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Julia Klippel an ihrem 1. Schultag mit ihrer Schultüte, darin waren Süßigkeiten und Nützliches für die Schule. 

Das neue Schuljahr

Mein erster Schultag: Zwei Schulleiterinnen blicken zurück 

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Am 12. August beginnt das neue Schuljahr. Wir haben zwei Schulleiterinnen nach ihren Erinnerungen an die Schulzeit gefragt.

Kriftel - Ganz fest hält die sechs Jahre alte Julia ihre Schultüte. "Ich war damals sehr stolz auf meine Tüte", erzählt Dr. Julia Klippel und schaut auf das Foto von ihrem 1. Schultag. Gefüllt war die Tüte mit Süßigkeiten und Dingen, die man für die Schule brauchte, wie Lineal und Radiergummi, weiß die heutige Schulleiterin der Konrad-Adenauer-Schule noch. 

An viel mehr über ihre Einschulung im August 1973 an der Grundschule Gustavsburg könne sie sich aber nicht mehr erinnern. Nur noch an den Moment, als sie das erste Mal in den Klassenraum kam: "Ich wollte wie die anderen ganz weit vorne sitzen".

Dass sie dann vier Jahre lang von ihrer Mutter unterrichtet wurde, die Lehrerin an der Schule war, das habe sie zwar nicht so toll gefunden. "Es hat mich später aber auch gar nicht mehr so sonderlich gekratzt", sagt sie nüchtern. Das Lernen sei ihr leicht gefallen. 

Kriftel: Dr. Julia Klippel erzählt von ihrer Schulzeit

Ins Gedächtnis der 52-Jährigen haben sich über die Grundschulzeit mehr die Dinge eingeprägt, die weniger mit Unterricht zu tun hatten - die Ausflüge. Zum Beispiel in der 3. Klasse die einwöchige Freizeit im Schullandheim Ober-Seemen im Vogelsberg, "da haben wir ganz viel unternommen", schwärmt sie noch heute von Fußballturnieren, Lagerfeuer und Gräser färben.

Im Nachhinein seien die vier Jahre an der Grundschule für sie eine "schöne Zeit ohne Belastung" gewesen. Und das sollte sie nach ihrer Meinung auch heute noch sein, Grundschule sollte die Neugier am Lernen erhalten und die Kreativität fördern. Gerne erinnert sich Julia Klippel an den Handarbeitsunterricht, in dem sie einen Teddy gestrickt und ein Nadeletui gestickt hat.

"Die Freude an der Handarbeit habe ich mir bis heute erhalten", erzählt die Mutter von drei inzwischen erwachsenen Kindern, für die sie deren Schultüten später selbst gebastelt hat. Diese habe sie auch mit Süßigkeiten und Utensilien für den Unterricht gefüllt, "es kam aber auch etwas zum Basteln hinein".

Kriftel: Das erste Schuljahr von Elke Wetterau-Bein

Wegen der Kurzschuljahre war die Einschulung von Elke Wetterau-Bein nicht im Sommer, sondern im März. 55 Jahre ist das her. An dem Märztag 1964, als sie in die Volksschule in Friedewald eingeschult wurde, habe sie ein rot-grünes Kostümchen getragen, weiß die kommissarische Leiterin der Weingartenschule noch ganz genau. Auf dem Einschulungsfoto, das in einem Album eingeklebt ist, das ihre Eltern haben, ist die Schultüte zu sehen, in der auch gesunde Sachen wie Obst waren, erinnert sich die 62-Jährige.

Aus ihrem eigenen Fundus stammt das Bild, das die 8 Jahre alte Elke in der 3. Klasse zeigt. Ein Fotograf hatte damals alle Kinder aus der Klasse in der gleichen Pose mit einem Schönschreibheft abgelichtet. Dass es nicht ihr eigenes war, wo sie doch eine 1 in Schönschreiben hatte, sondern das von ihrer Freundin Regina, "das hat mich damals sehr geärgert", erzählt Elke Wetterau-Bein schmunzelnd.

Kriftel: Grundschule - schöne Erinnerungen

An die Grundschulzeit habe sie nur sehr schöne Erinnerungen, damals entwickelte sich auch schon der Berufswunsch, später Lehrerin zu werden. "Ich bin immer gerne zu Schule gegangen", sagt die Kriftelerin. Besonders lieb war ihr der Sport- und der Flötenunterricht, der ab der 3. Klasse Pflicht wurde.

 Von ihrem Musiklehrer, der gleichzeitig auch Rektor war und als sehr streng galt, hat sie damals gelernt, was "Gänsewein" ist - einfaches Wasser, erzählt Elke Wetterau-Bein eine nette Episode aus ihrer Zeit an der Steiglederschule. Etwas bedauert habe sie nach der 4. Klasse den Wechsel auf Gymnasium, denn alle Fünftklässler der Volksschule hätten damals Schifferklavier gelernt, "und das hätte ich auch gerne gemacht". "Wir hatten viel Spaß in der Schule", sagt Elke Wetterau-Bein im Rückblick auf ihre Grundschulzeit, in der sie keinen Druck, dem heute schon viele Kinder in den ersten Schuljahren ausgesetzt sind, gespürt habe.

Von Ulrike Kleinekoenen

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