+
Seit elf Jahren sind Stefan Woldormiski und seine Mischlingshündin Mandy unzertrennlich. Nun leidet Mandy an einer Geschwulst, die entfernt werden muss. Die Kosten für eine OP kann der Schwalbacher jedoch nicht aufbringen. 

Schwalbacher sucht nach Hilfe

Krebs-Drama: Mann zu arm für OP seiner Hündin Mandy - nun gibt es Hoffnung

Stefan Woldormiski aus Schwalbach kämpft um das Leben seiner geliebten Hündin Mandy. Sie benötigt eine lebenswichtige Operation - nun gibt es Hoffnung.

  • Stefan Woldormiski aus Schwalbach und sein Hund Mandy sind unzertrennlich
  • Mandy hat Krebs und muss operiert werden - für viel Geld
  • Der Schwalbacher sucht Möglichkeiten der Finanzierung - nun gibt es Hoffnung

Update vom Donnerstag, 16.01.2020, 13.32 Uhr: Das Schicksal des Schwalbachers Stefan Woldormiski und seiner Hündin Mandy bewegt die Menschen in Frankfurt und darüber hinaus. Woldormiski und Mandy leben seit elf Jahren zusammen, seit die Hündin ein Welpe war. Die Kosten für Futter und Spielzeug konnte Stefan Woldormiski, der Hartz IV bezieht, bisher immer stemmen. 

Krebs-Drama in Schwalbach: Hund Mandy braucht dringend OP - Doch das Geld für den Tierarzt ist zu knapp

Aber nun wurde bei seiner Mischlingshündin ein Tumor festgestellt  - und ihr Herrchen weiß nicht, wie er die notwendige OP bezahlen soll. Nach den Berichten über Woldormiski und seine treue Mandy haben nun jede Menge Menschen ihre Hilfe angeboten. Aus Frankfurt meldeten sich die Tier-Tafel und die Ärztin Maja Firlé, die bereit sind, die Kosten zu tragen und sich mit der Krebs-OP des Schicksals von Hund Mandy anzunehmen.

Eine Mitarbeiterin der Anzeigenvermarktung des Höchster Kreisblatts wird Woldormiski am Samstag (18.01.2020) zur Tier-Tafel begleiten. Dort soll Hündin Mandy untersucht und die OP in die Wege geleitet werden.

Erstmeldung vom Dienstag, 14.01.2020, 10.52 Uhr: Schwalbach - Das Leben hat es nicht immer gut gemeint mit Stefan Woldormiski aus Schwalbach (Main-Taunus-Kreis). Speditionskaufmann hat er mal gelernt. Lange Jahre hat er am Flughafen gearbeitet. Privat lief es nicht so toll. Mehrmals hat er geheiratet, mehrmals wurde er geschieden. Irgendwann hat ihn das aus der Bahn geworfen. Den Job am Flughafen war er dann los. Ab und an ein paar Gelegenheitsjobs. Dann Hartz IV.

Krebs-Drama in Schwalbach: Zu arm für den Tierarzt – Hund Mandy braucht dringend OP

Stefan bemitleidet sich nicht. Er hat Mandy. Die Mischlingshündin ist für den heute 65-Jährigen mehr als ein Haustier. Mandy ist seine seelische Stütze. Sein Ein und Alles. "Gell, meine Dicke", sagt er und drückt sie fest an sich. Fast schüchtern fragt der große Mann mit der wilden grauen Mähne nach einem Taschentuch, damit er die Wassertröpfchen, die Mandy beim Trinken verschüttet hat, gleich wegwischen kann. 

Man merkt ihm an, dass er oft abfällig behandelt wird. Meistens ist ihm das egal - nur wenn einer Mandy schlecht behandelt, dann tut ihm das weh. Ein Leben ohne die geliebte Hündin kann er sich nicht vorstellen. "Ich habe Mandy bekommen als sie ein Welpe war. Sie war immer für mich da - auch als alle anderen mich im Stich gelassen haben."

Schwalbach: Hund Mandy wird älter - und hat Krebs

Von den 430 Euro, die er im Monat zum Leben hat, kauft er Futter für Mandy. Ab und an auch mal ein Spielzeug oder Extra-Leckerli - wenn was übrigbleibt. Wenn Mandy zum Tierarzt muss, zweigt er das irgendwie ab. Bisher hat er Glück gehabt. Die dunkelbraune Mischlingshündin mit den treuen Augen war bisher immer gesund. 

Doch jetzt ist Mandy älter, elf Jahre. Beim letzten Tierarztbesuch vor ein paar Tagen stellte der Veterinär beim Abtasten eine Geschwulst fest. "Vermutlich ein Unterleibs-Tumor", sagt Stefan Woldormiski mit bebender Stimme. "Der Tumor muss entfernt werden."

Schwalbach: Kein Geld für den Tierarzt für OP vom Hund – "Wie soll ich das machen?"

Eine Operation, die vermutlich in einer Tierklinik durchgeführt werden muss. Das kostet Geld, viel Geld. Um die Tausend Euro fallen da auf jeden Fall an. Kosten, die Stefan nicht bezahlen kann. "Wie soll ich das machen?", fragt er verzweifelt und drückt sein Gesicht in Mandys Fell.

Stefan Woldormiski ist kein Einzelfall. Nicht nur für viele Hartz IV-Empfänger, Senioren mit Mini-Rente oder Obdachlose ist ein Haustier oft der einzige Sozialpartner. Das Futter ist für viele, die nicht so viel Geld haben, meist noch bezahlbar. Schwierig wird es, wenn Tierarztkosten anfallen. "Deshalb ist es ratsam, rechtzeitig eine OP-Versicherung abzuschließen - die kostet wirklich nur ein paar Euro im Monat", rät die Tierärztin und HK-Kolumnistin Dr. Kirsten Tönnies.

Doch daran hat Stefan nicht gedacht. Wo finden Tierhalter wie er Hilfe?

Schwalbach: Hund Mandy hat Krebs und braucht dringend OP

Er wendet sich zunächst an den Main-Taunus-Kreis, der für Hartz IV zuständig ist. "Die haben mir gesagt, dass es für Haustiere keine Unterstützung gibt". Konkret: "Die finanzielle Unterstützung fällt unter das SGB II, das keine Sonderzahlungen für die medizinische Versorgung von Haustieren vorsieht", heißt es auf Anfrage bei der Pressestelle. "Der Mann könnte sich für eine entsprechende Unterstützung zum Beispiel an eine Stiftung wenden. Die vom Main-Taunus-Kreis initiierte Main-Taunus-Stiftung etwa hat in der Vergangenheit in Einzelfällen bei solchen Anfragen schon finanzielle Unterstützung geboten", ergänzt die Kreishausmitarbeiterin.

Wenig Hoffnung macht die Anfrage beim Tierschutzverein Schwalbach-Frankfurt. "Leider gibt es in Schwalbach keine Anlaufstelle für solche Fälle. In Frankfurt kann man sich zur Not eventuell bei der Tier-Tafel melden. Aber das geht nur, wenn man in Frankfurt gemeldet ist und einen Frankfurt-Pass hat", antwortet Vereinsvorsitzende Petra Decken auf Anfrage.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es nun aber doch für Stefan und seine Mandy. Der Tierschutzverein Bad Soden-Sulzbach, der das Tierheim "Am Arboretum" in Sulzbach betreibt, reagiert prompt und entgegenkommend: "Die Tierschutzvereine sind grundsätzlich Ansprechpartner für solche Notfälle", antwortet Tierwartin Gitte Willecke. "Wir versuchen immer, eine Lösung zu finden und schauen, wo und wie wir helfen können - das bieten wir Herrn Woldormiski und seiner Hündin gerne an". 

Christine Sieberhagen

Hier gibt es Hilfe für Tierhalter in Not

Haustierbesitzer mit wenig Geld haben es in Großbritannien - zumindest, was die kostenlose tiermedizinische Versorgung angeht - ein bisschen einfacher als hierzulande. In England unterhält die Tierschutzorganisation "Blue Cross" eigene Kliniken, in denen Bedürftige ihre Tiere versorgen lassen können.

In Deutschland sind die Tierschutzvereine erster Ansprechpartner für Notfälle. Sie finanzieren sich ausschließlich über Spenden.

"Die meisten Tierärzte sowie Tierkliniken hierzulande bieten ihren Kunden aber Ratenzahlungen an", sagt Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies.

In zahlreichen Großstädten bieten Tierärzte regelmäßig kostenlose Sprechstunden für bedürftige Tierhalter an. Im Main-Taunus-Kreis gibt es ein solches Angebot nicht. In Frankfurt ist der Verein "Soziale Tier-Not-Hilfe" Ansprechpartner für Menschen, die sich die gesundheitliche Grundversorgung ihres Vierbeiners nicht mehr leisten können. Die Tierärzte Maja Firlé und Dr. Fritz Merl behandeln immer am ersten Samstag im Monat um 13 Uhr in der B-Ebene an der Hauptwache Frankfurt solche Tiere. Dieses Angebot wird von "Soziale Tier-Not-Hilfe" ermöglicht. Der Verein finanziert sich ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Operationen wie beispielsweise Kastrationen kann der Verein allerdings nicht leisten. Weitere Infos findet man auf der Homepage: www.tier-not-hilfe.de 

Im Tierheim Wiesbaden war das Leben von Schäferhund-Mix Balou lange auf Messer Schneide. Jetzt ist er gerettet. Eines fehlt ihm aber noch: Die Liebe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare