Blick von Norden auf den Eingangsbereich, der zudem von der Parkebene über eine Treppe sowie einen Aufzug erreichbar werden soll.
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Blick von Norden auf den Eingangsbereich, der zudem von der Parkebene über eine Treppe sowie einen Aufzug erreichbar werden soll.

Schwimmen

Kreishallenbad: 15,9 Millionen für mehr Zeit im Wasser

  • Dirk Müller-Kästner
    vonDirk Müller-Kästner
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Landrat und Planer stellen Entwurfspläne für das neue Bad vor, das in Kriftel errichtet werden soll. Eröffnung ist im Frühjahr 2023 geplant

Main-Taunus -Das Investitionsvolumen für das geplante Kreishallenbad liegt mittlerweile bei 15,9 Millionen Euro. Zusätzlich wird für das Großprojekt des Kreises neben der Konrad-Adenauer-Schule in Kriftel mit jährlichen Folgekosten von gut einer Million Euro gerechnet. Dafür können dann - als Eröffnungstermin wird das Frühjahr 2023 angestrebt - Schulen und Vereine das Hallenbad ausgiebig nutzen. Mit ihnen sei bei der Planung eng zusammengearbeitet worden.

Gestern stellte Landrat Michael Cyriax zusammen mit dem Leiter des Hochbau- und Liegenschaftsamtes, Peter Wesp, sowie Andreas Bremer vom beauftragten Architektenbüro die Entwurfsplanung der Presse vor. Der Bedarf für das Kreishallenbad ist nach Einschätzung des Kreishauschefs vorhanden. Sowohl Schulen wie auch Vereine könnten mit dem Bad mehr Zeiten bekommen, Schüler und Sportler mehr Zeit im Wasser verbringen.

Groß genug für nationale Wettkämpfe

Das Bad trage zur Entlastung der Bäder-Infrastruktur bei. "Wir schaffen damit die Schwimmmöglichkeiten, auf die Schulen und Sportler sehnlichst warten", kommentiert Cyriax das Vorhaben. Mit der jetzt vorgelegten Planung sei "ein Meilenstein bei diesem für Unterricht und Sport so wichtigen Projekt erreicht."

Geplant ist ein Bad mit sechs Bahnen à 25 Metern, einem Lehrschwimmbecken mit höhenverstellbarem Boden, einem Drei- und einem Ein-Meter-Brett. Schwimmbecken und Halle seien groß genug, um darin nationale Wettkämpfe auszutragen. Das Gebäude wird am Rand des Grüns hinter der Sporthalle an der Konrad-Adenauer-Schule mit einer kaskadenartigen Dachform errichtet. Die Schwimmhalle hat große Glasfassaden.

Dach begrünt oder mit Photovoltaikanlage

"Breite Wege führen zu dem in hellen Tönen gehaltenen Komplex. Das Gebäude ist zur Hälfte in den Hang hineingebaut, der vordere Teil überdacht einen Teil des Parkplatzes und ruht auf V-förmigen Stelzen", heißt es in einer Mitteilung des Kreises. 35 zusätzliche Parkplätze soll es geben. Der hintere Teil mit den Schwimmbecken und der Glasfassade bis in die Decke werde von Bäumen gesäumt. Das Dach sei teils begrünt und dort, wo es genug Sonneneinstrahlung gibt, mit einer Photovoltaikanlage versehen. Wie leistungsstark diese werde, sei noch nicht ermittelt.

Wie viele Bäume für das Kreishallenbad fallen müssen, ist ebenfalls noch nicht ganz klar. Es wird aber etwa 15 Meter in den Wald hineingebaut. Zudem werde in der Bauzeit zusätzlicher Arbeitsraum benötigt. Über die Größe einer Schutzzone, die nötig wird, damit kein Totholz auf die Schwimmhalle fällt, seien die Planer in Abstimmung mit dem Forstamt. Wo es welche Ersatzpflanzungen geben wird, müsse noch festgelegt werden.

Das Gebäude werde nach energiesparendem Passivhausstandard errichtet. Gleichwohl ist den Planern bewusst: "Der Lüftungswärmeverlust ist hoch." Lüftung muss aber sein, da sich sonst Feuchtigkeit unterm Dach sammelt. Schnell können dann Holztragelemente schimmeln und die Strahlträger korrodieren. Mit diesem Problem kämpfen so einige Hallenbäder in Deutschland. Damit sich im Kreishallenbad nicht zu viel Kondensat niederschlägt, arbeiten die Planer "mit Tricks". So wird außerhalb des Schwimmbetriebs der Boden des Lehrschwimmbeckens nach oben gefahren, womit er dann als Deckel dient und kein Wasser verdunstet. Außerdem bleiben in diesen Zeiten die Überlaufrinnen ums 25-Meter-Becken leer, so dass auch dort die Verdunstung deutlich reduziert ist.

Mit den Bauarbeiten werde nach derzeitigem Stand im Oktober dieses Jahres begonnen. Die Diskussions-, Entscheidungs- und Planungsphase für dieses Großprojekt habe vier Jahre gedauert, aber der Aufwand lohne sich, so Cyriax: "Dieses Projekt bringt den Schul- und Sportstandort MTK voran, und dazu haben wir auch noch eine ansprechende architektonische Lösung gefunden." Das Gebäude füge sich in das Grün der Umgebung und setze mit seinen dynamisch wirkenden Formen ein Zeichen für einen "zukunftsgewandten Sportanlagenbau".

Landrat denkt an Bäderverbund

In die Zukunft blickt der Landrat auch bezüglich Personal für das neue Bad sowie betriebwirtschaftlichen Konsequenzen. Ein Bäderverbund - zunächst mit Kriftel, Hattersheim und dem Kreis - könne mehrere Bäder betreiben. So lasse sich vielleicht leichter Personal finden, zum Beispiel Schwimmmeister. Und es ließen sich sicherlich Kosten reduzieren.

Viel Glas auch an der Südfassade der Schwimmhalle. Rechts die Parkebene, die zum Teil überdacht ist. bilder: bremer und bremer architekten

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