Emsig gebaut wird bereits an der Main-Taunus-Schule. Denn um Sanierung und Erweiterung des Hauptgebäudes durchführen zu können, müssen zuerst Ersatz-Klassen- und -Fach-Räume her. Die Container-Schule sei im Plan, teilte Kreissprecher Johannes Latsch mit. In den Osterferien ziehe die Verwaltung um, in den Sommerferien dann die ganze Schule.
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Emsig gebaut wird bereits an der Main-Taunus-Schule. Denn um Sanierung und Erweiterung des Hauptgebäudes durchführen zu können, müssen zuerst Ersatz-Klassen- und -Fach-Räume her. Die Container-Schule sei im Plan, teilte Kreissprecher Johannes Latsch mit. In den Osterferien ziehe die Verwaltung um, in den Sommerferien dann die ganze Schule.

MTK-Etat

Kreis will 82,8 Millionen Euro investieren

  • vonBarbara Schmidt
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Landrat Michael Cyriax hat in Hofheim den Kreishaushalt für 2021 vorgestellt. Das meiste Geld fließt einmal mehr in die Schulbauten. Das Defizit liegt bei 8 Millionen Euro

Hofheim. -Trotz aller Appelle, sich kurz zu fassen, dauerte die gestrige vorletzte Sitzung des Kreistags in der ablaufenden Wahlperiode, die diesmal in der Hofheimer Stadthalle stattfand, wieder drei Stunden. An Landrat Michael Cyriax (CDU) und dem eigentlich gewichtigsten Punkt auf der Tagesordnung, der Einbringung des Haushaltsentwurfs für 2021, lag es nicht. In gut 20 Minuten und damit in Rekordzeit stellte der Chef der Kreisverwaltung und Kämmerer die Grundzüge des rund 500 Seiten starken Zahlenwerks vor.

457 951 000 Euro beträgt die Summe der Aufwendungen. Dieser stehen allerdings nicht in gleicher Höhe Einnahmen gegenüber. Unterm Strich rechnet Cyriax mit einem Defizit von 8,15 Millionen Euro. Und das, obwohl der Main-Taunus-Kreis, wie er betonte, "der finanzstärkste Kreis in Hessen" ist. Doch das ist zugleich eine Bürde, denn wer viel hat, dem wird nicht etwa, wie es in der Bibel heißt, noch dazugegeben. Dafür sorgt in Hessen der Kommunale Finanzausgleich (KFA). Gab es für 2020 noch 11 Millionen aus dem KFA-Topf, so erhält der MTK in diesem Jahr als einziger in Hessen nullkommanull Euro. Im Gegenteil: Er muss eine Solidaritätsumlage von 500 000 Euro berappen.

Positiv fällt immerhin ins Gewicht, dass die 12 Kommunen im Kreis allesamt 2020 Rekord-Einnahmen verzeichneten. So erhält der MTK von ihnen trotz einer leichten Senkung von Kreis- und Schulumlage von 47 auf 46,4 Prozent mit 275,4 Millionen Euro ebenfalls mehr Geld als im Vorjahr. Das Plus von 19,2 Millionen nannte Cyriax "das große Licht", das noch von einem 8,2 Millionen Euro schweren Plus für die Deckung der Kosten von Unterkünften für Asylbewerber verstärkt wird. Für den Schatten sorgen indes neben der Solidaritätsumlage unter anderem höhere Umlagen für Landeswohlfahrtsverband und Krankenhäuser, die Sanierung der Tiefgarage im Landratsamt, die statische Probleme macht, Tariferhöhungen und Corona-bedingte Zusatzkosten. Am Ende bleibt so von den Mehreinnahmen nichts übrig, der Kreis geht sogar mit 4,5 Millionen in die Miesen.

Wie bereits im Interview mit dieser Zeitung angekündigt, will Landrat Cyriax aber nicht den Rotstift ansetzen. "Wir bekennen uns dazu, weiter zu investieren", sprach er für den gesamten Kreisausschuss, dessen gemeinsamer Haushalt dies auch sei. Das Schulbau- und Investitionsprogramm solle weitergeführt werden, und das "noch mal mit einer Schippe mehr".

So sieht der Etatentwurf Investitionen in Höhe von 82,8 Millionen Euro vor, für die eine Netto-Neuverschuldung von 51,1 Millionen Euro in Kauf genommen werden soll. Der Gesamtschuldenstand des MTK liegt aktuell bereits bei 399,36 Millionen.

Wohin fließt das Geld?

Der Löwenanteil der Investitionen geht einmal mehr in die öffentlichen Schulen, deren Träger der MTK ist. Im laufenden Jahr werden die bereits begonnenen Projekte an der Main-Taunus-Schule (insgesamt 63,5 Millionen Euro) und der Steinbergschule in Hofheim (15,9 Millionen), an der Weinbergschule in Hochheim und der Bau einer Sporthalle an der Heinrich-von-Kleist-Schule (HvK) in Eschborn (2,8 Millionen) fortgesetzt. Neu hinzu kommen Erweiterungen der Otfried-Preußler-Schule in Bad Soden (6,1 Millionen), der Albert-Einstein-Schule in Schwalbach (3 Millionen), der Astrid-Lindgren-Schule in Hochheim (18,6 Millionen) und der HvK in Eschborn (3,1 Millionen). Perspektivisch steht auch noch der Bau einer weiteren Grundschule für Hattersheim an (27,8 Millionen).

Für das geplante Kreishallenbad, das für 15 Millionen Euro an der Konrad-Adenauer-Schule in Kriftel realisiert werden soll, kündigte Cyriax an, eine Planung werde dem Kreistag im Frühjahr vorgelegt, hier sei man "auf der Zielgeraden". Die Schwimmstätte für Schulen und Vereine soll 2022 fertiggestellt sein.

Das Geld dafür kommt, ebenso wie die 33 Millionen Euro für den Erweiterungsbau für das Landratsamt, aus dem Verkauf des Kastengrunds, muss aber über Kredite zwischenfinanziert werden. Bereits für den Herbst dieses Jahres kündigte Cyriax den Spatenstich am Landratsamt an, erste vorbereitende Arbeiten sollen bereits im Frühjahr erfolgen.

Breitband und WLAN

Etwas tun will der Kreis in Sachen Digitalisierung, auch wenn Cyriax zu bedenken gab, dass längst nicht alle Bürger diese begrüßten. Das zeige etwa der Ruf nach Kontoauszugsdruckern am Wohnort oder der geringe Anteil von Menschen, die bisher die digitale Kfz-Anmeldung nutzten. Der liege nämlich gerade mal bei einem Prozent. Er selbst sei "ein großer Freund der Digitalisierung, wir müssen nur auch darauf achten, dass wir die Menschen mitnehmen", so der Landrat. Für die Schulen sollen weitere 3000 Tablets gekauft werden und WLAN und Breitbandanschlüsse auch ein problemloses Arbeiten damit ermöglichen.

Der Etatentwurf geht jetzt zur Beratung in die Ausschüsse. babs

MTK-Landrat Michael Cyriax.

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