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Franz Jirasek (links), Christian Seitz und Familienhund "Smokey" waren entlang des Schwarzbachs unterwegs und hatten bald ihre Abfalltüten voll.

Umwelt

Fleißige Müllsammler putzen den Park heraus - Aktion will Bürger im Umgang mit Abfall sensibilisieren

Obwohl die Gemeinde den Müll im Freizeitpark regelmäßig wegräumt, sieht es dort in den Sommermonaten oft nicht einladend aus. Wer selber mal dort aufräumt, ist verblüfft, wie achtlos manche Besucher ihren Abfall dort hinterlassen.

Kriftel - Der Sommer kommt mit großen Schritten und das Naherholungsgebiet der Gemeinde - der Freizeitpark - putzt sich heraus. Genauer gesagt: Er wurde am Samstagvormittag von einer Gruppe Freiwilliger herausgeputzt. Mit großen Müllsäcken, Handschuhen und Zangen ausgerüstet, zogen die knapp 20 Helfer um 10 Uhr los. Angeregt wurde die Aktion vom Kinderbeirat, der damit bei der Gemeinde auf offene Ohren stieß. Josefine Schiewek, Schülerin an der Lindenschule und Mitglied des Beirates, hatte das passende Plakat zur Aktion erstellt. "Kriftel putzt sich raus - Ohne dich geht Kriftel nicht" war auf dem Schild zu lesen.

Florian Conrad, Vorsitzender der FDP-Fraktion, fand die Aktion gut und beteiligte sich trotz des eher mauen Wetters. "Wir hatten schon mal einen ähnlichen Antrag gestellt und dann fühlt man sich auch verpflichtet", erklärt Conrad, während er geflissentlich Papierschnipsel und Plastikteile von den Wiesen aufsammelt. Insgesamt macht der Freizeitpark am Samstagvormittag einen ordentlichen Eindruck. "Das liegt auch daran, dass die Gemeinde zuletzt die Grünflächen hat mähen lassen", berichtet Conrad, "dabei ist schon einiges an Müll entfernt worden." Zudem wird der Park regelmäßig von Mitarbeitern der Gemeinde gereinigt, doch gerade zur Sommerzeit kommt einiges an Dreck zusammen. "Im Sommer füllen wir jeden Montag bis zu 35 Müllsäcke", schildert Siegfried Schmitt, der für die Instandsetzung des Parks zuständig ist.

Die Ausrede, es gäbe nicht genügend Mülleimer im Park, gilt nicht. Egal, wo man geht oder steht: Der nächste Eimer ist nur wenige Schritte entfernt. "Und wir leeren diese ja auch gerne für die Bürger", so Schmitt weiter. Warum manch einer seinen Schmutz aber fast schon demonstrativ vor die Tonnen wirft, ist ihm schleierhaft. "Wir freuen uns, dass der Freizeitpark so stark frequentiert wird", erklärt er, "wenn wir aber nicht ständig die Wiesen und Wege saubermachen würden, dann wäre es doch für alle Besucher nur noch halb so schön." Sein Appell lautet deshalb: Der Müll gehört in die Tonne. Am Skaterpark gibt es sogar spezielle Behälter für die Asche von Holzkohle, trotzdem würden viele ihre Einweg-Grills einfach stehen lassen.

Auf der anderen Seite des Parks geht am Samstagvormittag die Rathaus-Doppelspitze auf Streifgang. Bürgermeister Christian Seitz und Erster Beigeordneter Franz Jirasek suchen entlang des Schwarzbaches nach Abfällen und werden dabei von Seitz' Familienhund Smokey begleitet. "Schade, dass er nicht aufs Müll-Aufspüren trainiert ist", scherzt Jirasek. Tatsächlich hinterlässt der zottelige Vierbeiner eher Unrat, als welchen zu beseitigen. Das liegt in der Natur seiner Art und ist auch kein Problem. Der erfahrene Gassigänger Seitz beseitigt die Häufchen sofort mittels kleiner Plastiktütchen. Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, ist leider noch immer nicht bei allen Hundehaltern angekommen.

In näherer Zukunft möchten Seitz und Jirasek Gitterkästen am Eingang zum Freizeitpark aufstellen lassen. In diesen soll der Müll eines Wochenendes "ausgestellt" werden, um die Menge an Abfall zu veranschaulichen und die Bürger für ein ordentliches Verhalten im Park zu sensibilisieren. Die Aktion "Kriftel putzt sich raus" soll zudem künftig regelmäßig stattfinden. Dass sich freiwillige Helfer um die öffentlichen Plätze der Gemeinde kümmern, darf aber anderen nicht als Alibi dienen: Jeder ist für seinen eigenen Müll verantwortlich!

VON ROBIN KUNZE

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