Mandys Narkose vor. 

Die Hormone der Hündin spielen eine große Rolle im Zellstoffwechsel der Milchdrüsen. Sie regulieren das Zellwachstum und die Veränderung von Zellen. Durch den stetigen Wechsel der Konzentrationen können diese Hormone falsche Signale senden und so die Entwicklung unkontrolliertes Zellwachstum fördern", erklärt sie.

Stefan Woldormiski aus Schwalbach nickt stumm, winkt seiner Hündin zu, bevor er im Wartezimmer Platz nimmt. Zweieinhalb Stunden arbeiten die Veterinäre hoch konzentriert. Jeder Griff sitzt, sie sind aufeinander abgestimmt wie die Rädchen eines Uhrwerks.

Zweieinhalb Stunden, die Stefan Woldormiski wie eine kleine Ewigkeit vorkommen. Als sich die Tür öffnet, ruft ihm Maja Firlé entgegen: "Alles fertig, alles ohne Komplikationen."

Noch liegt Mandy in der Narkose. Nach zwei weiteren Stunden ist sie vollkommen wach. "Da, schauen Sie", sagt Dr. Firlé und zeigt auf die Wunde, einen schmalen, schnurgeraden Schnitt an der Leiste. Der Hund steht fest auf beiden Beinen und trägt einen pinkfarbenen Anzug. "Der ist schick, nicht wahr?", lacht die Veterinärin. "Das muss sie ein paar Tage tragen, damit die Wunde geschützt ist und sie nicht daran kratzt. Die Tier-Tafel hat außerdem dafür gesorgt, dass Mandy ein gemütliches Körbchen zum Kuscheln hat und die beiden jetzt gut nach Hause kommen", sagt die Tierärztin, die sich ebenso über die gelungene Operation freut wie Stefan Woldormiski.

Dr. Maja Firlé freut sich, dass die Krebs-OP von Hund Mandy aus Schwalbach ohne Komplikationen verlief.

Als er ihr verlegen dankt, winkt sie ab: "Helfen ist meine Leidenschaft. Ich habe schon als Kind in meiner serbischen Heimat alle Tiere retten wollen. Deshalb bin ich Tierärztin geworden." Heute hilft die attraktive Tiermedizinerin Menschen wie Stefan Woldormiski: Maja Firlé behandelt seit vielen Jahren immer am ersten Samstag im Monat um 13 Uhr in der B-Ebene an der Hauptwache Frankfurt Tiere, deren Herrchen und Frauchen sich keinen Tierarzt leisten können.

Zurück zu Mandy und Stefan in Schwalbach: Am nächsten Morgen ist die Hündin zwar noch ein bisschen müder als sonst, aber fit. "Sie wollte gestern Abend schon zum Schmusen auf die Couch kommen - aber sie soll jetzt erst mal in ihrem Körbchen bleiben. Wir drehen jetzt ein, zwei kleine Runden am Tag, damit sie sich nicht so anstrengt", berichtet er. 

"Fressen mag sie noch nicht so gut, aber ich habe in den letzten Tagen extra gespart, damit ich ihr etwas Rinderhack kaufen konnte, und das hat sie gefressen. In zehn Tagen werden die Fäden gezogen. Und wenn Mandy wieder richtig fit ist, dann wir kommen in der Redaktion vorbei, um allen, die uns unterstützt haben, Danke zu sagen." 

Hilfe für Besitzer in Not: Die Frankfurter Tier-Tafel

Wie Stefan Woldormiski aus Schwalbach kann sich nicht jeder die gesundheitliche Grundversorgung seines Vierbeiners leisten. Die Frankfurter Tier-Tafel sowie die Tierärztin Dr. Maja Firlé springen hier ein.

Die Frankfurter Tier-Tafel wurde 2007 gegründet, um dafür zu sorgen, dass die schon lange im Haushalt bedürftiger Mitbürger lebenden Haustiere gut und artgerecht zu ernährt und gehalten werden können. "Uns liegt es sehr am Herzen, dass alte Tiere ihr Seniorfutter und die kranken Tiere das vom Tierarzt verordnete Spezialfutter bekommen. Wir beachten bei jedem Tier eventuelle Futterunverträglichkeiten, Alter, Gewicht und Erkrankungen", schildert Vereinsvorsitzende Conny Badermann. "Wir geben unseren gesunden Tiere eine Futterversorgung von 5 bis 6 Tage pro Woche. Alle kranken Tiere bekommen eine Vollversorgung für den ganzen Monat."

Wer die Tier-Tafel mit Futterspenden unterstützen möchte, kann dies jeden ersten Dienstag im Monat tun. Das ehrenamtliche Team um Conny Badermann nimmt diese von 10 bis 12 Uhr in den Räumen der Tafel an der Ludwig-Landmann-Straße 206 in Frankfurt entgegen. Der nächste Termin ist am morgigen Dienstag, 4. Februar, von 10 bis 12 Uhr.

Der Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden. Für die 700 Tiere, die von der Frankfurter Tier-Tafel versorgt werden, müssen die Vereinsmitglieder 98 Prozent des benötigten Futters einkaufen. Wer die Arbeit des Vereins unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende auf das Konto der Tier-Tafel tun:

Frankfurter Sparkasse IBAN: DE63 5005 0201 0200 4999 47

BIC: HELADEF1822.

Weitere Infos über die Tier-Tafel gibt es auf der Homepage des Vereins.

Die Geschichte von Stefan Woldormiski aus Schwalbach und seiner treuen Hündin Mandy bewegt die Menschen in Frankfurt und darüber hinaus. Die Krebs-Diagnose von Mandy war ein großer Schock für den 65-Jährigen. Für viele Halter von Hunden und Katzen ist die Krebsdiagnose des Tiers ein schwerer Schock. Doch moderne Verfahren wie das CT helfen auch ihnen, wie tz.de* berichtet.

tz.de* ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare